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7 Regeln, die dir helfen, richtig auf einen Trotzanfall zu reagieren

Anne Walkowiak
von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 12. Januar 2018
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Irgendwann kommt die Zeit, da entdecken unsere süßen Babys ihr eigenes 'Ich' und ihren eigenen Willen. Die Trotzphase beginnt. Und das ist der Punkt, an dem Eltern an ihrem Verstand und ihren Fähigkeiten zweifeln. Wir wissen Rat und sagen dir, wie du am besten auf einen Trotzanfall reagierst.

"Ich wollte aber den pinken Becher!" Wer diesen Satz noch nicht geschrien aus dem Mund (s)eines Kindes gehört hat, der weiß auch nicht, was es bedeutet, wenn ein Kind einen Trotzanfall hat. Denn noch während der Nachwuchs die Ungerechtigkeit einen falschen Becher bekommen zu haben anprangert, fliegt der schon in hohem Bogen durch die Küche und der Übeltäter (meist Mama oder Papa) wappnet sich gegen das bevorstehende Geschrei und Geheule.

Willkommen in den 'terrible twos' oder auch der ersten Trotzphase! Denn im Alter von zwei Jahren realisieren Kinder, dass sie, mit dem was sie tun, durchaus Einfluss auf ihre Umgebung haben können. Und genau deshalb gilt es, bei einem Trotzanfall richtig zu reagieren.

Gründe für einen Trotzanfall

Die Gründe, die kleine Kinder plötzlich in einen Trotzanfall stürzen, sind unendlich. Von der falschen Farbe des Trinkbechers, über das falsch geschmierte oder geschnittene Brot bis hin zur Aufforderung der Eltern, bei -10 Grad Außentemperatur doch bitte eine Jacke anzuziehen - wirklich ALLES kann das Kind trotzen lassen.

Diese Phase, auch Autonomiephase genannt, ist wichtig für den Nachwuchs. Denn sie bedeutet einen Schritt in die zwar noch kleine, aber erste Selbstständigkeit. Und für Eltern heißt das, ihr Kind da hindurchzubegleiten. Kinder stellen im Alter von zwei Jahren fest, dass sie eine eigene Meinung, eigene Bedürfnisse und Wünsche haben. Die kann ein Kind in diesem Alter jedoch noch nicht verbal äußern. Also schreit und weint es.

Die Trotzphase beginnt bei Kindern um den zweiten Geburtstag und kann bis zum sechsten Lebensjahr anhalten. Jedoch nehmen die Trotzanfälle im Alter von drei, vier Jahren bereits ab.

So reagierst du am besten auf einen Trotzanfall

Faustregel Nummer 1: Auch wenn es in diesen Momenten in einem brodelt, es hilft absolut nicht, das schreiende und trotzende Kind anzuschreien. Das Kind steht während eines Trotzanfalls im wahrsten Sinne des Wortes neben sich und ist überwältigt von all den Gefühlen, die es durchströmt.

Deshalb ist Regel Nummer 2 bei einem Trotzanfall: Sei der Anker, den dein Kind auch in Momenten wie diesen unbedingt braucht. Bleib ruhig, begib dich auf eine Höhe mit deinem Kind, fass es an und sprich mit ihm. Du hast die nötige Erfahrung, deine Gefühle, deine Wut und Anspannung zu kontrollieren. Nutze das. Und wenn du das Gefühl hast, du hälst es einfach nicht mehr aus, richte dich auf und atme ganz bewusst tief ein. Nimm dir die Zeit, dich zu beruhigen.

Regel Nummer 3: Gib deinem Kind zu verstehen, dass du es hörst und siehst und verstehst, warum es gerade so wütend und hilflos ist. "Ich sehe, dass du...", ist ein guter Anfang, um das Kind anzusprechen und aus seiner misslichen Lage zu holen. Hilf ihm dabei, zu lernen, was es fühlt.

Hinterfrage dich und deine Reaktion

Regel Nummer 4: Hinterfrage die Situation, die zu dem Trotzanfall geführt hat. War es notwendig, dem Kind in der Situation etwas zu verbieten oder zu entsagen? Hast du 'Nein' gesagt, weil es dir und deinen Vorstellungen entgegen kommt, weil du das Gefühl hast, man würde ein 'Nein' von dir in dieser Situation erwarten? Oder hast du 'Nein' aus deiner vollen Überzeugung gesagt, weil du dein Kind vor etwas 'schützen' möchtest?

Regel Nummer 5: Sei konsequent, aber für das Kind durchschaubar. Was wir damit meinen? Ein Kind braucht gewisse Leitfäden im Leben. Dabei muss es aber auch nachvollziehen können, warum es gewisse Dinge darf oder eben nicht darf. "Weil man das so macht/ nicht so macht", sollte nie ein Argument dem Kind gegenüber sein. Es versteht erstens nicht, wer 'man' ist und die gesellschaftlichen 'Benimmregeln' sind ihm schon gar nicht bekannt.

Sei kompromissbereit

Regel Nummer 6: Gib deinem Kind auch seinem Alter entsprechend ein Mitspracherecht. Findet gemeinsame Kompromisse. Dein Kind will bei eisigen Temperaturen keine Jacke anziehen? Frag es, was es stattdessen tragen will? Biete ihm Alternativen an, beispielsweise in Form des Schneeanzugs. Wenn es sich partout nicht beruhigen will und heulend dabei bleibt, dass es keine Jacke tragen will, bleib ruhig und bleib vor allem bei deinem Kind. Lass es nicht schreiend und weinend allein. Drohe auch nicht damit, allein loszugehen. Das macht deinem Kind einfach nur Angst.

Und last but not least, Regel Nummer 7: Quatscht die Dinge nicht tot. Steckt das Kind mitten in seinem Trotzanfall, wird es kaum bis nichts von dem was du sagst wahrnehmen. Sei da, spende Trost und Verständnis und warte gemeinsam mit deinem Kind darauf, dass es sich beruhigt. Dann könnt ihr euch gemeinsam daran machen, die Situation zu bereinigen.

Trotzanfällen vorbeugen

Hat man ein paar Mal miterlebt, wann und wie sich das Kind in Rage trotzt, lassen sich Trotzanfälle mit einfachen Methoden vorbeugen. Wenn du beispielsweise weißt, dass dein Kind sich die Farbe des Bechers, Löffels oder Frühstücksbrettchens selbst aussuchen möchte, lass es beim Tischdecken einfach helfen und so vorab seine Entscheidung treffen.

Plane ein bisschen mehr Zeit ein, wenn ihr Termine habt. Kündige ein paar Minuten vorher an, dass ihr gleich los wollt. So kann sich auch das Kind darauf vorbereiten und wird nicht überraschend aus seiner kleinen Welt gerissen.

Dein Kind wird, trotz deiner Versuche, sie zu vermeiden, den ein oder anderen Trotzanfall haben. Versuche, dir ins Gedächtnis zu rufen, dass sie ein erster Schritt in die Selbstständigkeit sind. Dein Kind will dich weder provozieren, noch in den Wahnsinn damit treiben. Es weiß keine andere Möglichkeit, als sich in einem solchen Moment so zu verhalten. Bleib also ruhig und halte dich an dem Gedanken fest, dass du nur noch ein paar Monate aushalten musst, bis diese Phase vorbei ist.

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