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Wegen Corona: Sind künftige Generationen bald alle Nichtschwimmer?

von Yvonne Willms Erstellt am 06.05.22 um 11:50

Schon vor der Pandemie konnten viele Kinder nicht richtig schwimmen. Inwieweit hat Corona diese Situation noch weiter verschärft?

Aufgrund von Corona hat in vielen Bundesländern das Schulschwimmen nicht stattgefunden. Auch die öffentlichen Schwimmbäder waren durch den Teil-Lockdown lange geschlossen. Und auch das kommt hinzu: Denn trotz Öffnung wurden wegen Corona-Schutzmaßnahmen in vielen Bädern keine Schwimmkurse angeboten.

Sorgt Corona jetzt dafür, dass eine ganze Generation nicht Schwimmen lernt? Denn schon vor Ausbruch der Pandemie soll die Zahl von Kindern, die ohne Aufsicht eines Erwachsenen sicher schwimmen konnten, erschreckend niedrig gewesen sein.

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Für sicheres Schwimmen reicht Seepferdchen nicht aus

Laut einer Umfrage des DLRG aus dem Jahr 2017 können demnach mehr als die Hälfte der Kinder nicht richtig schwimmen. Achim Wiese, Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), sieht darin eine „dramatische Entwicklung“. Kein Wunder also, dass Corona diese Situation noch verschärft.

Doch wann gilt man eigentlich als sicherer Schwimmer oder sichere Schwimmerin? Damit Kinder ohne elterliche Aufsicht ins Schwimmbecken können, bedarf es mindestens dem Bronzeabzeichnen. Um das Bronzeabzeichnen zu erlangen, besteht die praktische Prüfung zum Teil aus 15 Minuten Schwimmen ohne Pause sowie zwei Meter Tieftauchen.

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Und genau das fehlt den meisten Kindern, wenn sie die Grundschule verlassen und ein Alter erreichen, in dem Planschen ohne Aufsicht der Eltern immer häufiger vorkommt. Denn allein das Frühschwimmerabzeichen ist laut DLRG noch kein Nachweis für sicheres Schwimmen. Daher handele es sich beim sogenannten Seepferdchen lediglich um eine „Wassergewöhnung“ der Kinder, so DLRG.

Trainingseinheiten müssen nachgeholt werden

Dass eine unzureichende Schwimmausbildung bei Kindern, sowie auch Erwachsenen sehr gefährlich sein kann, zeigen die jährlichen Nachrichten von Badeunfällen. Doch was muss passieren, damit Kinder künftig stolz ihr Schwimmabzeichen in den Händen halten können?

Vorschläge zur Optimierung kommen beispielsweise vom Deutschen Schwimmverband (DSCV). Hier sollen insbesondere Schwimmbäder Vereinen mehr Zeit für Schwimmkurse gewähren, um die ausgefallenen Trainingseinheiten der Kinder nachholen zu können.

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Denn allein die Schulen können das Problem nicht lösen. Der oftmals eingeschränkte Zugang zu Schwimmbädern und fachfremde Lehrkräfte seien schon vor der Pandemie eine Herausforderung gewesen. Daher müsse sich die Politik diesem Problem annehmen und auch die Kommunen sind gefragt, wenn es um Lösungsansätze geht.

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Denn private Schwimmkurse mit langen Wartezeiten dürften es Eltern nicht erschweren, ihren Kindern sicheres Schwimmen zu ermöglichen. Wie Eltern nun gegensteuern können, empfiehlt auch br.de. Insbesondere müssen Kinder lernen, sich alleine über Wasser halten zu können und auch der richtige Beinschlag ist gefragt. Hierbei seinen Tutorials des DLRG und der Wasserwacht hilfreich.