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Alle lieben "FaceApp": Wie gefährlich ist die neue Foto-App wirklich?

Video von esther.pistorius Veröffentlicht am 19. Juli 2019

Die ganze Welt macht sich gerade via 'FaceApp' 40 Jahre älter und alle feiern es. Aber ist die App wirklich nur ein lustiger Spaß?

von Anne Walkowiak

Aktuell ist das Internet voller alter Menschen. Da ist Drake, der nicht wie sonst mit seinem coolen HipHop-Lifestyle bei Instagram posiert, sondern mit grauen Haaren und locker 40 Jahren mehr auf dem Buckel. Außerdem sehen wir die Jonas Brothers, um die 70 Jahre alt, die mit faltigen Gesichtern, aber dem gleichen verträumten Blick wie immer in die Kamera schauen. Oder Grünen-Politiker Cem Özdemir, wie er als alter Mann einem VfB Stuttgart Spiel in ferner Zukunft zusieht.

Grund für all diese bekannten, aber alt gewordenen Gesichter ist nicht etwa ein plötzlich einsetzender demografischer Wandel, sondern die kostenlose App 'FaceApp'

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When you take a trip to the Year 3000.

Ein Beitrag geteilt von Jonas Brothers (@jonasbrothers) am Jul 16, 2019 um 2:38 PDT

Warum ist die App so beliebt?

Die App schummelt ganz einfach mit einem Klick ein paar dutzend Jahre dazu und schon kann jeder sehen, wie er als alter Mann oder alte Frau aussieht. Beliebt ist die App vermutlich aus zweierlei Gründen. Der erste, ganz einfache Grund: Einer hat damit angefangen, eine Challenge daraus gemacht und alle machen mit - wie kleine Lemminge.

Und der zweite Grund ist, dass die App einen tiefsitzenden Wunsch in uns Menschen zu befriedigen scheint: den Blick in die Zukunft. Denn wer will nicht gerne wissen, wie er mit 60, 70 oder 80 Jahren aussieht? Zynisch könnte man auch sagen: "Wer weiß, ob wir alle noch so alt werden, angesichts des Klimawandels." Kein Wunder also, dass alle mal schauen wollen.

Wie gefährlich ist 'FaceApp' wirklich?

Doch die App ist nicht nur beliebt, sondern auch wegen ihrer Datensicherheit heiß diskutiert. Man munkelt, dass das in Russland entwickelte Bildbearbeitungsprogramm den Zweck hat, so viele Daten wie nur möglich von seinen Anwendern zu sammeln.

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Ein Beitrag geteilt von JARED LETO (@jaredleto) am Jul 17, 2019 um 7:32 PDT

'FaceApp' ist mit Vorsicht zu genießen

Der Gründer der App, Jaroslaw Gontscharow, dementiert das selbstverständlich gegenüber dem Magazin 'Forbes'. Die Bilder würden lediglich 48 Stunden auf den Servern verweilen und danach gelöscht werden. Zudem könnte jeder Nutzer selbst das automatische Löschen in seinen Einstellungen wählen. Benutzerdaten würden nach Aussage von Gontscharow auch nicht weiter gegeben werden.

Vor allem die letzte Aussage sollte jeder eher kritisch betrachten. Denn die Macher einer kostenlosen App müssen auch irgendwie ihre Brötchen verdienen. Und warum sollten sie sich für die App über ihre Nutzerbedingungen Rechte geben lassen, wenn sie von denen keinen Gebrauch machen?

Wer seine Daten und Bilder also lieber schützen will, sollte sich - wie bei allen Bildern im Internet - überlegen, ob er diese machen und veröffentlichen will.

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