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Trennkost: Genuss ohne Reue

von der Redaktion Veröffentlicht am 19. November 2008
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Wenn der Blick auf die Waage wieder einmal nur für Kopfschütteln sorgt, wird es Zeit, dass sich etwas ändert. Allein, man hat ja schon in der Regel einiges ausprobiert und die Wirkung hielt sich bisher stets in Grenzen: Zunächst purzeln die Pfunde, um dann schnell - und zumeist mit zusätzlichen Freunden - wieder auf die Hüften zurückzukehren. Aber gab es da nicht noch eine andere Abnehmstrategie? Ja: Trennkost! Die Bezeichnung Trennkost hat wohl schon jeder einmal gehört - nur was verbirgt sich dahinter? Was muss man bei der Trennkost beachten? Und welche Chancen und Nachteile bringt das Konzept Trennkost mit sich?

Trennkost – Wie funktioniert das?

Verantwortlich dafür, dass wir uns mit dem Konzept der Trennkost auseinandersetzen können, ist ein amerikanischer Arzt namens William Howard Hay. Der Begründer der Trennkost war der Ansicht, dass sich viele Krankheiten darauf zurückführen lassen, dass wir generell falsch essen. Wir mischen auf unseren Tellern Kohlenhydrate mit Eiweißen und lassen uns das Durcheinander unreflektiert schmecken. Laut Hay führt das allerdings zu einer ständigen Übersäuerung unseres Körpers. Gesundheitliche Probleme und auch Übergewicht sind damit quasi vorprogrammiert.

Hays Vorschlag, der nun als das Konzept der Trennkost bekannt ist, war, dass Eiweiße und Kohlenhydrate stets voneinander getrennt aufgenommen werden sollten. Dies ist aber nicht der einzige Aspekt, der typisch für die Trennkost ist. Zudem sollen möglichst 80 Prozent unserer täglichen Nahrung aus Obst und Gemüse bestehen. Klar, dass hierbei das ein oder andere Pfund schmilzt. Darüber hinaus bewertete Hays einige Lebensmittel wie Öle, fetthaltige Milchprodukte, Nüsse, Salate und Pilze als neutral. Soll heißen: Sie können ohne Probleme zusammen mit einer kohlenhydrathaltigen oder aber einer eiweißhaltigen Mahlzeit verspeist werden.

Wer nun etwas ratlos vor der Frage steht, was nun kohlenhydratreiche und was einweißreiche Lebensmittel sind, dem kann geholfen werden: Viele Kohlenhydrate sind zum Beispiel in Nudeln, Brot, Kartoffeln, Bananen und Reis enthalten. Einen hohen Eiweißgehalt weisen hingegen unter Fisch, Fleisch, Käse, Quark und Eier auf.

Sie schlussfolgern richtig: Die Trennkost stellt unsere klassischen Ernährungsgewohnheiten ganz schön auf den Kopf: Fisch mit Kartoffelpüree, belegte Brote mit Käse oder Aufschnitt und auch ein Stück Hähnchenfleisch mit Reis sollen laut Trennkost nicht auf unserem Speiseplan stehen - wohl aber zum Beispiel ein Feldsalat mit Hähnchenbrust, Nudeln mit Tomatensauce, Spargelsuppe, eine Reis-Gemüse-Pfanne oder ein Fischfilet auf Spinat.

Übrigens: Nach Möglichkeit sollen laut des Konzepts der Trennkost kohlenhydrathaltige Mahlzeiten am besten morgens und eiweißhaltige am besten abends gegessen werden.

Vorteile und Nachteile der Trennkost

Es besteht durchaus die Möglichkeit mit Trennkost abzunehmen. Natürlich sollte man dann aber auch darauf achten, dass man zum Beispiel magere Fleischsorten wie Hähnchen- und Putenfleisch anstatt eines Schweinekoteletts bevorzugt. Sehr viele Vitamine nimmt man bei der Trennkost ohne Probleme auf: 80 Prozent Gemüse und Obst sind wirklich eine große Menge.

Die Trennkost allerdings immer ihren Regeln nach zu praktizieren, kann ganz schön schwierig sein - auch was das Durchhaltevermögen anbelangt. Schließlich sind viele Gerichte, an die wir von Kindesbeinen an gewöhnt sind, tabu.

Richtige Kritiker der Trennkost gibt es natürlich auch: Sie bemängeln, dass die Zuordnung, welches Lebensmittel der Gruppe der kohlenhydrat- und der eiweißhaltigen Gruppe zugeordnet, teilweise keinen Sinn macht. Viele Lebensmittel enthalten nämlich beides - Kohlenhydrate und Eiweiße. Zudem ist ein häufiger Kritikpunkt, dass durch die Ernährung nach dem Prinzip der Trennkost, Mangelerscheinungen auftreten können. Eisen zum Beispiel wird oftmals zu wenig aufgenommen, wenn man sich an die Vorschriften der Trennkost hält. Sehr schwer treffen wird die Anhänger des Trennkostprinzips wohl, dass die Theorie Hays in Bezug auf die Übersäuerung des Körpers nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht stichhaltig ist.

Die gute Seite der Trennkost ist und bleibt allerdings der hohe Verzehr von Obst und Gemüse und der reduzierte Konsum von Fleisch. Beides ist ohne Frage gesund und kann uns auch beim Abnehmen helfen. Ob man sich darüber hinaus zwingen muss, die Trennung von Kohlenhydraten und Eiweiß auch auf Dauer zu vollziehen, bleibt allerdings fraglich.

von der Redaktion

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