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Konkurrenz für TikTok: Das ist Triller

von Philine Szalla Erstellt am 12. August 2020
Konkurrenz für TikTok: Das ist Triller© Getty Images

Die Musik-App TikTok muss immer mehr Rückschläge einstecken. Nach mehreren Negativ-Schlagzeilen drohen jetzt die größten TikTok-Stars mit dem Wechsel zur Konkurrenz Triller.

Video von Esther Pistorius

Für die chinesische App TikTok kommt es jetzt ganz dick: Seit Montag ist sie bereits in Indien verboten. Australien und Japan denken ebenfalls darüber nach und US-Präsident Donald Trump hat ebenfalls angekündigt, die App sperren lassen zu wollen. Grund hierfür sind Datenschutzbedenken.

Die amerikanischen Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass TikTok Daten der Amerikaner für die chinesische Regierung sammelt. ByteDance, Eigentümer der App mit Sitz in Peking, streitet diese Vorwürfe vehement ab.

"Der Schutz der Privatsphäre der Daten unserer Nutzer ist für TikTok von größter Bedeutung. Wir haben sie nicht an die chinesische Regierung weitergegeben und würden dies auch nicht tun”, so ein Tiktok-Vertreter in einem Interview mit der Washington Post.

Trotzdem rufen jetzt mehrere TikTok-Größen wie John Richards, Griffin Johnson oder Noah Beck ihre Millionen Follower dazu auf, mit ihnen die Plattform zu wechseln. Jetzt wollen sie die Konkurrenz-App Triller benutzen.

@joshrichards

We were lowks in sync on that second part @noahbeck

♬ Deuces - jordanaudiozz

Amerikanischer TikTok-Rivale Triller gewinnt an Nutzern

Zwar gibt es die US-amerikanische App bereits seit 2015, doch jetzt, wo TikTok an Beliebtheit verliert, gewinnt Gegner Triller an Aufmerksamkeit. Bereits in 50 Ländern, zum Beispiel in den USA und Großbritannien, ist die Musikapp auf Platz eins im App-Store.

Und die strategischen Partner der App lassen sich sehen: Unter anderem Rapper Snoop Dog und Popstar The Weeknd unterstützen Triller bereits.

Dabei ist die Plattform nicht großartig anders aufgebaut als TikTok: User posten hier ebenfalls kurze Clips zu Tanzchoreografien oder synchronisierte Lippenbewegungen.

Zum Schneiden dieser Videos verwendet Triller intelligente Audio- und Gesichtsanalysen, die automatisch entscheiden, wann ein Schnitt im Video gesetzt wird, um Synchronität zu erreichen. Und wegen dieser Technologie herrscht zwischen Triller und TikTok Streit.

Triller reicht Klage gegen TikTok ein

Den Triller-Gründern David Leiberman und Samuel Rubin wird bereits seit 2017 das Patent ihrer Erfindung "Systeme und Methoden zur Erstellung mit einer Tonspur synchronisierter Musikvideos" zugesprochen. Das ist die Vorgehensweise bei der Erstellung der Videos, die mit einer Tonspur synchronisiert sind. Das kann man mit nur einem Video machen, man kann aber auch mehrere Videos auf eine Tonspur anwenden.

Und darin sehen die Triller-Erfinder eine Verletzung ihres Patentes: TikTok ermöglicht es den Usern ebenfalls, eine Tonspur für mehrere Videos zu benutzen.

Allerdings soll TikTok für diese Technologie seit 2017 ebenfalls über ein eigenes Patent verfügen. Gegenüber dem Technologie-Magazin TechCrunch äußert Triller bereits, für einen Rechtsstreit gut gewappnet zu sein, da sie viele große Institutionen unterstützen würden.

Auch Instagram mischt jetzt bei den Erstellungen von Kurzvideos mit: Mit der neuen Einführung der Reels-Funktion, kann man auch auf Instagram ähnliche Videos erstellen.

Lesetipp: Großes Comeback: Lisa und Lena kehren zu TikTok zurück

Momentan kann noch keine App diesbezüglich TikTok das Wasser reichen: Mit 189 Millionen Installationen in den USA hat die bekannte App laut TechCrunch noch meilenweiten Vorsprung zu Triller mit 23 Millionen (Stand Ende Juli 2020). Trotzdem wird der Druck auf TikTok immer größer. Fallen ihre bekanntesten User weg, könnten dem Unternehmen viele Millionen Nutzer den Rücken kehren.

+++ Update: TikTok in den USA weiterhin verfügbar +++

TikTok-Fans können vorerst aufatmen. Obwohl US-Präsident Donald Trump die App verbieten wollte, beschloss ein US-Gericht nun, dass App-Stores TikTok weiterhin zum Download anbieten dürfen.

In einem Statement erklärt ein TikTok-Sprecher:

"Wir freuen uns, dass das Gericht unseren Ausführungen zugestimmt hat. Dank dieser Verfügung wird TikTok weiterhin in den App-Stores für US-Nutzer*innen erhältlich bleiben.Wir werden für unsere Rechte im Interesse unserer Community und unserer Mitarbeiter*innen weiterhin einstehen. Gleichzeitig setzen wir unseren Dialog mit der US-Regierung fort, um unser Angebot, dem der Präsident am vergangenen Wochenende seine vorläufige Zustimmung gegeben hat, zur Vollendung zu bringen."