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Nuckel, Schnuller & Co.: Was ist das Richtige für mein Baby?

von Jane Schmitt Veröffentlicht am 10. Dezember 2018

Bei vielen Müttern sind sie verpönt, bei anderen beliebt als einziges Hilfsmittel für das schreiende Baby: Der Nuckel. Doch was sind eigentlich die Vor- und Nachteile des Schnullers? Und wie wählt man den passenden Schnuller für sein Baby aus?

Ob im Kinderwagen, auf dem Arm oder schon an der Hand - täglich sieht man Babys, die zufrieden an den bunten, runden Dingern nuckeln. Ja, Schnuller oder auch Nuckel - oder etwas trockener als Beruhigungssauger bezeichnet - sind das Symbol für Babys schlechthin.

Kinder werden durch das Saugen entspannter, es beruhigt und tröstet sie. Noch dazu sind die Nuckel ungemein praktisch, denn schreit das Baby und lässt sich einfach nicht beruhigen, so ist der Schnuller meist die letzte und auch erfolgreichste Lösung. Denn nicht immer ist es möglich dem Baby die Brust zu geben.

Schuller sind ziemlich praktisch, aber sie sollten nicht unentbehrlich werden. Denn eigentlich soll der Nuckel nur ein praktischer Ersatz für Mamas Brust sein.

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Warum nuckeln Babys so gerne?

Nuckeln führt zur Ausschüttung von Glückshormonen, auch Endorphine genannt. Das und natürlich das Sättigungsgefühl erklären, warum Babys nach dem Stillen oft zufrieden einschlafen.

Das Saugen ermöglicht es dem Kind auch das Sicherheitsgefühl wiederzufinden, das es mit dem Stillen verbindet. Denn das Stillen ist der Augenblick größter Nähe zwischen Mutter und Kind. Daher beruhigt sich ein unruhiges oder weinendes Kind schneller, wenn es nuckelt – sei es am Fläschchen, am Daumen, an Mamas Brust... oder am Schnuller!

Dieses Nuckelbedürfnis ist also fest in unserem Gehirn verankert, dass wir selbst als Erwachsene in Stress- oder Schocksituationen wieder darauf zurückgreifen, wenn auch in anderer Form: Wenn sich eine Person in Schwierigkeiten befindet, besteht unsere erste Reaktion darin, dem oder der Hilfsbedürftigen (z.B. nach einem Unfall) zu trinken zu geben.

Ist der Nuckel die rettende Lösung?

Diese Meinung wird jedoch nicht von allen Eltern geteilt. Denn auch wenn gewisse Vorteile des Nuckels nicht von der Hand zu weisen sind: Das ständige Saugen am Schnuller hat auch Nachteile.

Zwar ist der Nuckel eine bequeme Alternative, weil er immer bereit liegt und, im Gegensatz zum Fläschchen, ohne Vorbereitung verabreicht werden kann.

Doch der berühmte Beruhigungssauger ist nicht unbedingt die beste Lösung um ein Baby von seinen Ängsten zu befreien: Zu oft entwickeln Eltern den Reflex, bei jeder kleinen Mucks ihres Schützlings zum Nuckel zu greifen. Es ist einfach so verführerisch praktisch. Das Resultat: Das Baby kann bald nicht mehr auf seinen geliebten Schnulli verzichten.

Die Nachteile eines Nuckels

Der Schnuller wird zudem viel zu oft eingesetzt. Dadurch schaffen die Eltern geradezu eine Abhängigkeit vom Nuckel – für alle Beteiligten. Es gibt Kinder, die man nie ohne den Stöpsel im Mund zu Gesicht bekommt. Man sieht nichts von ihrem Mund, hört ihre Stimme nicht... Oder aber man hört nur ein unverständliches Nuscheln – weil Papa und Mama dem Kleinen noch nicht beigebracht haben, dass man nicht mit vollem Mund spricht!

Der Nuckel wird zu einer Art Festung, die das Kleine gegen die Außenwelt schützt. Das Kind versteckt sich hinter seinem Mini-Schutzschild, der Kommunikationsprozess wird verzögert. Kurz: Dank Schnulli hält Baby den Schnabel!

Zu Beginn wird der Schnuller reflexartig gegeben, um das Einschlafen zu erleichtern. Manchmal stellt man aber schon sehr bald fest, dass die Nachteile nicht nur psychologischer, sondern auch praktischer Natur sind. Denn einen Schnuller kann man leicht verlieren! Ein Baby, das seinen Nuckel im Bett verliert oder ihn aus Versehen mit der Schnullerkette aus dem Mund zieht, wird zwangsläufig weinen, um ihn wieder zurück zu bekommen.

Nur ein sauberer Nucki ist ein guter Nucki

Auf jeden Fall ist ein Schnuller nicht gerade hygienisch: Er liegt überall herum, fällt auf den Boden und wird wieder in Babys Mund gesteckt. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Ansteckungsgefahren: in der Kindertagesstätte oder auf dem Spielplatz. "Gib mir deinen Schnulli, ich leihe dir meinen..."

Auch wenn es Mama und Papa nur gut meinen und den auf den Boden gefallenen Nuckel selbst ablutschen, um ihn zu "säubern", können sie dabei Krankheitserreger an ihr Kind weitergeben. Daher sollten Eltern den Schnuller ihres Kindes nicht ablecken, rät der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BvKJ): Der Speichel der Eltern enthält Bakterien, die bei ihrem Kind Karies verursachen können.

Neue Schnuller sollten vor dem ersten Gebrauch immer erst gut auskocht werden. In den ersten Lebensmonaten sollte der Schnuller täglich sterilisiert werden. Sobald euer Kind mobil ist und ohnehin alles Mögliche mit dem Mund erkundet, reicht es, den Schnuller täglich unter fließendem Wasser abzuwaschen und hin und wieder erneut auszukochen.


Der Daumen ist keine Alternative

Übrigens hat der Schnuller einen Riesenvorteil gegenüber dem Daumen: Klar, der Daumen ist wirklich immer dabei und geht nicht verloren. Doch wenn es heißt groß zu werden und dem Schnuller Adieu zu sagen, kann man den geliebten Nuckel in die ewigen Jagdgründe schicken. Ganz nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Beim Daumen ist die Entwöhnung möglicherweise deutlich schwieriger.

Schnuller – ab wann und wie lange?

Wenn ihr stillt und der Meinung seid, euer Baby bräuchte einen Schnuller, dann sollte euer Kind sich bereits an das Stillen gewöhnt haben und gut damit zurecht kommen. Ansonsten kann sich eine Saugverwirrung entwickeln.

Ein Monat, 6 Monate, 1 Jahr... Wie lange ist der Schnuller ok?

Im Normalfall sollte der Nuckel nur in den ersten 6 Monaten zum Einsatz kommen. Spätestens mit sieben Monaten sollte auf den Schnuller verzichtet werden. Eine Ausnahme bilden Frühgeborene, die ein besonders hohes Saugbedürfnis haben, in diesem Fall sind weitere 6 Monate nuckeln vertretbar. So die Empfehlungen des BvKJ.

Warum ist die Brust nicht die einzig wahre Lösung?

Leider kann nicht jede Mutter stillen, sei es aus körperlichen oder persönlichen Gründen oder auch aus einer bewussten Entscheidung heraus. Auch wenn eine Mutter beschlossen hat ihrem Kind die Brust zu geben, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass sie dessen Bedürfnissen nachkommen kann.

In diesen Fällen sind Fläschchen und Teddy (wer sonst!) perfekte Beruhigungsmittel und müssen die Mutterbrust ersetzen. Nun ja, und um die Nahrungsaufnahme des Kindes nicht übermäßig zu steigern, eben auch der Nuckel. Diesen gibt es in den verschiedensten Ausführungen.

Schnullerkauf: Darauf solltet ihr achten

Beim Schnullerkauf sollten Eltern auf Form und Größe des Schnullers achten. Neben der Kiefergerechten Form ist auch die Größe des Nuckels wichtig.

​Welche Saugerform ist am besten?

Das sollten die Eltern ausprobieren, denn jedes Baby hat da seinen ganz individuellen Geschmack. Man sollte jedoch immer die Altersempfehlung auf der Schnullerpackung beachten, damit Größe und Form des Saugers passen. Ebenso sind Schnuller mit symmetrischen Saugteilen zu empfehlen, um Fehlstellungen (für den Kiefer) zu vermeiden.

Schnuller aus Silikon oder aus Latex?

Latex ist aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften besser geeignet als Silikon. Beide Materialien haben aber ihre Vor- und Nachteile:

  • Latex, bzw. Naturkautschuk, ist elastisch und zugleich reiß- und bissfest. Latex-Schnuller sollten alle vier bis sechs Wochen ausgetauscht werden. Aber Vorsicht: Manche Babys reagieren allergisch auf Latex.
  • Silikon hat eine längere Lebensdauer und bleibt länger in Form als Latex. Allerdings lässt sich der Silikon-Schnuller dadurch auch leichter durchbeißen als der Schnuller aus Latex, sobald die ersten Zähne kommen.

Auch der Sicherheitsaspekt darf bei der Schnuller-Wahl nicht vernachlässigt werden: So sollte das Schnullerschild größer sein als der Mund des Kindes, um die Gefahr des Verschluckens auszuschließen. Der BvKJ empfiehlt einen Durchmesesr von mindestens 1,6 cm. Auch die Schnullerkete sollte aus Sicherheitsgründen nicht zu lang sein (max. 10-12 cm) und nicht am Hals oder Körper des Kindes befestigt werden.

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Quellen:

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von Jane Schmitt