Home / Buzz / Beliebt im Netz / Offener Brief: Diese Mutter hat genug davon, sich für ihre große Familie schämen zu müssen

Buzz

Offener Brief: Diese Mutter hat genug davon, sich für ihre große Familie schämen zu müssen

von Maike Schwinum Veröffentlicht am 25. Juli 2016

"Warum denken die Leute, dass sie dazu befugt sind, unhöfliche Kommentare zur Familienplanung einer Mutter zu machen?"

Sylvia Bass ist Mutter und Bloggerin aus dem US-amerikanischen Bundesstaat Georgia. Auf ihrem Blog 'Tales From The Mommy Trenches' schreibt sie über ihren Alltag als Mutter vor vier Mädchen. Bereits 2014 veröffentlicht sie einen Beitrag, der für Aufmerksamkeit sorgte, in dem sie von ihrer Begegnung mit einer fremden Frau nach einem Besuch beim Kinderarzt berichtet.

Die beiden kommen ins Gespräch und Sylvia erfährt, dass die andere Mutter gerade mit ihrem vierten Kind schwanger ist. Als die Bloggerin sie überschwänglich beglückwünscht, erklärt die andere Mutter: "Vielen Dank! Sie glauben ja gar nicht, wie viele Leute mir ihr Beileid ausdrücken, wenn sie herausfinden, dass es mein viertes Kind ist. Oder mich fragen, ob das 'geplant' war." Diese Aussage lässt Sylvia danach nicht mehr los. Sie schreibt:

Seit wann ist es ein tragisches Ereignis, eine große Familie zu haben? Warum denken die Leute, dass sie dazu befugt sind, unhöfliche Kommentare zur Familienplanung einer Mutter zu machen, nur weil sie viele Kinder hat? Unzählige Fremde haben mich mit meinen drei Kleinen im Supermarkt schon angesprochen und gefragt, wie viele Kinder ich noch haben möchte. Ich weiß es nicht, lieber Fremder. Aber ich sage Ihnen was: Nächste Woche bringe ich meinen Ehemann mit und wir drei besprechen unsere Familienplanung und finden eine Nummer, die Ihnen zusagt.

Und warum sind Leute so besessen davon, zu wissen, ob eine Schwangerschaft "geplant" war oder nicht? Ist das Kind von einer "geplanten" Schwangerschaft mehr wert als das Kind einer "ungeplanten" Schwangerschaft?

Es scheint als gäbe es eine unausgesprochene Regel, dass du nur zwei Kinder haben darfst: Ein Mädchen und einen Jungen, etwa 2-5 Jahre auseinander. Wenn du es falsch machst und diese Geschlechterquote nicht einhältst, dann ist es dir gestattet, noch ein drittes Kind zu bekommen. Aber dann riskierst du den Spott fremder Menschen, wenn du am Ende (Gott bewahre!) DREI Mal dasselbe Geschlecht hat. Ich habe diese Art des Portfolio-Kinderkriegens nie verstanden.

Ich habe drei Mädchen, die alle nur ein Jahr auseinander liegen. Das finden Menschen aus irgendeinem Grund unangenehm. Sie versuchen ständig diese unerhörte Entscheidung, so viele Kinder nacheinander zu haben, damit zu erklären, dass wir 1) weiterhin auf einen Jungen gehofft haben, oder 2) alles schnell "hinter uns bringen wollen". Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht einmal, das Nummer 2 bedeutet. Wir kriegen Kinder und keine Wurzelbehandlung. Ich habe damit aufgehört, Menschen zu erklären, dass wir einfach gerne Kinder bekommen. Denn das macht für sie scheinbar keinen Sinn. Wer würde schon drei Kinder nacheinander mit ABSICHT kriegen?

Also, bitte gebt allen Müttern die Unterstützung und den Zuspruch, den sie brauchen - ob es ihr erstes Kind oder ihr neuntes ist. Denn dein letztes Kind verdient eben so viel Freude wie dein erstes.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Wir stimmen Sylvia aus vollem Herzen zu und applaudieren ihr für diese ehrlichen Worte!

Auch auf gofeminin: Promi-Kinder: Diese Stars zeigen ihren süßen Nachwuchs

Promi-Kinder: Stars zeigen ihren Nachwuchs © Twitter/Twitpic
von Maike Schwinum