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Ein Muslim nahm ihm das Bein - und trotzdem ist Fremdenhass für ihn kein Thema

von Maike Schwinum Veröffentlicht am 8. Dezember 2015

"Ja, ein muslimischer Mann hat mich in die Luft gejagt und ich habe dabei ein Bein verloren. ABER ..."

In einer Zeit, in der radikale Terroristen, die behaupten im Namen ihrer Religion zu handeln, dafür sorgen, dass immer mehr Menschen in Angst und Schrecken leben, sind gleichzeitig Vorurteile und blinder Fremdenhass auf dem Vormarsch. Chris Herbert, eine ehemaliger britischer Soldat, hat genug davon - und vor allem hat er genug davon, dass Leute davon ausgehen, dass er Muslime hasst.

Chris verlor während seines Einsatz im Irak sein rechtes Bein. Grund dafür, einer ganzen Religion mit Vorurteilen gegenüber zu treten, ​ist das für ihn aber nicht. In einem bewegenden Facebook-Post macht er seinem Ärger Luft:

Getting frustrated by some people expecting racism from me, because I got blown up. Here it is:Yes. A Muslim man blew...

Posted by Chris Herbert on Dienstag, 8. Dezember 2015

Es frustriert mich zunehmend, dass Menschen Rassismus von mir erwarten, weil ich in die Luft gejagt wurde. Hier ist meine Meinung:

Ja, ein muslimischer Mann hat mich in die Luft gejagt und ich habe dabei ein Bein verloren.
Ein muslimischer Mann hat an diesem Tag außerdem seinen Arm verloren, während er eine britische Uniform trug.
Ein muslimischer Sanitäter war in dem Hubschrauber, der mich vom Feld holte.
Ein muslimischer Chirurg führte die Operation durch, die mir das Leben rettete.
Eine muslimische Krankenschwester war ein Teil des Teams, das mir half, nachdem ich nach England zurückgekehrt war.
Ein muslimischer Pfleger war Teil des Teams, das mir mit meinen täglichen Bedürfnissen half, während ich in der Reha wieder lernte zu laufen.
Ein muslimischer Taxifahrer nahm mich umsonst mit, als ich mit meinem Vater ein Bier trinken ging, nachdem ich wieder zu Hause war.
Ein muslimischer Arzt tröstete meinem Vater und gab ihm einen Rat in der Bar, als er nicht wusste, wie er mit meinen Medikamenten und Nebenwirkungen umgehen sollte.

Im Gegensatz dazu:
Ein weißer Brite spuckte meiner Freundin ins Gesicht dafür, dass sie "mit einem Krüppel" schlafe, wenn sie doch "ihn haben könnte."
Ein weißter Brite schob meinen Rollstuhl vom Aufzug weg, damit er ihn zuerst benutzen konnte.
Ein weißer Brite schrie meinen Vater an, weil er auf einem Behindertenparkplatz parkte, als er mich nach meiner Ankunft auf dem Irak abholte.
(Viele Menschen haben bei meiner Reha geholfen! Ich hasse weiße Briten ebenfalls nicht!)

Was ich damit sagen will ist: verpisst euch. Ich weiß, wen ich mag und wen nicht. Ich weiß, wen ich zu schätzen weiß und wen nicht. Wenn ihr eine ganze Rasse von Männern und Frauen wegen der Taten einiger einzelner Arschlöcher hassen wollt, dann macht das, aber zwingt mir eure Meinung nicht auf, nur weil ihr denkt, ich bin ein einfaches Ziel, weil ein Idiot dachte, es wäre meine Zeit zu sterben. Alle Moslems für die Taten von Gruppen wie 'Daeshe' oder den 'Taliban' zu beschuldigen, ist genau wie alle Christen für die Taten des 'Ku-Klux-Klans' oder der 'Westboro Baptist Church' zu beschuldigen.

Bekommt eure Leben in den Griff, umarmt eure Familien und macht euch wieder an die Arbeit.

Bis heute haben mehr als 80.000 Menschen Chris' Beitrag geteilt. In kürzester Zeit ging die bewegende Nachricht des jungen Menschen um die Welt. Bleibt nur zu hoffen, dass seine Worte vor allem die Leute erreichen, die wirklich wachgerüttelt werden müssen.

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Zitate fürs Leben © iStock
von Maike Schwinum