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"Mama gesucht!" Warum diese Stellenausschreibung zu Recht so große Wellen schlägt

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 1. Februar 2017

Endlich dreht mal einer den Spieß um!

Wir haben für 2017 schon den Chef des Jahres gefunden. Jawoll! Sorry an all unsere Vorgesetzten oder an jeden, der bisher sein Team großartig geführt hat - aber Agentur-Chef Michi Kasper kann so schnell keiner das Wasser reichen. Warum genau? Ganz einfach, er hat diese Stellenanzeige veröffentlicht:

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Michi will seine kleine Agentur vergrößern und sucht dafür neue Mitarbeiter. Doch anders als bisherige Stellenausschreibungen setzt er dabei gezielt auf Mütter. Jaja, ich höre euch schon rufen: "Das darf der doch gar nicht. Das ist ja Diskriminierung. Nur weil ich kein Kind habe bin ich trotzdem genauso gut qualifiziert. Theoretisch könnte ich den jetzt verklagen." Ich bin sicher, euch fallen noch mehr Dinge ein.

Aber jetzt mal Hand aufs Herz - wie oft habt ihr es bisher erlebt, dass ein Chef sich lieber für eine Mutter entschieden hat als für einen kinderlosen und flexiblen Kandidaten, wohl gemerkt bei gleicher fachlicher Qualifikation?​

Und Michi dreht den Spieß für seine Agentur jetzt einfach mal um. Denn er glaubt, dass Mütter die idealen Mitarbeiter sind, weil sie ganz andere Lebenserfahrungen gemacht haben. "Mamas sind stressresistent, gut vernetzt, oft bestens ausgebildet und können mit Kindern sowie Kindsköpfen umgehen", schreibt er in seiner Ausschreibung.

Den Ansatz kann sich getrost der ein oder andere Chef mal zu Gemüte führen. Es stimmt, dass Mütter zeitlich weniger flexibel sind, vielleicht auch einmal mehr wegen eines kranken Kindes ausfallen und in der Regel in Teilzeit angestellt sind. Aber macht sie das wirklich zu schlechteren Mitarbeitern? Ist es fair, Frauen zu diskriminieren, weil sie den Wunsch haben, zu arbeiten und Kinder zu haben?

Michi findet, dass die eingeschränkte zeitliche Flexibilität die fachliche Qualifikation einer Mutter überhaupt nicht schmälert. Vor allem nicht für die von ihm ausgeschriebene Stelle. "Ich habe nach einer Person gesucht, die das Regiment im Büro übernimmt. Mit der Güte einer Mutter und auch mit dieser Strenge", erklärt er im Interview mit dem 'Kölner Stadt Anzeiger'.

Wir finden, diese Stellenanzeige hat alle Aufmerksamkeit verdient, die ihr bisher zugekommen ist, und noch viel mehr. Und wir wünschen uns, dass sich das ein oder andere Unternehmen Michi zum Vorbild nimmt. Denn in Sachen Organisation, Effizienz und Multitasking kann einer Mama kaum jemand das Wasser reichen.

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von Anne Walkowiak