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Abstillen: Tipps, wie es für Mutter & Kind leichter wird

Anne Walkowiak
von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 8. Mai 2018
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Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abstillen, wie stille ich sanft ab, wie geht es schnell, gibt es Tees oder Medikamente, die das Abstillen unterstützen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

Wie bei allen Themen, die Mama und Kind, Schwangerschaft und Geburt betreffen, gibt es auch zum Thema Abstillen Ratgeber und Bücher und allerhand Meinungen, wie man es am besten und vor allem richtig macht. Als Mama kann einen das ziemlich verunsichern. Am besten sprichst du mit deiner Hebamme oder deinem Kinderarzt darüber, wenn du dir unsicher bist. Ihre Erfahrung kann dir bestimmt eine Hilfestellung sein.

Denn eines ist auch beim Thema Abstillen wichtig: So wie du es machst, und so wie du und dein Kind euch dabei wohlfühlt, so macht ihr es auch richtig. (Auch wenn Oma und Tante und die beste Freundin es GANZ anders gemacht haben).

Um dir einen ersten Überblick zum Thema Abstillen zu geben, beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Abstillen: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Vier Monate, sechs Monate oder sogar ein Jahr und darüber hinaus - es gibt keine Vorschrift, wie lange du dein Baby stillen solltest. Idealerweise bemerken du und dein Nachwuchs gleichzeitig, wann der richtige Zeitpunkt zum Abstillen gekommen ist.

Viele Mütter beginnen mit dem Abstillen, wenn sie die Beikost einführen. Wahlweise stillen sie so lange weiter, bis alle Mahlzeiten durch Brei ersetzt sind, oder sie stellen nach und nach auf Fläschchennahrung um.

Wichtig ist, dass du dir für das Abstillen Zeit nimmst. Schließlich ist es eine große Umstellung im Leben deines Babys. Durch das Stillen habt ihr eine enge Bindung miteinander aufgebaut. Fehlt die plötzlich, dann ist das sowohl für Kind als auch Mutter ein ziemlicher Einschnitt.

Auch wenn es nicht den einen richtigen Zeitpunkt für das Abstillen gibt, so solltest du trotzdem einiges beachten - wenn das möglich ist. Warte beispielsweise lieber noch ein paar Tage, wenn dein Kind gerade geimpft wurde. Diese Erfahrung hat seinen Körper schon genug durcheinander gebracht. Auch Krankheiten, das Zahnen oder große Hitze bedeuten für die Kleinen viel Stress und sind Gründe, mit dem Abstillen noch etwas zu warten.

Abstillen: Wie stille ich langsam ab?

Hast du keinerlei Zeitdruck beim Abstillen, dann solltest ganz langsam an das Thema herangehen. Das ist sowohl für dich als auch für dein Kind am angenehmsten. Das Kleine wird so nach und nach von der Muttermilch entwöhnt, und dein Körper gewöhnt sich daran, dass er zukünftig deutlich weniger Milch produzieren muss.

Am besten startest du damit, dass du alle zwei bis drei Tage eine Mahlzeit gegen ein Fläschchen oder Brei austauschst, gemäß dem Alter deines Kindes. Die Mahlzeit am späten Nachmittag eignet sich am besten, um mit dem Abstillen zu beginnen, weil dann meist am wenigsten getrunken wird. Auf diese Weise bildet sich die Milchmenge in deiner Brust langsam zurück. Schmerzt die Brust trotzdem, streiche sie etwas aus oder pumpe im Notfall eine kleine Menge Milch ab. Aber nicht zu viel, sonst produziert dein Körper wieder nach!

Klappt das gut, ersetzt du nach und nach weitere Mahlzeiten durch Flasche oder Brei.

Abstillen: Wie stille ich schnell ab?

Es gibt Situationen in denen muss das Abstillen schnell gehen. Beispielsweise, wenn die Mutter spezielle Medikamente nehmen muss. Abstillen von einem Tag auf den anderen ist die Konsequenz. Das ist weder für Mama noch für das Kind leicht, aber kein Ding der Unmöglichkeit!

Sprich in solchen Fällen am besten kurz mit deinem Arzt oder der Hebamme. Sie können wertvolle Tipps geben, wie diese Zeit des Umbruchs für alle am leichtesten wird.

Besonders unangenehm für die Mutter, wenn sie von einem Tag auf den anderen abstillen muss, ist die Milchbildung, die sich leider nicht von heute auf morgen stoppen lässt. Spezielle Tees zum Abstillen, wie Salbei- oder Pfefferminztee schaffen hier erste Abhilfe. Schon zwei, drei Tassen pro Tag hemmen die Milchproduktion.

Abstillen: Wie vermeide ich Milchstau oder eine Brustentzündung?

​Oft reicht das aber nicht aus. Schmerzen die Brüste aufgrund der vielen Milch sehr, dann solltest du sie vorsichtig ausstreichen. Am besten massierst du deine Brust vorher vorsichtig, oder nimmst eine warme Dusche, oder ein heißes Bad. Die Wärme weitet die Milchkanäle und die Muttermilch kann leichter abfließen.

Sollte das nicht richtig funktionieren, kannst du gegebenenfalls etwas Milch abpumpen. Achte aber darauf, dass du nicht zu viel Milch abpumpst, denn sonst produziert dein Körper diese wieder nach! Kühlende Umschläge, Quarkwickel, sowie ein eng um die Brust gebundenes Tuch schränken die Durchblutung der Brüste ein und behindern die weitere Milchbildung. Trotzdem bekommen viele Frauen, die schnell abstillen, eine Brustentzündung. Das ist unangenehm und sollte von einem Arzt behandelt werden.

Auch deinem Kind fällt die schnelle Umstellung schwer. Es kann helfen, wenn Papa das Fläschchen gibt und sich verstärkt kümmert, wenn es weint. Kuscheln, auch ein bisschen mehr als sonst, helfen ebenfalls dabei, die ein oder andere Träne zu trocknen.

Abstillen: Was hilft wenn das Baby keine Flasche will?

Es gibt Babys, denen fällt das Abstillen sehr schwer. Sie verweigern die Flasche, mögen den Geschmack nicht oder ihnen fehlt die Nähe zur Mutter. Um dein Kind trotzdem an die Flasche zu gewöhnen, gibt es ein paar Tricks.

Beginne beispielsweise damit, deine Stillposition zu ändern. Liegst du normalerweise beim Stillen, dann setze dich jetzt einfach hin. Das ist für das Baby eine Veränderung und unter Umständen unbequemer. Ebenfalls hilfreich: Pumpe Milch ab und fülle sie ins Fläschchen. Auf die Weise wird das Kind ans Fläschchen gewöhnt und muss nicht gleichzeitig noch den neuen Geschmack der Säuglingsnahrung verarbeiten.​ ​Oft kann es helfen, wenn Papa das Fläschchen gibt und nicht Mama.​​

​Es kann auch sein, dass dein Kind die Flasche verweigert, weil ihm deine Nähe fehlt. Gib ihm also, was es braucht und kuschel einfach vor oder nach dem Essen ausgiebig mit ihm.

Abstillen: Welche Milch ist die beste?

Es gibt in Sachen Babynahrung nicht die eine Milch, die garantiert von jedem Baby getrunken wird. Das musst du nun selbst herausfinden. Du kannst dich natürlich informieren, welche Milch in Tests, beispielsweise durchgeführt von der Stiftung Warentest, am besten abschneidet. Allerdings ist der Testsieger kein Garant dafür, dass die Milch auch deinem Baby schmeckt.

Bevor du also die XXL-Packung im Drogeriemarkt kaufst, solltest du verschiedene Sorten Pre- und Folgemilch ausprobieren. Hör dich im Freundes- und Bekanntenkreis um, welche Milch bei ihnen gut funktioniert hat.

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