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Tragische Verwechslung: Kinder bangen 5 Tage um fremde Frau

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 30. April 2019

Bei dem Busunglück auf Madeira am 17. April verloren zwei Söhne ihren Vater. Ihre Stiefmutter schien den Unfall schwer verletzt überlebt zu haben. Doch es lag eine tragische Verwechslung vor.

Fünf Tage lang bangten zwei Männer am Krankenbett um das Leben einer Frau, die sie für ihre schwer verletzte Stiefmutter hielten. Fünf Tage lang hatten sie die Hoffnung, dass das Unglück ihnen zwar den Vater genommen, aber ihre Stiefmutter verschont hatte. Bis ein Zahnabgleich ihre Welt erneut erschütterte.

Bei dem schweren Busunglück auf Madeira am 17. April dieses Jahres verunglückte eine Reisegruppe aus Deutschland. 29 Menschen kamen ums Leben, 28 wurden verletzt. Auch die Eltern von Stefan und Jörn U. saßen in dem Unglücks-Bus, wie die 'Neue Osnabrücker Zeitung' und der 'Holsteinische Courier' berichten. Ihr Vater Klaus (80 Jahre) starb bei dem Unfall. Ihre Stiefmutter Heidemarie (67 Jahre), so glaubten die Männer, hatte ihn schwer verletzt überlebt.

Bis zur Unkenntlichkeit entstellt

In einer Kölner Klinik wachten die Männer Tag und Nacht am Bett der schwer verletzten Frau. Sie lag auf der Intensivstation. Ihre Verletzungen im Gesicht waren so schwer, dass man sie nicht erkennen konnte. Die Statur der Frau aber war der ihrer Stiefmutter ähnlich. Sogar persönliche Sachen ihrer Mutter wurden den beiden Männern ausgehändigt, darunter Portemonnaie und Führerschein.

Beim Rücktransport der Verletzten kam es zum fatalen Fehler: Die schwer verletzte Frau war unmittelbar nach dem Unfall in ein künstliches Koma versetzt worden. Nur für den Rücktransport wurde sie kurz geweckt und nach ihrem Namen gefragt. Auf einer Buchstabentafel habe die Frau zweimal auf das U gedeutet, waraufhin die Ermittler schlossen, es handle sich um Heidemarie U..

Erst als die Frau langsam zu Bewusstsein kam, kamen Zweifel auf. Tatsächlich führte der Ehering von Heidemarie zur Aufklärung. Dieser wurde am Finger einer Toten entdeckt. Ein Zahnabgleich brachte schließlich die Gewissheit. Nicht nur der Vater der beiden Söhne, auch ihre Stiefmutter war bei dem Busunfall tödlich verunglückt.

Das Auswärtige Amt wollte auf Anfrage der Zeitungen keine Auskunft zu Einzelfällen geben. Auch eine Anfrage beim Bundeskriminalamt wurde bisher nicht beantwortet.

von Anne Walkowiak

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