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Neue Studie zeigt: DIESEN Deutschen droht die Altersarmut

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 26. Juni 2017

Eine neue Studie zeigt: Gerade für Frauen wird es ungemütlich im Alter. Aber nicht nur für sie.

Bloß nicht an morgen denken. Wenn wir irgendwann alt sind, gibt es ja eh keine Rente mehr. So oder so ähnlich denken sicher viele von uns. Das Alter und die Rente sind noch in weiter Ferne. Wir leben schließlich im Hier und Jetzt. Dass wir dringend vorsorgen müssen, wissen wir zwar nur allzu gut. Nur: Wo anfangen, wenn alles so düster aussieht? ​

Doch wer die aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung liest, dürfte jetzt endgültig wach werden. Für die Studie unternahmen das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Simulationsberechnungen, wie unsere Gesellschaft im Jahr 2036 aussehen wird.

Heraus kam: Gerade Frauen sind von der drohenden Altersarmut betroffen. Laut der Studie steigt der Anteil der Frauen, deren Rente nicht reichen wird und die somit von staatlichen Leistungen abhängig sein werden, von derzeit 16,2 auf 27,8 Prozent im Jahr 2036. Alleinstehende Frauen trifft es dabei besonders hart. Übrigens: Als armutsgefährdet gilt, wer als Rentner monatlich netto weniger als 958 Euro zur Verfügung hat.

Aber nicht nur Frauen sind betroffen: Auch bei Langzeitarbeitslosen wird es einen deutlichen Anstieg bezüglich Altersarmut von derzeit 19 auf 22 Prozent geben. Bei Menschen ohne Berufsausbildung wird sich die Quote von zehn auf 14 Prozent erhöhen. Und wer jetzt denkt: Super, ich hab Abitur oder einen Uniabschluss in der Tasche, der sollte sich nicht zu früh freuen. Auch diese Gruppe ist nicht vollkommen von der Gefahr der Altersarmut befreit. Wenngleich hier die Quote mit 6,7 Prozent deutlich geringer ist.

Warum reicht es hinten und vorne nicht mehr?

Das Problem: Nicht nur dass es im Jahr 2036 deutlich mehr Rentner geben wird als jetzt (denn dann wird die Generation der sogenannten 'Babyboomer' in Rente gehen), auch die derzeitige Arbeitswelt sorgt dafür, dass viele Menschen nicht ausreichend vorsorgen können.

Das heißt konkret: Früher hatte man einen unbefristeten Job und arbeitete nicht selten bis zu seiner Rente bei einem Arbeitgeber. Heute sieht es anders aus: Viele Menschen haben lediglich einen Minijob, werden schlecht bezahlt und müssen sich mit befristeten Verträgen und immer wieder längeren Phasen der Erwerbslosigkeit abfinden.

Das alles mindert die Rente enorm, weil eben nicht regelmäßig und gut in die staatliche Rentenkasse eingezahlt werden kann. Für diese Art Erwerbsleben ist die klassische Rente nicht ausgelegt. ​

Was wir tun können - und was nicht.

Was also tun? Man sollte sich schon früh klar machen, dass eine staatliche Rente uns nicht mehr versorgen wird, wenn wir alt sind. Das ist leider Geschichte. Deshalb brauchen wir mehrere Standbeine, das heißt, eine betriebliche Vorsorge, eine Riesterrente oder ein Eigenheim, um keine Miete mehr zahlen zu müssen. Was genau für einen in Frage kommt, ist individuell verschieden.

Das Problem jedoch: Selbst die private Altersvorsorge, die wir machen, wird am Ende nicht in jedem Fall reichen. Deshalb fordern Fachleute schon länger eine Anpassung des Rentensystems an die moderne Arbeitswelt. So spießig das also klingen mag: Wir sollten selbst wirklich tunlichst vorsorgen. Sonst werden wir das später bitter bereuen. ​

von Fiona Rohde

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