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LGBT*-feindlicher Beschluss: Ungarn verbietet gleichgeschlechtliche Eltern

von Sophia Karlsson Erstellt am 18. Dezember 2020
LGBT*-feindlicher Beschluss: Ungarn verbietet gleichgeschlechtliche Eltern© Unsplash.com/ Mercedes Mehling

Ungarn hält weiter am konservativen Familienbild fest: Eine neue Verfassungsänderung besagt nun, dass nur noch Paare, bestehend aus Mann und Frau, Kinder haben dürfen.

In Ungarn werden die LGBTQ*-Rechte durch die Regierungspartei Fidesz weiter eingeschränkt. Am 15. Dezember stimmten die Abgeordneten des Parlaments der Verfassungsänderung zu, die es homosexuellen Paaren verbietet, Kinder zu adoptieren.

Das berichtete unter anderem die Tagesschau und ARD Wien. "Der Vater ist ein Mann, die Mutter ist eine Frau" heißt es in dem Verfassungszusatz.

Alles Infos zum Beschluss in Ungarn findest du auch hier zusammengefasst in unserem Video:

Video von Esther Pistorius
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Einschränkung der LGBTQ*-Rechte

Schon lange ist zu beobachten, wie die Regierung Ungarns unter Ministerpräsident Viktor Orban an einem konservativen Familienbild festhält und sich gegen sexuelle Minderheiten richtet. Seit Mai ist es bereits verboten, eine Änderung des biologischen Geschlechts bei den ungarischen Behörden eintragen zu lassen.

Mit der neuen Verfassungsänderung geht die Regierung jetzt noch einen Schritt weiter: Das Geschlecht eines Menschen ist bei der Geburt bestimmt und unveränderbar, heißt es. Nur eine "als Frau geborene Frau" können demnach Mutter sein und nur ein "als Mann geborener Mann" könne Vater sein.

Für homosexuelle Paare bedeutet dies in Zukunft, dass sie keine Familie gründen oder ein Kind adoptieren können. Auch für Alleinerziehende soll es schwieriger werden, ein Kind zu adoptieren. Laut ARD Wien benötigen sie künftig eine explizite Zustimmung des Familienministers.

Auswirkung auf Kindererziehung

Die Diskriminierung von sexuellen Minderheiten in Ungarn kann sich künftig auch auf die Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen auswirken. Wie n-tv berichtet, könnten konfessionsneutrale Lehrinhalte sowie Inhalte, in denen sexuelle Minderheiten positiv dargestellt werden, verboten werden.

Erst im November wurde von Abgeordneten der ungarischen, rechtsradikalen Partei "Mi Hazánk" vor laufenden Fernsehkameras ein Kinderbuch geschreddert. Das berichtete die Welt. In dem Buch "Märchenland gehört allen" geht es darum, Verständnis für Menschen aus Minderheiten aufzubringen.