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Schlaganfall-Studie: 10 Jahre vor Ausbruch gibt es erste Anzeichen

von Linda Hohlstein Erstellt am 9. Juli 2021

Forscher haben herausgefunden, dass bereits 10 Jahre vor einem Schlaganfall Anzeichen auftreten, die auf diesen hinweisen. In Zukunft sollen mögliche Risikopatienten für einen Schlaganfall früher erkannt werden.

Allein im Jahr 2019 war laut dem Statistischen Bundesamt einer der häufigsten Todesursachen in Deutschland eine Herz-/Kreislauferkrankung, worunter auch Schlaganfälle zählen. Bei einem Schlaganfall werden Teile des Gehirns durch ein verstopftes Gefäß oder eine Hirnblutung von der Sauerstoffversorgung abgeschieden und sterben ab.

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Nach Schätzungen erleiden in Deutschland jährlich ca. 243.000 bis 260.000 Menschen einen Schlaganfall. Das sind ernüchternde Zahlen, jedoch gibt es nun Hoffnung: Eine niederländische Studie der Erasmus MC University aus Rotterdam hat nun herausgefunden, dass Schlaganfallpatient*innen bereits zehn Jahre vor der Erkrankung erste Anzeichen zeigen.

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Über 30 Jahre wurden 14.712 Menschen begleitet

Von 1990 bis 2016 untersuchte das Forscherteam der Erasmus MC University aus Rotterdam insgesamt 14.712 Menschen. Über 30 Jahre hinweg wurden diese für die niederländische Studie begleitet, wobei eine Reihe von mentalen und physischen Tests absolviert wurden, berichtete die Daily Mail.

Das Gedächtnis, die Sprachflüssigkeit und die Reaktionszeit der Studienteilnehmer*innen wurde zu Beginn und ein paar Jahre später nochmals getestet. Außerdem wurden Interviews gefhrt. Die Teilnehmer*innen sollten ihre Fähigkeiten zum Waschen, Kochen, Putzen und der Finanzverwaltung selbst einschätzen.

Geistiger Verfall und verminderte Fähigkeiten in den Jahren davor

Ergebnis der Studie ist, dass bereits zehn Jahre vor dem Schlaganfall erste Anzeichen auftreten. Im Zeitraum der Studie erlitten 1.662 Teilnehmer*innen einen Schlaganfall. Im Durchschnitt waren die Betroffenen 80 Jahre alt und erlebten schon zehn Jahre zuvor einen geistigen Verfall.

Zwei bis drei Jahre vor dem Schlaganfall wurden verminderte Fähigkeiten, alltägliche Aufgaben zu bewältigen, festgestellt.

Menschen die besonders gefährdet sind

Laut der Studie, die im Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry veröffentlicht wurde, sind Frauen, Personen mit geringem Bildungsniveau und Menschen, die das ApoE4-Gen, das den Ausbruch von Alzheimer erhöht, am stärksten gefährdet.

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„Der beschleunigte Rückgang der Kognition und der täglichen Leistungsfähigkeit vor einem Schlaganfall deutet darauf hin, dass Personen mit einem zukünftigen Schlaganfall Jahre vor dem akuten Ereignis an einer Anhäufung von Schäden innerhalb des Gehirns leiden" so Dr. Alis Heshmatollah von der Erasmus MC University.

Mit dieser Erkenntnis kann das Risiko von Menschen für Schlaganfälle früher erkannt werden und dem mit einem gesunden Lebensstil und Medikamenten entgegengewirkt werden.