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© facebook.com/ KerFoxPhotography
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Perfekt unperfekt: Bei diesem Projekt geht es um viel mehr als nur Dehnungsstreifen

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 17. Juni 2015

Inspiriert von anderen Body-Postive-Bildern entschied sich die Fotografin Neely Ker-Fox ihre ganz persönliche und wunderschön ehrliche Fotoreihe zu machen.

Als Neely Ker-Fox ihr zweites Kind bekam, erkannte sie ihren eigenen Körper kaum wieder. Gezeichnet von Dehnungsstreifen und überschüssiger Haut fühlte sie sich nicht sonderlich attraktiv. Doch sie empfand Bilder, wie die von Fotografin Jade Beall, die Körper von Frauen nach der Schwangerschaft zeigten, wie sie wirklich sind, als sehr befreiend. Sie stellte fest, dass sie die damit verbundenen Diskussionen rund um den weiblichen Körper gar begrüßte.

Also beschloss sie, eigene Bilder zu machen. Sie wollte Frauen in ihrer Umgebung die Möglichkeit bieten, ihren Körper kennenzulernen, zu akzeptieren und ihr Selbstbewusstsein​ nach der Schwangerschaft wiederzufinden. So entstand ihr ganz eigenes Fotoprojekt namens "Perfect Imperfections" (zu deutsch: "perfekte Mängel"). Über das Internet startete Neely einen Aufruf und erhielt umgehend mehr als 30 Antworten. 16 Frauen konnte sie bisher fotografieren. Und ein Mädchen mit "Spina bifida", einer Fehlbildung der Wirbelsäule.

"Dieses Projekt geht um so viel mehr als nur Dehnungsstreifen und Cellulite", sagt Neely Ker-Fox. "Es geht um Frauen, die aus dem Schatten treten und deutlich machen, was ihre alltäglichen Problemen sind, um diese zu normalisieren, zu bestärken und andere darüber aufzuklären."

© facebook.com/KerFoxPhotography

Die Fotografin hofft, dass die Vielzahl an Bildern von unretuschierten und 'echten' Frauen vor allem die folgenden Generationen beeinflusst, ganz besonders die Generation ihrer Kinder. "Je öfter die Gesellschaft diese 'echten Menschen' sieht, desto offener können Frauen über ihren Körper nach der Geburt, Fruchtbarkeitsprobleme, Wochenbettdepressionen oder Mobbing sprechen und so anderen dabei helfen, Frieden mit sich zu schließen, weil sie wissen, dass es anderen genauso geht. In unserem tiefsten Inneren wollen wir einfach nur wissen, dass wir nicht allein sind."

Das Fotoprojekt hat der Fotografin dabei geholfen, ihre 'Male des Lebens' für sich anzunehmen. "Es war wie eine Art Heilung", wie sie selber sagt. Deshalb möchte sie ihr Projekt fortsetzen. Und es soll in der Zukunft nicht auf weibliche Fotomodelle beschränkt sein, denn "...wir als Menschen haben alle Unsicherheiten, wir sind alle verängstigt, unperfekt und in irgendeiner Form beschädigt - körperlich, oder emotional."

Wir finden Neelys Fotos nicht nur wunderschön, sondern vor allem wunderschön echt. Keines der Modelle muss sich verstecken oder schämen. Denn jede dieser Frauen ist schön, auf ihre individuelle Art und Weise.

von Anne Walkowiak