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© facebook.com/ Aly Brothers
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Leute, hört auf über Eltern zu urteilen! Der Post dieser alleinerziehenden Mutter rüttelt auf

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 1. September 2016

Vorwurfsvolle Blicke helfen hier wirklich niemandem.

Ein übel gelauntes Kind ist ein Garant für unfreiwillige Aufmerksamkeit. Wer schon mal in einem Supermarkt, einem Museum oder sonstigen öffentlichen Raum gestanden hat und miterleben durfte, wie das eigene Kind gerade einen Schreianfall bekommt, der weiß, wie sich das anfühlt. Die Nerven liegen blank, weil man dem kleinen Menschen gerne helfen will, aber keinen Weg zu finden scheint, und weil die Umgebung einen mit mahnenden Blicken, vorwurfsvollem Geflüster und ablehnendem Kopfschütteln in die Ecke drängt.

Aly Brothers, eine 22-jährige Mama, fand sich kürzlich genau in diese Ecke gedrängt. Sie wollte gemeinsam mit ihren beiden Söhnen (3 Jahre und 20 Monate alt) morgens schnell ein paar Kleinigkeiten besorgen. "Wir waren gerade im Laden und die beiden hatten einfach absolut keine Lust darauf", so Aly im Interview mit 'BuzzFeed'. Das Ende dieses kurzen Ausflugs war, dass Aly weinend im Auto saß und ihre Jungs überhaupt nicht verstehen konnten, was da gerade passiert war. Deshalb wendet sich Aly in einem Facebook Post an die Öffentlichkeit.

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So sieht Muttersein aus.
Keine schicken Filter, kein gutes Licht, kein neuer Lippenstift. Es ist vielmehr verwuschelte, nasse Haare vom Regen, das gestrige Make-up, das ich aus Faulheit nicht abgemacht habe, und Tränen. Muttersein ist hart. Eine alleinerziehende Mama zu sein, ist hart. Das Weinen begann mit dem Erhalt des Kassenbons und hielt die gesamte Fahrt über nach Hause an. Weinen, das auch meinen ältesten Sohn auf dem Rücksitz ansteckte, denn er kann es nicht ertragen, wenn seine Mama weint. Wir wissen, wie sehr Söhne ihre Mütter lieben.

Also, meine blauäugigen, blonden, engelsgleichen Kinder waren heute morgen nicht so engelsgleich. [...]

​Ihr Jüngster weinte, schmiss Sachen aus dem Einkaufskorb und wollte einfach nicht darin sitzen bleiben. Der Ältere rannte durch den Laden, öffnete Gefriertruhen und tat lautstark kund, was er gerne haben wollte. Trotz der Blicke der anderen Kunden ließ sich Aly nicht unterkriegen.

Keine Worte, einfach nur Blicke. Ich habe versucht, damit klar zu kommen. Und dann entdeckten wir Ballons. Oh, wie sehr meine Kinder Ballons lieben. Sie wollten die großen, die 8 Dollar kosten. Ich ging einen Kompromiss ein und wir einigten uns auf einen Ballon, der geteilt werden sollte. Sie stimmten zu. [...]

Doch während wir dabei waren, die Sachen aufs Kassenband zu legen, wollten sie plötzlich nicht mehr teilen. Sie schrien, sie weinten, sie stritten. Ich gab den Ballon einer anderen Kassiererin, damit sie ihn zurückbringen konnte, und sie schrien lauter. [...]

Die Leute in der Schlange starrten mich an. Alle starrten mich an, als würden sie sagen wollen: "Kann sie ihre Kinder nicht kontrollieren?" Ein älterer Herr flüsterte, "Sie ist ziemlich jung für zwei Kinder," und da war es vorbei. Die Kassiererin gab mir den Bon und ich fing an zu weinen.

Sie kennen mich nicht. Sie wissen nicht, was für eine Mutter ich bin. Sie kennen meine Kinder nicht. Sie wissen nicht, dass ich verheiratet war, bevor ich eine Familie gegründet habe. Sie wissen nicht, dass ich die Ehe verlassen habe, weil ich misshandelt wurde, obwohl ich wusste, dass ich es als alleinerziehende Mutter noch schwerer haben würde. Es ist hart, Leute. Die Blicke, das Geflüster und die Vorurteile sind hart.

Manchmal habe ich meine Kinder unter Kontrolle, manchmal nicht. Manchmal kann ich damit umgehen, manchmal nicht. Ich weiß, dass diese Tage vergänglich sind, die Tränen werden aufhören, die Streits werden verschwinden und meine Babys werden erwachsen. Und das wird auch hart sein.

Wenn du also ein Elternteil siehst, dass es gerade schwer hat, wenn du ein Kind siehst, dass gerade durchdreht, wenn du eine Mutter am Rand der Tränen siehst... sag bitte etwas Nettes. Starre sie nicht vorwurfsvoll an.

Und an alle Mütter da draußen, die auch so einen Tag wie ich haben... Ich sehe euch, ich kenne euch, ich liebe euch. Ihr seid stark und ihr macht es genau richtig!

Der Post überzeugt, andere Mütter und Väter fühlen sich angesprochen und verstanden. Über 15.000 Mal wurde er bereits geteilt, mehr als 30.000 Reaktionen hat er hervorgerufen.

​"Du kannst Kinder nicht kontrollieren, du kannst ihre Gefühle und Gedanken nicht beeinflussen", so Aly. "Wenn du also die ganze Zeit versuchst, andere davon zu überzeugen, dass du ein perfektes Leben führst und perfekte Kinder hast, dann wirst du nie wirklich glücklich werden können."

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