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Wie lange sollte man stillen? 5 Antworten auf die wichtigsten Stillfragen

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 9. Februar 2015

Auch wenn das Stillen schon richtig gut läuft, schwingt immer ein bisschen Unsicherheit bei Mamas mit: Bekommt mein Kind genug Milch? Wie lange sollte man stillen? Wann sollte ich mit der Beikost beginnen? Darf man in den Stillpausen auch mal ein Gläschen Wein trinken? Wir klären die wichtigsten Fragen rund ums Stillen.

Die Wissenschaft ist sich einig, dass Muttermilch die beste Nahrung für Babys ist. Und eigentlich kann man ein Baby auch nicht zu viel stillen. Trotzdem sind viele Neumamas unsicher, was die Häufigkeit der Stilleinheiten angeht. Aber auch später, wenn es darum geht, das Kind an feste Nahrung zu gewöhnen oder gar abzustillen, weiß man nicht, welchen Empfehlungen man am besten folgt.

Eines direkt mal vorne weg: Es gibt Empfehlungen der WHO, der Hebamme, von der eigenen Mutter, der Schwiegermutter und natürlich von Freunden, was das Stillen angeht. Und ihr ahnt schon, dass all diese Menschen ihre ganz eigenen Meinungen haben. Aber ob ihr diese tatsächlich annehmt oder nur freundlich wegnickt, entscheidet am Ende ihr ganz alleine. Auch, oder ganz besonders, wie lange ihr euer Baby stillen wollt.

Um euch eine kleine Richtlinie zu geben, all diese Meinungen zu bündeln und um ein wenig Licht in die wichtigsten Stillfragen zu bringen, wollen wir euch Antworten liefern.

Wie oft sollte man stillen?

Irgendwann hat bestimmt mal jemand zu euch gesagt, dass man zwischen den Stilleinheiten zwei bis drei Stunden vergehen lassen sollte, bevor man das Kind erneut anlegt. Aber was macht man, wenn das Kind nur 30 Minuten nach dem letzten Essen schon wieder nach Milch schreit? Und sollte man ein Kind wecken, wenn es sonst eine Milchmahlzeit verschläft?

Stillen nach Bedarf ist die Antwort auf beide Fragen. Es ist okay sein Kind zu stillen, obwohl die letzte Mahlzeit erst 30 Minuten zurück liegt und es ist genauso okay, wenn ein Kind mal eine Mahlzeit "verschläft". Kinder nehmen sich, was sie brauchen. Zu viel stillen kann man ein Kind nicht.

Lasst euch deshalb nicht von Regeln oder Empfehlungen verunsichern, wie oft man stillen sollte, sondern reagiert auf die Wünsche eures Kindes. Ihr solltet zwar versuchen, eine Regelmäßigkeit ins Stillverhalten zu bringen, doch das funktioniert gerade in den ersten Wochen und Monaten nur schwer.

Wie lange sollte man stillen pro Mahlzeit?

Es gibt Hebammen, die sagen, das Baby sollte, um ausreichend Nahrung zu sich zu nehmen, mindestens 30 Minuten pro Brust trinken. Vor allem Neugeborene schaffen das aber nie und nimmer und schlafen recht schnell an der Brust ein. Deshalb solltest du dich nicht mit einer Stoppuhr ans Stillen machen oder dein Kind wachhalten, sondern einfach auf die Bedürfnisse deines Babys achten.

Zudem ist die Menge der Milch von Frau zu Frau unterschiedlich. Bei der einen läuft es dank Milchspendereflex von ganz alleine, bei einer anderen muss das Baby ein bisschen mehr arbeiten.

Dein Baby nimmt sich, was es braucht. Das solltest du nicht von einer Uhr abhängig machen. Hast du Zweifel daran, ob dein Kind lange genug trinkt, um auch satt werden zu können, frag noch einmal bei deiner Hebamme nach oder lass sie einmal zuschauen, während du stillst.

Wie lange sollte man insgesamt stillen?

Die Frage, wie lange man ein Baby stillen sollte, wird heiß diskutiert. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, Säuglinge sechs Monate voll zu stillen. Durch die Muttermilch soll das Immunsystem des Kindes optimal gestärkt werden.

Immer mehr Experten befürchten jedoch, dass sechs Monate ausschließliches Stillen zu viel sind. Sie raten auf die Frage, wie lang man sein Baby stillen sollte, zu vier Monaten. Mit dem fünften Monat sollte man langsam mit der Beikost anfangen, weil es sonst zu einem Nährstoffmangel kommen kann. Insbesondere die Eisenspeicher des Babys brauchen dann dringend Nachschub.

Wie lange du also stillst, solltest du mit dir selbst ausmachen. So lange du dich damit wohl fühlt und so lange dein Baby die Muttermilch will, so lange kannst du stillen. Klappt es nach ein paar Wochen nicht mehr, solltet du dir keine Vorwürfe machen. Viele Mütter stillen das gesamte erste Jahr, bis alle Stillmahlzeiten durch festes Essen ersetzt sind. Andere steigen mit dem ersten Brei auf Fläschchennahrung um.

Wann muss man Zufüttern beim Stillen?

Viele junge Mütter sind unsicher darüber, ob ihr Kind genug trinkt. Schließlich kann man nicht messen, wie viel Muttermilch es tatsächlich saugt. Nicht selten denken sie deshalb darüber nach, dem Kind zusätzlich ein Fläschchen zu geben, also zuzufüttern.

Die meisten Kinderärzte raten jedoch davon ab, weil die Muttermilch ausreichen sollte. Hat man das Gefühl, dass das Kind nach der letzten Stillmahlzeit schnell wieder Hunger hat, dann sollte man es in diesen Phasen vermehrt anlegen. Denn schließlich reguliert die Nachfrage das Angebot. Soll heißen: Je öfter das Kind angelegt wird, desto mehr Milch produziert der Körper. Und ist es in einer Phase, in der es gerade weniger trinkt, dann produziert der Körper auch weniger.

Klärt am besten mit eurem Arzt ab, ob ihr wirklich zu wenig Milch produziert und zufüttern müsst. Er kann euch bei Bedarf die passende Säuglingsnahrung empfehlen.

Kann ich in Still-Pausen auch ein Schlückchen Alkohol trinken?

Nach neun Monaten Schwangerschaft und einigen Monaten Stillen hat man irgendwann Lust, auch mal wieder ein Gläschen Wein, Sekt oder Bier zu trinken. Aber geht das, Stillen und Alkohol? Die Antwort ist eindeutig: lieber nicht! Von Alkohol raten Experten der Nationalen Stillkommission während der Stillzeit ab. Der Alkohol geht nämlich ins Blut und von da aus in die Muttermilch über. Das kann dazu führen, dass die Mama weniger Milch produziert und die Babys schlechter schlafen.

Möchtest du stillen und ausnahmsweise doch mal Alkohol trinken, hat die Stillkommission einen Tipp für dich: Da der Alkoholgehalt in der Muttermilch 30 Minuten nach dem Glas Wein am höchsten ist, solltest du vor dem Trinken stillen. Das sollte für eine ein- bis zweistündige Stillpause reichen. Der Alkohol im Blut ist dann beim nächsten Stillen weitestgehend abgebaut. Ganz sicher gehst du, wenn du eine Milchmahlzeit abpumpst und diese anstelle der Brust gibst.

Und wie vertragen sich Stillen und Rauchen?

Ganz ähnlich ist auch die Einschätzung der Nationalen Stillkommission zum Thema Stillen und Rauchen. Sie rät frischgebackenen Müttern dringend davon ab, direkt wieder zur Zigarette zu greifen. Zahlreiche Substanzen gehen in die Muttermilch über und gelangen so in den winzigen Körper des Babys.

Wie groß mögliche gesundheitliche Schäden durch die Kombination von Stillen und Rauchen wirklich sind, lässt sich nicht genau sagen. Raucht die Mutter jedoch sehr viel, konnten bei den Kindern Unruhe, Koliken, ein geringeres Gewicht und häufigere Atemwegserkrankungen festgestellt werden.

Kommt die Mama einfach nicht von der Zigarette los, empfiehlt die Nationale Stillkommission folgendes zum Thema Stillen und Rauchen: Es sollte wegen der Gefahren des Passivrauchens nie in einem Raum mit dem Baby geraucht werden. Auch sollte die Mutter versuchen, so wenig wie möglich zu rauchen und insbesondere vor dem Stillen eine längere Rauchpause einzulegen.

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