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Babyphon: Funktionen, Funkwellen und Fehlalarme

von Redaktion Veröffentlicht am 21. September 2010
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Ein Babyphon kann es Eltern erleichtern, sich entspannt in einem Zimmer zu unterhalten, während das Baby im anderen schläft. Dem Baby bringt es einen ruhigeren Schlaf, weil die Zimmertür geschlossen gehalten werden kann und es nicht dadurch gestört wird, dass die Eltern noch länger auf sind und sich in der Wohnung bewegen, vielleicht Musik hören oder Fernsehen.

Das Babyphon dient dazu, gleich "Alarm" zu schlagen, wenn das Baby aufwacht oder weint, beziehungsweise alle Geräusche aus dem Kinderzimmer sofort zu den Eltern zu übertragen. Doch dafür muss auf das Babyphon Verlass sein. Gofeminin.de verrät, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

So unterscheiden sich Babyphone
Beim Babyphon gibt zwei Arten der Signalübertragung zwischen der Senderstation und dem Empfänger: die analoge Funktechnik und die digitale DECT-Technologie.

Analoge Babyphone senden die Töne über Funk. Da dieser nicht verschlüsselt ist, können Störungen mit anderen Geräten entstehen. So besteht die Gefahr, dass Sie statt ihres eigenen Kindes die Geräusche eines Babys aus der Nachbarschaft hören. Vor allem in großen Wohngebieten kommt es häufiger zu Störungen, die sich nicht nur auf die Babyphone beschränken. Auch Garagentoröffner oder funkferngesteuerte Autos können es den Babyphon-Besitzern schwer machen, bestätigt der TÜV Rheinland. Achten Sie daher beim Kauf darauf, dass das Gerät möglichst viele Kanäle hat, so können Sie im Fall von Störungen ausweichen.

Die Sprachqualität analoger Babyphone kann schlecht sein, prüfen Sie daher Ihr Gerät auf die Qualität der Töne. Der große Vorteil analoger Babyphone ist die geringe Strahlungsbelastung, die gerade bei Kleinkindern wichtig ist und sich hier positiv von den digitalen Babyphonen abhebt.

Digitale Babyphone senden die Daten auf Basis der DECT-Technologie, dieselbe wird von digitalen schnurlosen Telefonen benutzt. Diese Babyphone sind weitgehend störungsfrei und haben eine sehr gute Sprachqualität, sind allerdings wegen ihrer Strahlungsbelastung umstritten.

DECT-Babyphone arbeiten mit gepulsten hochfrequenten Mikrowellen. Studien ergaben, dass diese Strahlung unter anderem die Hirnströme verändern und das Krebsrisiko erhöhen kann. Die meisten DECT-Babyphone funken zudem ununterbrochen, also auch, wenn das Baby keinen Laut von sich gibt.

Ökotest hat im Januar 2010 die elektromagnetischen Strahlungsfelder und die Praxistauglichkeit von 19 Babyfonen bekannter Hersteller untersucht.
Alle vier Geräte, die mit sehr gut bewertet wurden, arbeiten mit analoger Funktechnik: Der Angelcare AC401 Geräusch-&Bewegungsmelder (160 Euro), das Angelcare Babyphon AC420D (90 Euro), die Hartig+Helling Babyüberwachungsanlage MBF 3333 (100 Euro) und das Vivanco Babyfon BM 440 Eco Plus (75 Euro). Die letzten beiden sind auch mit dem Umweltsiegel Blauer Engel zertifiziert - als strahlungs- und schadstoffarme Geräte.

Mehr als drei Viertel der Produkte erzeugen hingegen noch in einem Meter Abstand stärkere elektromagnetische Wechselfelder als die schwedische TCO-Norm für Computerarbeitsplätze in 30 cm Abstand erlaubt. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt, solche Strahlenbelastung generell zu minimieren, um möglichen gesundheitlichen Risiken vorzubeugen.

Diese Funktionen hat ein Babyphon
In den Zusatzfunktionen variieren die angebotenen Babyphone stark:
Eine einstellbare Mikrophonempfindlichkeit und eine Kontrollleuchte zur Batteriekapazität weisen fast alle Geräte auf. Auch eine optische Geräuschpegelanzeige ist sinnvoll, sodass der Alarm nicht nur hör- sondern auch sichtbar wird. Manche Geräte verfügen über eine Gegensprechfunktion, so können Babys durch die sanfte Stimme der Mutter schnell beruhigt werden.

Auch eine Reichweitenkontrolle scheint sinnvoll, denn sie meldet, wenn sich der Empfänger zu weit vom Sender entfernt. Allerdings geht diese einher mit einem permanent gesendeten Abfragesignal, das selbst bei analogen Babyphonen zu einer Strahlenbelastung führt.

Unterstützung statt Überwachung
Manche Geräte warten mit weiteren Zusatzfunktionen wie Temperatur- und Luchtfeuchtigkeitssensor, Nachtlicht oder Bewegungsmelder auf, sogar Geräte mit Kamera und Monitor sind erhältlich. Hier bleibt den Eltern überlassen, inwieweit sie ihr Kind kontrollieren möchten. Gerade die Atmungs- oder Bewegungsmelder können häufig Fehlalarme hervorrufen und führen dazu, dass die Eltern sich durch das Babyphon noch gestresster fühlen als ohne. So wichtig die Sicherheit des eigenen Kindes auch ist, niemand kann ständig überwachen, ob das Kind auch noch atmet. Sinnvoll sind solche Geräte in erster Linie bei Frühchen oder Kindern, die aufgrund von Vorerkrankungen besonders überwacht werden sollten.

Prinzipiell gilt es, beim Kauf eines Babyphons zu überlegen, welche Funktion wirklich Sinn macht. Benötigen Sie eine perfekte Soundqualität oder genügt es ihnen zu hören, ob sich das Baby meldet?

Entscheidet man sich für ein analoges Babyphon mit geringerer Leistung und Reichweite, schont man das Kind vor schädlichen Strahlen, muss dafür aber vielleicht ein Mal öfter persönlich nachsehen oder in der Nähe bleiben. In jedem Fall sollte das Babyphon als Unterstützung gesehen werden und nicht als absolutes Kontrollgerät. Und wenn Sie im Zimmer nebenan schlafen, probieren Sie es doch einfach mal ganz ohne Babyphon. Wenn Ihr Kind wirklich schreit oder ruft, werden Sie es auch so hören.

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von Redaktion

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