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Kopfgneis & Milchschorf beim Baby: Ist das nicht dasselbe?

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 1. März 2012

Nein, Milchschorf und Kopfgneis sind nicht dasselbe! Hier erfahrt ihr, wie ihr den eher harmlosen Kopfgneis beim Baby vom ernst zu nehmenden Milchschorf unterscheiden könnt.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Erscheinungsbild von Milchschorf und Kopfgneis nicht wesentlich voneinander, weswegen die beiden häufig verwechselt werden. Dabei sind Milchschorf und Kopfgneis zwei völlig verschiedene Dinge.

Der häufig vorkommende Kopfgneis, den die meisten Mütter (fälschlicher Weise) als "Milchschorf" kennen, ist ein unbedenkliches Erscheinungsbild, während der Kopfgneis eine Form der Neurodermitis beim Baby ist. Worum es in den meisten Mutter-Gesprächen in Wahrheit geht, ist also nicht der Milchschorf, sondern der sogenannte Kopfgneis.

Wir ihr Milchschorf und Kopfgneis voneinander unterscheiden könnt und was ihr über die beiden Erscheinungsbilder und ihre Behandlung wissen müsst, erfahrt ihr hier

Kopfgneis (seborrhoisches Ekzem) ist ein harmloses Erscheinungsbild , das keine ärztliche Behandlung benötigt. Kopfgneis tritt meist bei kleinen Säuglingen, um die dritte Lebenswoche, auf und verschwindet nach ein paar Wochen (spätestens bis zum 1. Geburtstag) wieder.

Milchschorf hingegen ist schon bedenklicher: Es handelt sich um die erste Ausprägung einer Neurodermitis, also einer echten Erkrankung. Doch auch hier, keine Panik: Auch echter Milchschorf muss bei Säuglingen oft gar nicht behandelt werden. Und selbst wenn sich in den nächsten Jahren die Neurodermitis bei eurem Kind verstärkt: Bis zum Schulalter verschwindet sie bei bis zu 60 Prozent der Kinder ganz von selbst! Allerdings juckt Milchschorf sehr, darum kann es bei Säuglingen helfen, ihnen dünne Handschuhe überzuziehen, damit sie sich nicht blutig kratzen.

Hier eine Übersicht, worin sich Milchschorf und Kopfgneis unterscheiden und wie ihr selber schnell erkennen können, worum es sich bei Ihrem Baby vermutlich handelt:

Kopfgneis oder Milchschorf? Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Kopfgneis Milchschorf
Merkmal Juckt nicht Juckt oft sehr stark
Wo? Auf der Kopfhaut Auf der Kopfhaut, aber auch im Gesicht, an Armen und Beinen
Wann? Um die 3. Lebenswoche herum Um den 3. Lebensmonat herum
Wie lange? Verschwindet innerhalb weniger Wochen, spätestens aber bis zum 1. Geburtstag Bessert sich meistens bis zum Schulalter oder verschwindet ganz
Erscheinungsbild Schuppige, weißgelbe Krusten Schuppige, weißgelbe Krusten
Ursache Überproduktion der Talgdrüsen durch Hormonumstellung nach der Geburt Erste Ausprägung einer Neurodermitis
Vorbeugen Nicht möglich (und unnötig) Eingeschränkt möglich durch volles Stillen (mindestens vier Monate) und Verzicht auf Zigaretten
Behandlung Nicht notwendig Oft notwendig (besonders gegen Juckreiz)

Mein Baby hat schuppige Krusten am Kopf - Was tun?


Lasst euch nicht verunsichern, wenn euer Baby gelbliche Krusten auf dem Kopf hat und eine andere Mutter den Begriff "Milchschorf" in den Raum wirft: Vermutlich handelt es sich auch bei eurem Baby um den harmlosen Kopfgneis.

Wenn ihr euch der Symptome nicht sicher seid oder sich euer Baby immer wieder blutig kratzt, solltet ihr jedoch euren Kinderarzt aufsuchen, um sicher zu gehen, dass es sich nicht doch um Milchschorf handelt.

Milchschorf und Kopfgneis: So könnt ihr eurem Baby helfen

Auch wenn eine ärztliche Behandlung von Milchreis und Kopfgneis nicht unbedingt notwendig ist: Es gibt ein paar Dinge, die ihr tun könnt, um den Milchschorf zu mildern oder den Kopfgneis zu lösen.

Tipps bei Milchschorf:

  • Vermeidet Stress
  • Verzichtet (wenigstens in Gegenwart des Babys) auf Zigaretten
  • Stillt euer Baby mindestens vier Monate voll – alternativ gibt es für Säuglinge mit erhöhtem Allergie- oder Neurodermitisrisiko spezielle hypoallergene Flaschennahrung
  • Achtet auf eine geringe Luftfeuchtigkeit
  • Vermeidet einen Kontakt des Babys mit Wolle und Hausstaub
  • Euer Baby sollte nicht überhitzen

Tipps bei Kopfgneis:

Ihr müsst eigentlich nichts gegen den Kopfgneis unternehmen, da er das Baby nicht stört und von selber verschwindet. Vielen Müttern sind die Schuppen des Babys aber unangenehm in der Öffentlichkeit, weil der Kopf schnell ungepflegt aussieht, besonders, wenn das Baby schon viele Haare hat. Ihr könnt darum vorsichtig probieren, die Schuppen zu lösen:

  • Starken Kopfgneis lösen: Reibt den Babykopf mit Baby- oder Olivenöl ein und lasst es über Nacht einwirken (am besten zieht ihr eurem Baby dazu eine leichte Mütze über). Wascht Babys Kopf anschließend mit einem sanften Babyshampoo.
  • Leichten Kopfgneis lösen: Reibt Babys Kopf kurz mit Öl ein und bürstet ihn dann mit einer weichen Babybürste ab.

Vermutlich müsst ihr die Anwendung ein paarmal wiederholen, bevor sich der ganze Kopfgneis löst.

Wenn gar nichts hilft, ihr die gelben Schuppen aber unbedingt loswerden möchten, sprecht mit eurem Kinderarzt. Er kann euch gegebenenfalls Präparate mit Panthenol, Zink oder Salizyl verschreiben.

Aber Achtung! Löst die Schuppen und Krusten auf gar keinen Fall mit den Fingernägeln oder indem ihr kräftig dran rubbelt. Das kann zu Entzündungen und später zu Narben führen und ist eurem Baby zudem unangenehmer als der Kopfgneis selbst.

Quellen & weitere Infos:

Weitere Informationen zu Kopfgneis und Milchschorf beim Baby findet ihr auf den folgenden Gesundheitsportalen:


Babyzeichensprache: So sprichst du mit deinem Baby - schon ab 6 Monaten!

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