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Eltern sind eben auch nur Menschen: Wie der Fehler dieser Mutter Tausende inspiriert und motiviert

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 31. März 2016

Alle machen Fehler, sogar Eltern.

Als Eltern kommt man meist früher als später an den Punkt, an dem man seine Existenz als vorbildlicher Erwachsener in Frage stellt. Dieser Moment, in dem man glaubt, alles laufe aus dem Ruder, man hat weder sein Leben noch seine Kinder im Griff. Das Universum scheint sich gegen einen verschworen zu haben, die Kinder hassen einen und man selbst sich noch viel mehr. Fünf Minuten später ist alles wieder in Ordnung. Aber dieser Moment kommt wieder - und du weißt es ganz genau.

Doch nur selten sprechen Eltern über diese Momente, aus Angst, man könnte sie für große Versager, unfähige Eltern und unverantwortlich halten. Eine ​Mutter bricht nun mit diesem scheinbaren Tabu und öffnet uns allen die Augen. Mit einem Post auf ihrer Facebook-Seite 'Mama Lion Strong' schreibt Jennifer Campbell Tausenden Müttern aus der Seele.

One afternoon when we were still living in New Zealand, I sat on the couch pretty much topless, as one is when nursing a...

Posted by Mama Lion Strong on Sonntag, 27. März 2016

In dem zugegeben sehr langem Post schildert Jennifer ihre größten 'Elternfehler'. Zum Beispiel, als sie ihren damals zweijährigen Sohn aus den Augen verlor, der eigentlich mit ihrem älteren Sohn im Garten gespielt hatte. Während sie ihr damals 6 Wochen altes Baby stillte und ihren Sohn noch gar nicht als verloren gewusst hatte, erschien plötzlich eine fremde Frau mit ihrem Sohn in ihrem Garten und schrie Jennifer wütend an. In ihrem Post schreibt Jennifer:

Ich hatte niemanden erwartet, doch plötzlich hörte ich Schritte auf der einen Seite des Hauses.​ Ich hatte nicht einmal Zeit, mich zu bedecken, als eine Frau um die Ecke kam, die wirklich sehr wütend aussah und meinen Zweijährigen auf ihrer Hüfte trug. In der Sekunde, in der sie mich sah, fing sie sofort an zu schreien. "Wissen Sie eigentlich, wo ich gerade Ihr Kind gefunden habe?" kreischte sie. Ich war total geschockt und konnte nichts sagen außer "Äh äh äh" - aber ich wusste sofort, dass sie ihn nicht in unserem Garten gefunden hatte.

Auch als die Frau gesehen haben muss, in welcher misslichen Lage sich Jennifer befand, ließ sie nicht von ihren Belehrungen ab. So schreibt die dreifache Mutter: "Ich zitterte und hatte einen riesigen Kloß im Hals, ich brachte nur ein leises 'Danke' heraus. Ich legte das Baby ab, das natürlich sofort anfing zu schreien, und holte meinen Zweijährigen, der kein bisschen daraus gelernt hatte. Sie gab ihn mir, machte auf dem Absatz kehrt und schüttelte ihren Kopf, während sie ging. Das passierte alles so schnell, ich konnte es kaum verstehen."

Jennifer machte sich riesige Vorwürfe, malte sich aus, was alles hätte passieren können, als ihr kleiner Sohn an einer viel befahrenen Straße lang spazierte. Denn wenn ihm wirklich etwas passiert wäre, wäre es ihre Schuld gewesen, für den Rest ihres Lebens. "Ich weinte natürlich. Es macht dich krank, daran zu denken, dass deinem Kind ernsthaft etwas hätten passieren können - besonders, wenn du in der Verantwortung bist. Es nennt sich Unfall. Und auch wenn ein Unfall ein Unfall ist, geben sich Mütter trotzdem die Schuld dafür und tragen diese Schuld ein Leben lang mit sich."

Und diese Geschichte ist nicht die einzige, die Jennifer über ihr 'Versagen' als Mutter schildert. Ihr großer Sohn fiel nur wenige Monate später im Garten und zog sich eine riesige Platzwunde am Kopf zu. Ein Jahr später schlich sich ihr mittlerer Sohn abermals aus dem Haus und lief bei -20 Grad Celsius durch die eisige Kälte Kanadas - nur in einem Paar Stiefeln und einem T-Shirt bekleidet. Nur sechs Monate danach verlor sie ihren ältesten Sohn in einer überfüllten Innenstadt. Und nur wenige Wochen vor ihrem emotionalen Post erwischte sie ihre jüngstes Kind (mittlerweile 2 Jahre alt) mit einem scharfen Messer in der Hand in der Küche, wie es sich gerade Käse abschneiden wollte.

"Und im nächsten Monat wird es etwas anderes sein. Und nächstes Jahr wieder etwas anderes. Und wir wissen wirklich nicht, ob unsere Familie nicht irgendwann eine Tragödie erleben muss - weil wir nicht achtsam genug waren, weil wir nicht genug auf Sicherheit geachtet haben, weil wir uns falsch entschieden haben, weil ein Kind einfach neugierig war, ein Teenie-Junge zu viel Risiko eingegangen ist... Wir wissen es nicht. Denn Unfälle passieren. [...]
Wir sind alle nur perfekte unperfekte Menschen, die da draußen ihr Bestes geben."

Danke, Jennifer!

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von Anne Walkowiak