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"DAS ist Brustkrebs" - Diese Mutter hat eine Botschaft für alle Menschen, die sie anstarren

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 16. November 2016

Manchmal ist das, was man sieht, nicht das, wonach es aussieht.

Christi Salcedo ist Mutter und Überlebende einer Brustkrebserkrankung. Nach der Amputation beider Brüste bereute sie die Entscheidung eigentlich nie. Eine Rekonstruktion ihrer Brüste kam für sie nicht in Frage. Bis im Sommer dieses Jahres in den USA eine Diskussion darüber geführt wurde, welche öffentliche Toilette Transsexuelle besuchen dürfen. Seitdem, so die Mutter, beäugen die Menschen einander noch kritischer und verurteilen jene, die äußerlich vielleicht nicht dem Ideal einer Frau oder eines Mannes entsprechen.

​Das hat sie aufgerüttelt. Ihre bewusste Entscheidung, ihre Brüste nicht wieder herstellen zu lassen, bereut sie auch heute nicht - doch sie hinterfragt sie von Zeit zu Zeit. Nämlich genau in den Momenten, in denen sie das Gefühl hat, von anderen Menschen angestarrt und vorverurteilt zu werden. In einem Facebook-Post, der seit seiner Veröffentlichung Tausende Menschen inspiriert, macht die Mutter ihrem Ärger Luft:

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Es ist an der Zeit, dass ich das sage. Nimm dir Zeit und schau dir meine Brust genau an. Fühl dich dabei nicht komisch. Es gibt da nichts Heiliges oder Sexuelles mehr.

Was du da sehen kannst, ist eine ausgehöhlte Achsel. Brustkrebs streut zu allererst in die Lymphknoten deiner Arme. Wie du siehst, war es bei mir der linke Arm, sie haben alle Lymphknoten entfernt und ziemlich viel Gewebe. Wie du vielleicht auch sehen kannst, ist da ein deformierter Schnitt, die nach der OP aufging.

Auch wenn ich verstehe, dass die pinke Schleife einigen Trost spendet, möchte ich, dass ihr wisst, dass Brustkrebs widerlich ist. Es ist kein leichter oder schicker Krebs, den man mal haben kann. Tatsächlich ist Krebs für mich immer der gleiche. Zellen drehen durch. Das Immunsystem wird beeinträchtigt.

Krebs hat mir einen wertvollen Teil von mir genommen, mit dem ich einst meine Kinder ernährt habe. Er hat mir einen Teil meiner sexuellen Identität geraubt. Allerdings nur, wenn wir über meine Brüste, oder besser meine einstigen Brüste sprechen.

Als ich mich dazu entschied, keine Rekonstruktion zu machen, hatte das viele Gründe, aber besonders den, dass meine Kinder mich schon zu sehr am Boden gesehen haben. Ich wollte, dass sie mich wieder stark sehen. Ich wollte, dass sie wieder die Mama haben, die sie kennen.

Bis vor kurzem war ich mit meiner Entscheidung sehr zufrieden. Aber, die große Badezimmer-Debatte 2016 hat mehr kaputt gemacht und verletzt, als nur die Transgender-Gemeinde.

Es​ hat uns Überlebende verletzt. Seit kurzem bemerke ich mehr Augen, die mich inspizieren. Im Geschäft, im Restaurant... Walmart war das Schlimmste. Ich möchte schreien: JA, ihr seht richtig. DAS ist Brustkrebs... Untersucht euch selbst. Stattdessen aber treffen meine Augen ihre und ich bettle regelrecht für eine Veränderung unserer Gesellschaft. [...]

Menschen, die gegen den Krebs kämpfen, haben vielleicht keine Haare oder tragen ein Kappe. Vielleicht haben sie sich aber auch einer Mastektomie unterzogen, so wie ich. Bitte zieht das in Betracht. Regt euch ab.

Christi ist eine starke und mutige Frau. Sie hat ihren Kampf gegen die fiese Krankheit Krebs gewonnen. Und doch kann sie sich nicht wie eine Siegerin fühlen - weil einige Menschen völlig ungerechtfertigt über sie urteilen. Weil diese Menschen sich bedroht fühlen von dem, was ihnen fremd ist.

Dabei ist nicht das Fremde das Bedrohliche, sondern die Angst der Menschen und was sie mit ihnen macht. Aus Angst vor dem Unbekannten diskriminieren, verurteilen und verletzen sie andere. Christi will, dass damit Schluss ist. Leben und leben lassen, ist, was sie von der Gesellschaft fordert. Und ihr Leben hat sie sich wirklich hart erkämpft.

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von Anne Walkowiak