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Der richtige Kinderarzt

von Redaktion Veröffentlicht am 21. April 2010
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Wenn es um die Gesundheit unserer Kinder geht, ist nur das Beste gut genug - das gilt auch für den Kinderarzt. Doch, was das Beste für ein anderes Kind ist, kann für Ihres genau das Falsche sein, denn der Umgang mit den Erkrankungen der Kinder muss der jeweiligen Persönlichkeit entsprechen.

Möchten Sie auf Nummer sicher gehen und bei ernsthaften Erkrankungen Ihres Kindes möglichst schnell zu Antibiotika greifen? Oder vertrauen Sie auf die Selbstheilungskräfte des Körpers und möchten es zunächst mit sanften Methoden versuchen? Entscheiden Sie sich für alle Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission empfohlen werden oder möchten Sie, dass Ihr Kind beispielsweise die Windpocken alleine durchsteht, da die Impferfolge hier umstritten sind? So unterschiedlich die Meinungen hier sind, so unterschiedlich sind auch die Kinderärzte.

Es ist wichtig, dass Sie nicht den erstbesten Kinderarzt in Ihrer Nähe wählen, damit Sie langfristig zufrieden sind, sich gut aufgehoben fühlen und auch darauf vertrauen können, dass der Kinderarzt richtig handelt.

Kinderarzt–Checkliste
Welcher Kinderarzt der richtige für Sie und Ihr Kind ist, liegt an Ihren Vorlieben und Ihrer Einstellung. Wenn Sie nicht jede Impfung mitnehmen wollen und Ihr Kind auch mal eine Krankheit selbst ausheilen lassen wollen, sind Sie bei einem Arzt mit naturheilkundlicher Neigung beziehungsweise Zusatzqualifikation richtig. Neigt Ihre Familie zu Asthma, kann ein Arzt, der eine Spezialisierung auf Herz-/Lunge hat, für Sie die richtige Wahl sein. Unabhängig von Ihrer persönlichen Geschichte gibt es jedoch ein paar Faktoren, die jeder Kinderarzt erfüllen sollte:

  • Er mag Kinder und spricht sie direkt an, statt nur mit den Erwachsenen zu reden
  • Er hat eine saubere, ordentliche Praxis und stellt auch schöne Spielsachen für seine kleinen Patienten zur Verfügung
  • Er bleibt ruhig, auch wenn das Kind schreit
  • Er interessiert sich für Ihre Fragen und Sorgen und klärt bereitwillig und verständlich auf
  • Er macht im Notfall auch Hausbesuche
  • Seine Praxis ist so organisiert, dass Sie in dringenden Fällen noch am selben Tag einen Termin bekommen
  • Er verschreibt nicht voreilig Medikamente bei einer harmlosen Erkrankung
  • Sein Personal ist freundlich
  • Sie fühlen sich bei Ihm gut aufgehoben

Was tun bei Patientenstopp?
Gerade in Großstädten ist es manchmal gar nicht so einfach, bei einem guten Kinderarzt noch aufgenommen zu werden, da es in vielen Praxen einen Patientenstopp gibt. Bleiben Sie aber hartnäckig, wenn Sie sich für einen bestimmten Arzt entschieden haben, und versuchen es immer wieder. Irgendwann wird der Arzt neue Patienten aufnehmen können. Am besten suchen Sie bereits während der Schwangerschaft einen Kinderarzt und melden Ihr Kind schon an bevor es auf die Welt kommt. Ca. 2 Monate vorher können Sie ihr Baby getrost aufnehmen lassen, die erste Untersuchung steht dann mit 4 Wochen an.

Wenn Sie außerdem folgende Punkte beachten, kommen Sie früher oder später mit Ihrem Kind bei dem Kinderarzt Ihrer Wahl unter:

  • Lassen Sie sich im Krankheitsfall nicht gleich abwimmeln, wenn die Sprechstunde sagt, „Wir nehmen keine neuen Patienten auf“. Erklären Sie, dass es dringend ist und bitten Sie darum, wenigstens in diesem akuten Fall vorbeikommen zu dürfen. Dann können Sie mit dem Arzt direkt noch einmal besprechen, ob es nicht möglich wäre, ihr Kind noch aufzunehmen.
  • Versuchen Sie nicht, sich im Herbst oder Winter beim Kinderarzt anzumelden. Durch die Grippewellen sind jetzt viele Kinderärzte überlastet und können keine weiteren Patienten aufnehmen. Viel bessere Chancen haben Sie im Sommer.
  • Weichen Sie, wenn Sie im Moment nicht aufgenommen werden, auf einen Alternativarzt aus. Wenn Sie dort aber nicht zufrieden sind, versuchen Sie weiterhin, bei dem Arzt Ihrer Wahl unterzukommen. Irgendwann muss er Sie nehmen.
  • Ist Ihr Kind häufig krank und haben Sie das Gefühl, von Ihrem jetzigen Kassen-Arzt nicht richtig beraten zu werden, gibt es zum Beispiel auch die Möglichkeit, auf eigene Kosten einen Kinderarzt für Privatpatienten aufzusuchen. Vielleicht gibt es in Ihrer Gegend einen, der einen besonders guten Ruf hat. Ein einmaliger Besuch kostet um die 30 Euro und kann den entscheidenden Tipp bringen, wie Ihr Kind wieder fit wird.

Wann zum Kinderarzt?
Wegen jeder kleinen Erkältung brauchen Sie sicher nicht zum Kinderarzt zu gehen. Sie können Gefahr laufen, dass sich Ihr gesundes Kind dort von einem schlimmer erkrankten ansteckt. Allerdings sollten Sie auch nicht unterschätzen, wenn Ihr Kind Schmerzen hat. Was Sie vielleicht als Bauchschmerzen deuten, weil ihr Kind immer nach unten zeigt, könnte zum Beispiel auch eine sehr schmerzhafte Blaseninfektion sein, die mit Penicillin behandelt werden sollte. Lassen Sie lieber den Fachmann entscheiden, ob eine Behandlung nötig ist anstatt Ihr Kind aus Unwissenheit unnötigen Schmerzen auszusetzen.

In jedem Fall gilt: Beobachten Sie Ihr Kind genau, so werden Sie schnell merken, ob es ihm gut geht oder es Hilfe braucht. Sobald Sie unsicher sind, können Sie auch immer in der Kinderarzt-Praxis anrufen und die Symptome beschreiben, dann kann das erfahrene Praxisteam einschätzen, ob ein Besuch beim Kinderarzt vonnöten ist.

von Redaktion