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Der Brief eines Babys, das lernen soll, alleine zu schlafen

Maike Schwinum
von Maike Schwinum Veröffentlicht am 10. Januar 2018
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"Nachdem ich eine Weile geschrien habe, musste ich aufhören. Mein Hals hat so wehgetan. Mein Kopf hat gepocht."

Wenn es um die "Schlaferziehung" von Säuglingen geht, gehen die Meinungen von Eltern weit auseinander. Die einen sagen, dass Babys lernen müssen, alleine zu schlafen und darum sollte man sie nicht jedes Mal trösten, wenn sie nachts weinen. Andere sind der Meinung, dass kein Baby sich in den Schlaf weinen sollte und Kinder auch anders lernen können, die Nacht durchzuschlafen.

Eine Vertreterin der zweiten Meinung ist auch die Autorin eines Beitrags auf dem Blog 'Alternative Mama'. Sie spricht sich gegen das Schlaftraining aus - und zwar in einem Brief, den sie aus der Sicht eines Babys geschrieben hat. Schließlich können die Kleinen selbst noch nicht sprechen. In dem Artikel "Ein Brief von einem Baby, das lernt, alleine zu schlafen", schreibt sie:

Liebe Mama,

ich bin verwirrt.

Ich bin es gewohnt, in deinen warmen, weichen Armen einzuschlafen. Jede Nacht kuschel ich mich nah an dich; nah genug, um deinen Herzschlag zu hören, nah genug, um deinen Duft einzuatmen. Ich schaue in dein wunderschönes Gesicht, während ich langsam in den Schlaf sinke und mich in deinen Armen sicher und geschützt fühle. Wenn ich aufwache, weil mein Magen knurrt, meine Füße frieren oder ich in den Arm genommen werden muss, bist du sofort bei mir und es dauert nicht lange, ehe ich wieder eingeschlafen bin.

Aber diese Woche war anders.

Jede Nacht in dieser Woche lief so: Du hast mich in mein Bettchen gelegt und mir einen Gute-Nacht-Kuss gegeben, das Licht ausgemacht und bist gegangen. Zuerst war ich verwirrt, habe mich gefragt, wo du bist. Bald habe ich Angst bekommen und habe nach dir gerufen. Ich habe gerufen und gerufen, Mama, aber du bist nicht gekommen. Ich war so traurig, Mama. Ich wollte dich so gerne bei mir haben. Ich habe das noch nie so stark gefühlt. Wo bist du hin gegangen?

Endlich kamst du zurück! Oh, wie glücklich und erleichtert war ich, als du wiederkamst! Ich dachte, du hättest mich für immer verlassen! Ich habe meine Arme nach dir ausgestreckt, aber du hast mich nicht in den Arm genommen. Du hast mir noch nicht einmal in die Augen geschaut. Du hast mich wieder hingelegt mit deinen weichen, warmen Armen, hast gesagt, "Es ist jetzt Schlafenszeit," und bist wieder gegangen.

Das passierte immer und immer wieder. Ich schrie nach dir und nach einer Weile - jedes Mal dauerte es länger - kehrtest du zurück, aber hast mich nicht in den Arm genommen.

Nachdem ich eine Weile geschrien hatte, musste ich aufhören. Mein Hals hat so wehgetan. Mein Kopf hat gepocht und mein kleiner Bauch hat geknurrt. Mein Herz hat aber am meisten wehgetan. Ich konnte einfach nicht verstehen, warum du nicht gekommen bist.

Nach einer gefühlten Ewigkeit dieser Nächte gab ich auf. Du kamst nicht, wenn ich schrie, und wenn du doch kamst, schautest du mir nicht einmal in die Augen oder nahmst meinen zitternden, schluchzenden, kleinen Körper in deine Arme. Das Schreien tat so weh, dass ich es nicht lange aushalten konnte.

Ich verstehe das einfach nicht, Mama. Tagsüber, wenn ich falle und mir den Kopf stoße, hebst du mich hoch und tröstest mich. Wenn ich Hunger habe, fütterst du mich. Wenn ich zu dir krabbele, liest du meine Gedanken und hebst mich hoch, küsst mein Gesicht und sagst mir, wie besonders ich bin und wie sehr du mich liebst. Wenn ich dich brauche, bist du immer für mich da.

Aber nachts, wenn es dunkel und still ist und mein Nachtlicht komische Schatten an meine Wand wirft, dann verschwindest du. Ich kann sehen, dass du müde bist, Mama, aber ich liebe dich so sehr. Ich möchte dir einfach nur nah sein, mehr nicht.

Jetzt bin ich nachts still. Aber ich vermisse dich.

Nachdem 'Alternative Mama' den Brief auf seiner Facebook-Seite teilte, meldeten sich etliche Mütter, die von ihm sehr gerührt waren. So kommentierte eine Nutzerin: "Dieser Brief bricht mir jedesmal das Herz, wenn ich ihn lese." Eine andere schrieb: "Das ist eine starke Botschaft an alle Mamas. Wir wünschen uns nichts sehnlicher, als dass unsere Babys die Nacht durchschlafen, aber das passiert eben erst, wenn sie soweit sind."

Falls ihr euch nun aber fragt, wie ihr euer Kind am besten zum Einschlafen bringt, haben wir die besten Tipps für übermüdete Eltern. Außerdem findet ihr bei uns die 5 besten Einschlafhilfen fürs Baby.

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