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Sie dachte, sie hört ihren Freund schnarchen - doch tatsächlich lag er bereits im Sterben

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 21. Februar 2017

Seine Krankheit war bekannt, Ärzte hatten ihm aber versichert, er würde ein langes und gesundes Leben führen.

"Wir lagen im Bett und ich dachte, er würde schnarchen, also schubste ich ihn und sagte, er solle leise sein." So beschreibt Lisa Lee die Nacht, in der sie nicht nur ihren Partner, sondern auch den Vater ihres Sohnes verlor. Als Lewis nicht auf Lisa reagierte, machte sie das skeptisch. Sie schaltete das Licht an und sah, dass Lewis violett angelaufen war.

​Vor einem Jahr hatten Ärzte bei dem 25-Jährigen das Brugada-Syndrom diagnostiziert. Eine Erkrankung des Herzens, die zu Herzrhythmusstörungen und so bereits in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter zum Herzstillstand führen kann. Das Tückische an der Krankheit: Es gibt keine anderen Symptome, außer die Herzrhythmusstörung selbst, die auf die Krankheit hinweisen. Die Betroffenen erscheinen bis dahin völlig gesund.

Mit Lewis' Diagnose versicherten die Ärzte dem jungen Vater und seiner Freundin, dass er ein "langes und gesundes Leben" führen werde. Denn das Risiko, dass er an einem plötzlichen Herzstillstand sterben würde, sei bei ihm gering. Das Einsetzen eines Defibrillators hielten die Ärzte für nicht notwendig.

"Er starb ein Jahr nach der Diagnose", so Lisa. Die junge Frau rief sofort den Notarzt und nahm eine Herzdruckmassage bis zum Eintreffen der Sanitäter vor. Doch im Krankenhaus konnten Ärzte nur noch den Tod des 25-Jährigen feststellen. Das, was Lisa für ein Schnarchen gehalten hatte, war Luft, die Lewis toten Körper verließ.

​"Lewis zu verlieren hat mein Leben und das unseres Sohnes zerstört", sagt Lisa. Sie ist sich sicher, dass ein automatischer Defibrillator ihren Freund gerettet hätte und macht den Ärzten von damals große Vorwürfe. Damit andere Patienten nicht dasselbe erleben müssen wie Lisa, hat sie nur wenige Tage nach Lewis' tragischem Tod eine Petition gestartet.

"Diese Krankheit ist ein leiser Killer - ich will einfach Aufmerksamkeit schaffen und dafür sorgen, dass etwas getan wird", erklärt die junge Witwe. Lisa will erreichen, dass Patienten, die mit dem Brugada-Syndrom diagnostiziert werden, selbst die Wahl haben, sich einen automatischen Defibrillator einsetzen zu lassen - unabhängig davon, wie hoch Ärzte das Risiko eines Herzstillstands einschätzen.

"Das hat alles irgendwie in die richtige Perspektive gesetzt", meint Lisa. "Das Leben ist so kurz und ich weiß heute, dass ich sehr naiv war, weil ich dachte, so etwas würde nicht passieren."

von Anne Walkowiak