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Anti-Diät-Tag: Wenn die Diät zur Essstörung wird

von Maike Schwinum Veröffentlicht am 6. Mai 2019

Der 6. Mai ist Internationaler Anti-Diät-Tag. Das hat sich Bloggerin und Autorin Jana Crämer zum Anlass genommen, in einem berührenden Beitrag darüber zu berichten, wie strikte Diäten für sie in einer Essstörung endeten.

Der "No Diet Day" wurde bereits 1992 von der britischen Buchautorin und Feministin Mary Evans Young ins Leben gerufen. Der Aktionstag hat vor allem zum Ziel, mehr Aufklärung über die Gefahren von Diäten und kommerziellen Diätprodukten zu betreiben und bestehende Schönheitsideale zu hinterfragen.

Auch für Bloggerin und Autorin Jana Crämer ist der Anti-Diät-Tag von Bedeutung - denn sie ist essgestört. Schon in der Vergangenheit haben wir über Jana, ihr Plädoyer für mehr Akzeptanz und ihr Leben mit der Essstörung "Binge Eating" berichtet.

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"Versteht mich bitte nicht falsch"

In ihrem neusten Blog-Beitrag beschreibt Jana nun zum ersten Mal ihren Weg in die Essstörung. Ein Weg, der gezeichnet war von strikten Diäten, die ihren Alltag und ihre Psyche irgendwann fest im Griff hatten. Darum ist es für sie auch wichtig, ihre Geschichte zu teilen – damit andere Mädchen und Frauen nicht dasselbe Schicksal erleiden.

"Versteht mich bitte nicht falsch", schreibt die Bloggerin gleich zu Beginn ihres Eintrags. "Ich glaube nicht, dass jede Diät zwangsläufig der Beginn einer Essstörung ist, aber ich glaube, dass nicht viel zusammenkommen muss, dass sie eine wird."

Wenn die eiserne Disziplin umschlägt

Jana Crämer beschreibt offen und ehrlich die ersten Tage und Wochen der Diät, die noch häufig von Glücksgefühlen geprägt sind: "Mein Spiegelbild und ich beginnen, uns nicht mehr zu hassen. Die tägliche Zahl auf der Waage, die mehr und mehr meine Laune bestimmt, wird zwar inzwischen langsamer weniger, aber sie wird weniger und das ist doch schließlich alles, worauf es ankommt." Doch bereits nach dem ersten Monat schlägt die eiserne Disziplin um - nämlich dann, wenn sie auch nur minimal von ihrem Diät-Plan abweicht. Nur ein paar Kalorien zu viel oder ein unerlaubtes Stück Schokolade bedeuten für sie Vollversagen.

Dies wiederum führt dazu, dass Jana komplett die Kontrolle über ihr Essverhalten verliert: "In meinem Kopf legt sich dann ein Schalter um und nur wenige Augenblicke später stehe ich im nächsten Supermarkt." Wie es für die Essstörung Binge Eating typisch ist, kommt es dann zu Heißhungeranfällen oder "Fressattacken".

"Du bist nicht allein."

Seit Jana ganz öffentlich über ihren Kampf mit Binge Eating spricht, weiß sie, dass sie nicht allein ist. Genau deshalb möchte sie auch andere wissen lassen, dass sie nicht allein sind. Schließlich zeigen laut Statistiken der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 20% der Kinder und Jugendlichen im Alter von elf bis 17 Jahren Symptombe einer Essstörung.

"Hab bitte keine Angst, dich zu informieren", schreibt Jana Crämer zum Abschluss ihres Beitrags. "Du bist nicht allein. Du hast es verdient, dir helfen zu lassen, um dich wieder wohl zu fühlen."

Noch mehr Infos über Essstörungen und Hilfe für Betroffene findest du hier: https://www.bzga-essstoerungen.de/

von Maike Schwinum