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Nach einem Unfall lebt Ashley mit einer Beinprothese und bittet ihre Nachbarn um Hilfe - dafür muss sie sich beschimpfen lassen

Maike Schwinum
von Maike Schwinum Veröffentlicht am 19. März 2015
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Ashley lernt noch immer, mit ihrer neuen Beinprothese zu laufen. Doch neben ihrer täglichen Herausforderung, hat sie auch noch mit einer uneinsichtigen Nachbarin zu kämpfen.

Im Sommer 2014 verlor Ashley Brady ihr rechtes Bein bei einem tragischen Unfall. Seitdem ist es für sie ein täglicher Kampf, mit ihrer Prothese Laufen zu lernen. Besonders bei Schnee und Eis hatte die 26-Jährige aus dem US-Bundesstaat Ohio Probleme, über den Parkplatz ihres Wohnkomplexes zu ihrem Auto zu gelangen. Sie fiel immer wieder hin und tat sich schwer, ihr Gleichgewicht zu halten.​ Deshalb bat sie ihren Vermieter um einen Behindertenparkplatz in der Nähe der Eingangstür - und bekam ihn auch.

​Doch es scheint, als würden nicht alle von Ashleys Nachbarn Rücksicht auf die Umstände der jungen Frau nehmen wollen. So kam Ashley eines Abends nach Hause und sah, dass jemand auf dem Behindertenparkplatz geparkt hatte, ohne dafür berechtigt zu sein. Die beinamputierte Frau ärgerte sich und hinterließ dem Besitzer des Autos eine Notiz, um darauf hinzuweisen, dass er oder sie falsch geparkt hatte.

Mit der darauffolgenden Reaktion hätte Ashley nie im Leben gerechnet. Sie fand einen Zettel mit einer an sie gerichteten Nachricht, in der die Besitzerin des Autos sie wüst beschimpfte. Von Einsicht oder Mitgefühl keine Spur.

"Hey Behindi. Erstens: Rühr nie wieder mein Auto an! Und, Schätzchen, du bist nicht die Einzige mit 'Herausforderungen'. Wenn du Mitleid willst, geh zu einer Selbsthilfegruppe für Einbeinige! Du hast dich mit der falschen Frau angelegt! Was deine Notiz sagt, ist mir egal, du kannst mich mal. Aber wenn du je wieder mein Auto anrührst, werde ich dich anzeigen - das meine ich todernst! Ich habe der Leitung des Wohnkomplexes mitgeteilt, wenn diese Heulsuse je wieder meinen Besitz anrührt, dann sorge ich für Ärger. Also geh und heul dich wegen deiner Behinderung bei jemandem aus, der sich dafür interessiert, weil ich gehe mit BEIDEN Beinen davon!! Schlampe."

Diese unglaublich respektlose Nachricht schockt. Ashleys Schwester Kaitlyn wollte etwas tun und veröffentlichte ein Foto des Zettels bei Facebook, um auf das unmögliche Verhalten der Nachbarin aufmerksam zu machen. In kürzester Zeit war Ashleys Geschichte bei tausenden von Menschen angekommen, die sich alle vereinten, um sich für Ashley stark zu machen.

"Ich habe viele Rückmeldungen im Netz bekommen von Menschen mit Handicap, die ähnliche Situationen durchmachen mussten", erzählt Ashley. "Man bekommt nicht das, was man will, nur indem man jemanden terrorisiert. Auf dem Zettel hat sie mir gesagt, ich soll mich bei jemandem ausheulen, der sich dafür interessiert. Also habe ich mich ans Internet gewandt und, wie sich herausstellte, interessiert es ganz schön viele Menschen."

Schaut euch hier Ashleys ganze Geschichte im Video an:

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Wir sind schockiert und angeekelt, dass sich Menschen so verhalten. Niemand sollte sich so behandeln lassen müssen, wenn er im Recht ist. Ashley hat sich mittlerweile an die örtliche Polizei gewandt und es bleibt zu hoffen, dass sie bald mindestens eine Entschuldigung bekommt.

von Maike Schwinum