Home / Buzz / Beliebt im Netz / Ein Mann greift sie an, weil sie Mutter ist UND arbeitet - doch ihre Antwort bringt ihn zum Schweigen

© facebook.com/susan1molloy
Buzz

Ein Mann greift sie an, weil sie Mutter ist UND arbeitet - doch ihre Antwort bringt ihn zum Schweigen

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 1. Februar 2016

"Wenn du dein Kind bei der Arbeit so sehr vermisst, dann kündige doch deinen Job!"

Manchmal hat man das Gefühl, der ein oder andere Mitbürger ist irgendwo in den 60er Jahren hängen geblieben. Denn trotz Frauenbewegung, Gleichberechtigung und Emanzipation glauben einige Menschen immer noch, dass Mütter nachhause zu den Kindern und an den Herd gehören. Während dieses Familien-Konzept für einige Frauen völlig akzeptabel und die Erfüllung ihres Lebenstraums ist, sind andere völlig zu Recht erpicht darauf, Kind und Karriere in Einklang zu bringen.

​Die Irische Radiomoderatorin Susan Keogh gehört zu den Frauen, denen Familie und Beruf gleich wichtig ist. Doch genau dafür wurde sie letztens von einem Hörer angegriffen. Die Antwort, die die Radiomoderatorin auf Twitter veröffentlichte, mag dem Kritiker sicher nicht gefallen - uns dafür umso mehr!

Sehr geehrter mutiger Mann,

ich habe Ihre Nachricht erhalten. Die, in der Sie sagen, dass ich doch einfach meinen Job kündigen soll, wenn ich meine 4-jährige Tochter während der Arbeit so sehr vermisse. Oder dass ich aufhören sollte, Bilder von ihr zu posten. Wieso habe ich da nicht vorher dran gedacht? Das ist so hilfreich.

Ich arbeite aus vielerlei Gründen. Ich mag meinen Job. Er ist sehr wichtig. Bestimmt nicht lebenswichtig, das sehe ich auch, aber er ist mir wichtig. Er macht mir Spaß und mich zufrieden. Und als Resultat macht er mich auch zu einer besseren Mutter.

Ich arbeite von Montag bis Freitag. Das sind fünf Tage, in denen meine Tochter in die Vorschule und den Hort geht. Und das i-Tüpfelchen - ich verpasse meistens das Zubettgehen. Wissen Sie, wie viele Menschen mir das vorwerfen? Zu viele. Mein Mann verlässt das Haus jeden Morgen um 5 Uhr. Er verpasst jedes Frühstück. Jetzt raten Sie mal, wie viele Leute ihm das vorwerfen? Richtig: Niemand.

Fühle ich mich schuldig? Jeden Tag. Manchmal 10 Mal am Tag. Möchte ich, dass die Zeit am Wochenende still steht? Sicher will ich das. Aber ich arbeite, um meiner Tochter eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Wenn sie 16 ist und den Ski-Ausflug mit der Schule machen will, dann kann ich 'Ja' sagen. Natürlich denke ich manchmal, dass sie mir Vorwürfe machen könnte, warum ich nicht die ganze Zeit zu Hause und bei ihr war - aber das Risiko gehe ich ein. Sie wird den Ski-Ausflug bekommen, richtig? Richtig?!

Gerade jetzt möchte meine Tochter ein 'Blumenmädchen' werden wenn sie groß ist. Ich weiß nicht ob das bedeutet, dass sie Blumen verkauft oder sie einfach nur trägt. Das ist mir egal. Ich mache nicht Karriere, um ihr zu zeigen, dass sie das auch machen muss. Sondern sie darf machen, was sie möchte. Und ich glaube, deshalb mache ich das. Ich will ihr zeigen, dass sie die Wahl hat. Ich möchte, dass sie genug Selbstvertrauen hat, um die richtigen Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Ich möchte, dass sie sich für das Glücklichsein entscheidet.

Und wenn ich Sie am Anfang mit 'mutiger Mann' angesprochen habe, dann meine ich eigentlich: Vollidiot.

​Jawohl, wir sind an diesem Punkt in tosenden Applaus ausgebrochen. Jede Frau soll selbst entscheiden dürfen, ob, wie viel und wann sie arbeitet. Niemand hat das Recht, ihr dazwischen zu reden. Kinder lernen von Erwachsenen, von ihren Eltern. Eltern, die ihnen vorleben, dass alles möglich ist, wenn man nur an sich glaubt und hart arbeitet, gehen mit bestem Beispiel voran. Diese Kinder wissen, dass ihnen alle Türen offen stehen.

Auch auf gofeminin: Sie besten Zitate fürs Leben

Auch auf gofeminin: Humorvoll & weise: Die schönsten Zitate für das Leben

Zitate fürs Leben © iStock
von Anne Walkowiak