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Weil es manchmal nicht leicht ist: DAS heißt es wirklich, Mama zu sein

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 1. Februar 2016

Der Post dieser Zweifach-Mama trifft den Nagel für viele Mütter wohl auf den Kopf.

Nie würde ich behaupten, dass das Muttersein einfach ist. Sicher, es gibt Tage, da fällt einem alles leicht: Die Kinder sind gut drauf, die Sonne lacht und am Ende des Tages gehen alle glücklich und zufrieden ins Bett. Wer aber eigene Kinder hat, der weiß, dass auf einen schönen Tag auch immer ein umso anstrengenderer folgt. An dem wissen die Kinder genauso wenig mit sich anzufangen wie man selbst und man quält sich durch den Tag.

An einem Tag, an dem ein Konflikt den nächsten jagt, möchte man mehr als einmal einfach aussteigen. Die Situation, die streitenden Kinder oder das Chaos im Haus verlassen. Macht man aber nicht. Kann man als Mutter auch gar nicht.

Der Post dieser Mutter, der gestern über die Facebook-Seite von 'Love Parenting' geteilt wurde, schildert genau einen dieser konfliktgeladenen Tage. Die Verzweiflung der Mutter, ihre Hilflosigkeit und all die Gedanken, die jede Mutter sich mit Sicherheit schon gemacht hat.

The walls are closing in around me. My five year old has been whining with neverending stamina from the moment he woke...

Posted by Love Parenting on Sonntag, 31. Januar 2016

Die Wände erdrücken mich fast. Mein 5-Jähriger jammert mit nie endendem Durchhaltevermögen seit er wach geworden ist. "Ich will nicht... Warum darf ich nicht?... Das will ich nicht... Kannst du... Kannst du... Kannst du?!"

Das Baby ist übermüdet, weigert sich zu schlafen und hat das dritte Mal innerhalb von drei Stunden die Windel viel zu voll gemacht. Ich bin gerade einmal vier Stunden wach und ich bin schon am Ende.

Müdigkeit, Hunger, unaufhörlicher Lärm und ein Gefühl von übermächtiger Monotonie zusammen lassen mich schwach, ungeduldig und gefesselt fühlen. Ich bin eine Gefangene in meinen vier Wänden.

Ich brauche Freiheit.

Und deshalb sage ich meinem Sohn, dass wir raus gehen. "Nein", sagt er. "Es ist zu windig, ich bin zu müde."
"Doch", sage ich. "Wir brauchen das."

Ich nehme das Baby in die Trage, setze die Mütze auf. Sie wird sofort ruhiger. Als spüre sie die nahende Freiheit. Sie braucht das auch.

Wir laufen, der Wind weht uns um die Ohren und bläst unseren Stress weg, Stück für Stück. Da gibt es eine Welt außerhalb meiner vier Wände. Eine Tatsache, die wir viel zu schnell vergessen, wenn wir hinter unseren geschlossenen Türen sitzen.

Ich setze mich, starre aufs Meer. Die brechenden Wellen erinnern mich daran, wie klein ich bin, wie unbedeutend meine kleinen Probleme im großen Ganzen sind. Es gibt Leute da draußen, auf der anderen Seite des großen, tobenden Ozeans, die würden sich sprichwörtlich einen Arm ausreißen, um den Platz mit mir zu tauschen. Um meine Problemen zu haben. Um Zugang zu der medizinischen Versorgung zu haben, die meiner Tochter die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln.

Ich habe Glück.

Ich erinnere mich daran, was es heißt, eine Mutter zu sein. Ich bin mächtig. Ich bin stark. Ich bin in der Lage für die beiden kleinen Menschen Berge zu versetzen, für sie bin ich kein durchschnittlicher Mensch. Ich bin eine Göttin.
Der Wind streichelt mein Gesicht und ich grinse, das Lachen meines Sohnes erreicht meine Ohren. Ich werde mich nicht geschlagen geben. Ich schaffe das.

Wir eilen nach Hause und das Chaos geht weiter. Aber dieses Mal zerbreche ich nicht daran.

Egal wie übermächtig das Chaos manchmal erscheint, Eltern schaffen das. Und am Ende eines solchen Tages ist immer die Gewissheit, dass wieder schönere, ruhigere folgen. Und für die Kinder sind Mama und Papa immer die Größten (selbst wenn sie mal meckern).

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von Anne Walkowiak