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Neue Corona-Studie: Covid-19 könnte Spermien schädigen

von Maike Schwinum Erstellt am 3. Februar 2021
Neue Corona-Studie: Covid-19 könnte Spermien schädigen© Getty Images

Offenbar hat das Coronavirus auch Auswirkungen auf Spermien: Eine neue Studie der Uni Gießen deutet auf ein "reduziertes Fruchtbarkeitspotenzial" hin.

Video von Esther Pistorius

Eine Infektion mit dem Coronavirus wirkt sich auf viele Teile unseres Körpers aus. Es ist bekannt, dass das Virus nicht nur unsere Atemwege, sondern auch verschiedene Organe wie das Herz oder die Nieren angreifen kann.

Doch nun gibt es eine neue Erkenntnis zu den weitreichenden Auswirkungen einer Infektion: Offenbar kann sich Covid-19 auch negativ auf Spermien auswirken.

Zu diesem Ergebnis kam eine neue Studie zweier Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Die Studie von Behzad Hajizadeh Maleki und Bakhtyar Tartibian wurde im Fachmagazin "Reproduction" veröffentlicht.

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Schlechtere Spermienqualität nach Covid-19

Für die Studie untersuchten Maleki und Tartibian zwei Monate lang die Spermien von 84 Männern unter 40 Jahren, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Diese Daten verglichen sie anschließend mit denen von 105 gesunden Männern.

Das Ergebnis: Die Spermien der erkrankten Männer wiesen zum einen ein chemisches Ungleichgewicht auf - die Marker für Entzündungen und oxidativen Stress waren deutlich erhöht.

Zudem waren deutlich weniger Spermien vorhanden als bei den nicht an Covid-19 erkrankten Männern. Und die vorhandenen Spermien zeigten sich weniger mobil und häufig in veränderter Form.

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Die Forscher der Uni Gießen sehen die Studienergebnisse als Anzeichen für ein "reduziertes Fruchtbarkeitspotenzial." Die Werte der untersuchten Männer zeigten auch nach längerer Zeit keine Besserung.

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Experten sagen: Es sind weitere Studien notwendig

Unabhängige Experten warnen jedoch davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. Alison Campbell von den britischen CARE-Fruchtbarkeitskliniken meint: "Männer sollten nicht übermäßig alarmiert sein."

Es seien noch weitere Studien nötig, um herauszufinden, ob die Zeugungsfähigkeit der Betroffenen tatsächlich gefährdet ist und ob Covid-19 die Spermien dauerhaft schädigt.

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Schließlich, so Allan Pacey von der Universität Sheffield, könne auch Fieber die Spermienproduktion zeitweise beeinflussen. Die Ergebnisse der Studie aus Gießen könnten also auch damit zusammenhängen.