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Es ist nur ein kleiner Schmetterling - doch trauernden Eltern erspart er eine Menge Leid

von Maike Schwinum Veröffentlicht am 22. Juni 2016

Der Verlust eines Kindes ist das wohl Schlimmste, was Eltern durchmachen müssen. Ein einfacher Sticker soll ihnen eine große Last nehmen.

Millie Smith war in der Neugeborenenintensivstation und wachte über ihre schlafende Tochter, Callie, als der scheinbar unschuldige Kommentar einer anderen Mutter sie fast zusammenbrechen ließ. "Sie haben ja so ein Glück, dass sie keine Zwillinge haben", meinte die fremde Mutter von zwei kleinen Babys beiläufig zu Millie. Was die Frau nicht wusste: Millie ist sehr wohl Zwillingsmutter - doch Callies Schwester Skye starb nur wenige Stunden nach der Geburt.

Doch Millie ist zu erschüttert, um der Frau zu antworten. "Ich rannte mit Tränen in den Augen aus dem Zimmer und niemand wusste, warum", erzählt sie im Gespräch mit 'Babble'. "Ich brachte es nicht über mich, ihnen zu sagen, was passiert war. Ein einfacher Sticker hätte die gesamte Situation verhindert." Und so kommt die trauernde Mutter auf eine Lösung, die andere Eltern davor bewahren soll, dieselbe schmerzhafte Konfrontation zu erleben, wie sie selbst.

Die Britin ruft eine Fundraising-Aktion ins Leben, die den Namen 'Skye's Wish' (auf Deutsch: "Skyes Wunsch") trägt. Damit möchte sie lilafarbene Schmetterlings-Sticker machen, die auf Intensivstationen für Neugeborene dort angebracht werden sollen, wo ein Baby liegt, das als Teil einer Mehrlingsgeburt überlebt hat, seine Geschwister jedoch nicht. Bereits jetzt sind die Sticker in dem Krankenhaus zu finden, in dem Millie damals Callie und Skye zur Welt brachte. Ein Schild, was dort hängt, liest:

Wenn sie diese Intensivstation besuchen, ob als Partner, Familienmitglied oder Freund, bitte achten sie auf die Schmetterlingsymbole an einigen der Bettchen. Sie repräsentieren ein Baby, das ein Teil von Mehrlingen war, bei denen nicht alle Kinder überlebten.

Ein Baby zu verlieren - ob unerwartet oder mit Vorwarnung - ist immer niederschmetternd. In der 12. Schwangerschaftswoche erfuhren Millie und ihr Partner Lewis Cann, dass sie Zwillingsmädchen bekommen würden. Doch Skye hatte Anenzephalie, eine Fehlbildung, durch die sich ihr Gehirn nicht richtig entwickelte. Es gibt keine Heilung oder Behandlung und die meisten Säuglinge überleben nach der Geburt nicht lange.

​Trotz seiner Trauer beschloss das Paar, die Schwangerschaft nicht abzubrechen und Millie bereitete sich auf eine sehr emotionale Geburt vor. Am Tag der Geburt wird die Mutter in einen Kreißsaal gebracht, der speziell für Eltern gedacht ist, die den Verlust eines Neugeborenen erwarten. Diese Art von Kreißsälen hofft Millie, neben den Stickern, mit dem gesammelten Geld fördern zu können.

Wir sind begeistert von Millies Idee. Denn tatsächlich ist das Letzte, was trauernde Eltern tun möchten, ihre Situation immer und immer wieder fremden Menschen erklären zu müssen. "Am Ende werde ich nie in der Lage sein, diese Vorfälle komplett zu verhindern, aber wir können es mit Selbsthilfegruppen und Dingen wie diesen Stickern besser machen", so Millie. "Schließlich ist es die wohl schlimmste Sache, die jemals jemand durchmachen muss."

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von Maike Schwinum