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Droht uns eine Eichenprozessionsspinner-Plage?

von Carolin Hartmann ,

Können Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr zur Plage werden? Wenn es nach den Experten geht, erwartet uns auf jeden Fall ein extremer Anstieg der Population.

Mit Eichenprozessionsspinnern haben wir seit einigen Jahren im Frühjahr und Sommer so gut wie immer zu kämpfen. Doch in diesem Jahr soll die Population extrem ansteigen. Droht uns etwa eine extreme Raupen-Plage?

Experten warnen vor Populations-Anstieg

Experten sind sich einig: Sie rechnen mit einem extremen Anstieg der Population des Eichenprozessionsspinners. Grund dafür ist der milde Winter 2021/2022. Aufgrund der hohen Temperaturen konnten die Larven der Schmetterlingsraupe überleben und jetzt im Frühjahr schlüpfen. Zahlreiche Bäume und Grünlandschaften sind jetzt von den Raupen besetzt. Das birgt leider große Gefahren für die Gesundheit von Mensch und Tier.

Vorab im Video: Die Hauswinkelspinne: Wie gefährlich ist sie wirklich?

Video von Esther Pistorius

Eichenprozessionsspinner veruraschen Juckreiz und Hautausschläge

Warum aber muss der Eichenprozessionsspinner eigentlich bekämpft werden? Die kleinen Schmetterlingsraupen besitzen sogenannte Brennhaare, die bei Berührung Juckreiz, Rötungen und Hautausschläge hervorrufen können. Ärzte warnen davor, dem Juckreiz nachzugehen, da der Ausschlag sonst noch weiter in die Haut eindringt. Werden die Härchen eingeatmet, kann es sogar zu schwerwiegenden Atemproblemen kommen.

Bei leichten Symptomen wie Juckreiz helfen kühlende Gels und Salben wie bei Insektenstichen üblich. Bei schwerwiegenden Symptomen, wie Atemproblemen oder starken Schmerzen sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Behaltet vor allem eure Kinder und Haustiere im Auge und achtet auf Symptome.

Daher sollte man einem Nest nie zu nahe kommen und berühren. Zahlreiche Warnschilder in der Natur, weisen auch auf solche Nester hin. Abstand halten ist hier angesagt.

Wer zu Hause oder in der Natur ein solches Nest selbst entdeckt, sollte dies nie selbst entfernen, sondern die zuständigen Behörden, wie das örtliche Ordnungsamt informieren. Diese beauftragen anschließend Fachleute, die die Nester des Eichenprozessionsspinners professionell entfernen. Absaugen oder durch biologische Mittel wie Nematoden oder chemische Mittel werden die Raupen bekämpft.

Bekämpfung aus der Luft und zu Land

Viele Kommunen setzen daher bereits jetzt auf effektive Schädlingsbekämpfung aus der Luft und zu Land, um die Eichenprozessionsspinner-Plage aufzuhalten. In Havelberg (Sachsen-Anhalt) werden ganze Fußballfelder mit dem Helikopter und Schädlingsbekämpfungsmittel eingesprüht.

Im bayrischen Triefenstein setzen die Kommunen dagegen auf Bodenbekämpfung. Mithilfe von biologischen Mitteln sollen die Raupen bekämpft werden. Nehmen die Insekten das Mittel auf, führt dies zu einem sogenannten Fraßstop, was wiederum zu einem Absterben der Raupen führt.

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Die Schädlingsbekämpfung findet vor allem in Bereichen statt, wo ein erhöhtes Risiko für die Bevölkerung besteht. So zum Beispiel in Freibädern, Kindergärten oder auf Radwegen.