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Babyschwimmen

Linda Chevreuil
von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 9. Mai 2008
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Plitsch, Patsch, Wasserspaß, viel Babylachen und ein schöner Moment geteilter Freude. So lässt sich eine Stunde Babyschwimmen mit ein paar Worten beschreiben.

Ihr kleiner Liebling verfügt über eine ausgezeichnete Motorik im Wasser und wendet schnell wieder seine angeborenen Schwimmreflexe an, d.h. Ihr Kind bewegt im Schwimmbecken spontan die Arme und Beine. Nutzen Sie diese idealen Bedingungen aus, um Ihr
Baby in einem spielerischen und altersgemäßen Kontext mit der Lust am Baden vertraut zu machen!



Die Grundprinzipien beim Babyschwimmen

Kursziel: Wasserspaß
Damit es kein Missverständnis gibt: Beim Babyschwimmen geht es nicht darum, Ihrem kleinen Schatz Schwimmen beizubringen. Es soll im lediglich die Freude am Wasser und am Plantschen vermittelt werden. Erst im Alter von 5 Jahren, wenn ein Kind die Schwimmbewegungen richtig koordinieren kann und fähig ist, seinen Körper an der Wasseroberfläche im Gleichgewicht zu halten, kann mit dem Schwimmunterricht begonnen werden. Danach geht es mit dem Frühschwimmer-abzeichen „Seepferdchen“ weiter und vielleicht wird Ihr Kind bald zu einem richtigen kleinen Schwimmprofi - oder zumindest zu einer unersättlichen Wasserratte!

Eine optimale sensorische und psychomotorische Entwicklung
Babyschwimmen ist ein sehr gutes Training, um die Bewegungsmotorik, das Selbstbewusstsein und die Autonomie Ihres Kindes zu fördern. Sie erleben mit Ihrem Kind eine bereichernde Erfahrung und haben die Möglichkeit, gemeinsam einen innigen und einzigartigen Augenblick (geschützt vor äußeren Reizen) zu verbringen. Ihr Liebling lernt, sich im (und unter) Wasser wohl zu fühlen. Ihr Kind gewinnt an Vertrauen, weil es das Wassergefühl entdeckt und Sie ihm dabei gleichzeitig Ihre volle Unterstützung bieten. Das Schwimmbaby erfährt beim Training ein sensorisches Erwachen. Babyschwimmen ist also eine Quelle der Freude und der persönlichen Freiheit, die auch für behinderte Kinder geeignet ist.

Die Bedenken mancher Kinderärzte
Es gibt allerdings auch Kinderärzte, die dem Babysport im Wasser kritisch gegenüber stehen und die Eltern vor eventuellen Risiken warnen: Im Schwimmbad wird die Übertragung von Infektionskrankheiten im Bereich Nase, Hals, Ohren oder Haut begünstigt. Sie müssen selbst zwischen den Vor- und eventuellen Nachteilen des Babyschwimmens abwägen.

Generell gilt: Sie sollten nicht mit Ihrem Baby ins Schwimmbad gehen, wenn es die Symptome einer Infektionskrankheit (Erkältung, Mittelohrentzündung, Fieber etc) aufweist oder unter Verdauungsbeschwerden (Durchfall) leidet.

So verläuft eine typische Schwimmstunde
Die Kursleitung
Babyschwimmen findet meistens in der Gruppe statt. Natürlich ist während der ganzen Schwimmstunde immer ein ausgebildeter Schwimmlehrer anwesend, um Sie einzuweisen und um Ihre Fragen zu beantworten. Ihr Baby vergnügt sich ganz nach seinem persönlichen Rhythmus und macht dabei unendlich viele neue Erfahrungen: Luftmatratzen, Rutschen, Wasserteppiche, Schwimmbretter, Schwimmnudeln, Badeinseln... Den Kindern werden also zahlreiche Spiele und Schwimmhilfen zur Verfügung gestellt, um neue Sinneswahrnehmungen zu entdecken und möglichst viel Spaß zu haben. Die Übungen werden an die psychomotorische Entwicklung, das Alter und die Erfahrung des Kindes angepasst. Alles geschieht schrittweise, vorsichtig und unter bestmöglichen Bedingungen: Die Wassertemperatur sollte zwischen 32° und 37° Celsius liegen, das Schwimmbaby wird bei allen Übungen von Ihnen unterstützt und die Badestunde wird von einem geschulten Trainer geleitet. Dabei lernen Sie gleichzeitig, Ihr Kind richtig zu beaufsichtigen und dabei auf optimale Sicherheitsfaktoren zu achten.

Die Kurse
Für Babys bis 18 Monate dauert eine Babyschwimmstunde höchstens eine halbe Stunde; für Kleinkinder von 18 Monaten bis 5 Jahren zwischen 30 und 60 Minuten. Schwimm- und Erlebnisbäder bieten diese Kurse häufig samstags oder sonntags am frühen Vormittag an, damit das Wasser für die Babys sauber ist. In den Becken werden regelmäßig Hygiene- und Sicherheitskontrollen durchgeführt. Ein kleiner Tipp: Entspannen Sie sich, damit Ihr Baby eine positive Beziehung zum Wasser entwickelt und sich wohl fühlt, sonst könnten Sie Ihre eigenen Ängste auf Ihr Kind übertragen.

Die Gewöhnung an das Wasser
Der Wasserkontakt richtet sich nach der psychomotorischen Entwicklung des Kindes im Wasser und verläuft meistens in drei Etappen:

1. Die Berührung mit dem Wasser: Ihr Baby liegt in Ihren Armen und folgt den seitlichen und vertikalen Bewegungen. Dabei wird es bis zum Mund ins Wasser getaucht.

2. Sobald das Baby auf die ersten Übungen beruhigt reagiert kann es ins Wasser gelegt und schrittweise mehrmals hintereinander vorsichtig unter die Wasserober-fläche getaucht werden. Dabei wird Ihr Kind nicht losgelassen. Das Baby hält unter Wasser automatisch die Atmung an und holt erst über Wasser wieder Luft.

3. Sobald sich Ihr Kind wohl fühlt können Sie sich jedes Mal ein kleines bisschen zurückziehen und Ihrer kleinen Wasserratte dabei helfen, immer weiter zu tauchen und den Beckenrand zu erreichen.

Praktische Tipps
Medizinische Hinweise
- Manche Kursveranstalter verlangen ein ärztliches Attest, aus dem hervorgeht, dass es bei Ihrem Baby keine Gegenanzeigen für eine Schwimmstunde gibt. Ihr Kind sollte natürlich keine Chlorallergie haben.

- Das Baby muss - je nach Veranstalter - für das Babyschwimmen nicht unbedingt geimpft sein. Manche Experten empfehlen allerdings, die 2. Kombinationsimpfung gegen Diphterie, Tetanus, Polio und Hepatitis abzuwarten bevor mit dem Babyschwimmen begonnen wird. Dann ist das Kind 4 Monate alt. Nach einer Impfung sollten Sie mindestens 3-4 Tage warten bis Sie mit Ihrem Schützling wieder zum Babyschwimmen gehen. Wenden Sie sich für weitere Auskünfte an Ihren Kinderarzt.

- Auch Babys mit asthmatischen Beschwerden können am Babyschwimmen teilnehmen, allerdings ist in diesem Fall zusätzliche Vorsicht geboten. Fragen
Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt.

Was man ins Schwimmbad mitnehmen muss
- Schwimmwindeln (Aquawindeln) sind obligatorisch, wobei Sie unbedingt auf eine gute Passform an Taille und Beinen achten sollten. Manche Kursveranstalter bieten Einmal-Schwimmwindeln oder abgedichtete Baby-Badekleidung zum Verkauf an.
- Ein Bademantel und/oder Handtuch für Sie und Ihr Baby
- Je nach Schwimmbad auch eine Badekappe.

Vorsichtsmaßnahmen
- Das Baby muss vor dem Schwimmen gebadet oder geduscht werden.
- Ihr Kind sollte mindestens eine Stunde vor dem Kurs etwas gegessen haben, um eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) zu vermeiden. Am besten eignet sich eine kombinierte Mahlzeit aus langsamen und schnellen Zuckern.
- Denken Sie daran, Ihrem Kind nach dem Schwimmen ein Getränk oder etwas zu Essen zu geben (am besten warm!), damit es nach der Anstrengung wieder zu Kräften kommt.
- Ganz wichtig: Verlieren Sie Ihr Kind nie aus den Augen!

Wo wird das Babyschwimmen angeboten?
Auf der Seite babyschwimmen.de können Sie eine Schwimmschule in Ihrer Nähe suchen, die Kurse für Babies anbietet. Unter dem Stichwort „Babyschwimmen“ findet man im Internet in fast allen Großstädten Kurse für Kleinkinder im Alter von
3-18 Monaten, so zum Beispiel in Stuttgart.
Ein kleiner Hinweis: Die meisten Schwimmschulen sind Mitglied im Bundesverband für Aquapädagogik (Nessie organisiert neben Kursen auch einen Geburtstag im Wasser. Das ist auf Anfrage sicherlich auch bei anderen Schwimmschulen möglich.

von Linda Chevreuil

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