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© Facebook/ Raye Lee
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Von wegen "leicht"! Diese Mutter räumt mit allen Vorurteilen gegen Kaiserschnitte auf

von Inga Back Veröffentlicht am 18. August 2016

"Oh, echt? Ein Kaiserschnitt? Also hast du gar keine richtige Geburt erlebt. Es muss so angenehm sein, den leichten Weg zu wählen."

Als Raye Lee diesen Kommentar hört, platzt ihr endgültig der Kragen. Sie hat es satt, dass die Menschen ihre Geburtserlebnis ständig herunterspielen.

Stellt euch vor, ihr versucht 38 Stunden lang unter höllischen Schmerzen ein drei bis vier Kilogramm schweres Baby aus eurem Körper zu pressen, um dann gesagt zu bekommen, dass der Herzschlag des Kindes bei jeder Wehe aussetzt. Stellt euch vor, euch wird schließlich der Bauch aufgeschnitten, die Muskeln und das Fettgewebe aufgerissen, um das Kind aus eurem Körper zu holen.

Und nach all dem besitzt ​dann jemand die Frechheit euch zu sagen, das alles soll "angenehm" gewesen sein. Ja, uns würde das auch aufregen!

In einem emotionalen und sogar etwas wütenden Facebook-Post beschreibt Raye Lee ihre Erfahrung, um jeden Menschen, der sich anmaßt, eine Geburt mit "leicht" (oder eben nicht) zu bewerten, ein für alle Mal zum Schweigen zu bringen.

"Oh ja, meine Notkaiserschnitt war wirklich aus reiner Bequemlichkeit. Es war sehr angenehm, 38 Stunden in den Wehen zu liegen, bevor es anfing meinem Baby nicht gut zu gehen und sein Herz bei jeder Wehe buchstäblich aufgehört hat zu schlagen."

Für diejenigen, die auf ironische Nachrichten gerne Hasskommentare hinterlassen, klärt sie dann noch genau auf, dass jedes Wort sarkastisch gemeint ist. Natürlich war das nicht angenehm, sondern eine schreckliche Erfahrung, die Raye Lee als "das Schmerzhafteste, was ich je erlebt habe" beschreibt.

Doch sie sieht es nicht nur schlecht. Raye Leen ist auch stolz auf dieses traumatische Erlebnis, das ihr ganzes Leben verändert hat. "Ich gehöre jetzt zu den knallharten Mamas mit einer Narbe, die beweist, dass ein Baby aus meinem Körper geschnitten wurde und ich überlebt habe, um meine Geschichte zu erzählen (denn man kann an so etwas sterben, wisst ihr)", so die junge Mutter.

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Für die Menschen ohne eine gesunde Portion Einfühlungsvermögen beschreibt sie auch gleich, wie es eigentlich ist, sich von einer solchen Operation zu erholen. Denn vielen Leuten scheint nicht klar zu sein, dass es natürlich nicht "angenehm" ist, wenn einem der Bauch aufgeschnitten wird.

"Man braucht seine Bauchmuskeln für nahezu alles... sogar um sich hinzusetzen. Stell dir vor, du kannst sie nicht benutzen, weil sie von einem Arzt zerrissen und buchstäblich zerfetzt wurden (...) Dann fordert dich die erste Krankenschwester dazu auf, aus dem Bett zu steigen und ein reißender Schmerz zieht durch deinen Körper."

Über 11.000 Menschen haben ihren Post inzwischen geteilt und viele sprechen in den Kommentaren ihre Bewunderung und ihren Dank aus, dafür dass Raye Lee ihre Bilder und ihre Geschichte mit der Welt geteilt hat. Denn viel zu oft müssen sich Kaiserschnitt-Mamas anhören, sie hätten es so viel leichter oder besser haben als Mütter, die eine "normale" Geburt durchmachen.

Und über eine Aussage von Raye dürften sich alle Mamas einig sein: "Ich würde das ganze jeden Tag aufs Neue durchstehen, nur um sicherzugehen, dass ich sein lächelndes Gesicht sehe."

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von Inga Back