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Geschmacklos: Rassismus-Eklat bei "Schlag den Star"

von Maike Schwinum Erstellt am 8. Juni 2020
© ProSieben / Willi Weber

Am Samstagabend wurde die Unterhaltungsshow "Schlag den Star" von rassistischen Kommentaren überschattet. Der Sender ProSieben entschuldigte sich für den Vorfall.

Video von Esther Pistorius

Die beliebte Promi-Duell-Show "Schlag den Star" lief am Samstagabend wieder auf ProSieben. Diesmal waren es Moderatorin Sylvie Meis (42) und Model Lilly Becker (43), die gegeneinander antraten.

Doch leider war nicht die Leistung der Promi-Damen das Gesprächsthema Nummer eins, sondern zwei unschöne Vorfälle während der Live-Show. Zwei rassistische Kommentare überschatteten die Sendung.

Der erste Kommentar kam von Lilly Becker. Die hatte sich für die Show #BlackLivesMatter auf den Arm geschrieben, doch sah es mit dem Rassismus dann offenbar doch nicht so eng.

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"China! Ching chang chong!"

Bei einem Spiel sollten Becker und Meis Prominente anhand von Fotos erkennen. Als der chinesische Staatspräsident Xi Jinping (66) gezeigt wurde, erkannte Becker ihn offenbar nicht und rief stattdessen übereifrig: "China! Ching chang chong!"

Ein User auf Twitter kommentierte den Vorfall mit dem Worten: "Rassismus fängt immer bei sich selbst an."

"Witze" auf Kosten von George Floyd (†46)

Kommentator Ron Ringguth (54) setzte dem Kommentar von Becker aber noch einen oben drauf. Bei einem weiteren Spiel beschlug Beckers Schutzhelm und sie rief deshalb: "I can't see."

Ringguth kommentierte: "Nicht 'I can't breathe', sondern 'I can't see'."

Eine Anspielung auf die letzten Worte des verstorbenen Afroamerikaners George Floyd, der vor zwei Wochen Opfer von Polizeigewalt wurde und dessen Tod #BlackLivesMatter-Proteste auf der ganzen Welt auslöste.

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Nach einem heftigen Shitstorm auf Twitter, entschuldigte sich der Sender ProSieben mit einem Post. Dort hieß es: "Dieser Satz, über den sich Twitter zu Recht aufregt, war leider sehr unnötig. Wir entschuldigen uns. Aufrichtig."

"Ich muss mich dafür entschuldigen."

Auch von Kommentator Ringguth selbst kam nach dem Vorfall noch eine Entschuldigung für seine offenbar unüberlegte Aussage. Er erklärte, der Satz sei "im Eifer" der Show entstanden.

Trotzdem hätte es nicht passieren dürfen, gestand Ringguth selbst ein. Er fügte hinzu: "Das hat überhaupt nichts mit meiner Haltung zu tun und ich muss mich dafür entschuldigen."

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Natürlich kann es bei einer Live-Show zu leichtsinnigen Vorfällen kommen. Trotzdem zeigen diese Vorfälle bei "Schlag den Star", wie tief rassistischen Vorurteile in den Köpfen vieler Menschen verankert sind. Es liegt deshalb an jedem von uns, uns weiterzubilden und unser eigenes Verhalten zu reflektieren.