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"Ich bin 1 von 4" - Die Kampagne dieser Mutter spricht ganz offen über Fehlgeburten

von Maike Schwinum Veröffentlicht am 24. Oktober 2016

"Wenn wir normale, wunderschöne und erfolgreiche Frauen sehen, sehen wir oft auch Menschen, die mit dem Verlust eine Kindes zu kämpfen haben."

Eine von vier Schwangerschaften endet in einer Fehlgeburt - das ist eine ganz schön erschreckende Statistik aus den USA. Aber ebenso eine, über die wir nicht schweigen sollten. Viel mehr ist es wichtig, über das Tabuthema zu sprechen und so betroffenen Frauen überall auf der Welt Mut zu machen und Hoffnung zu schenken.

Das ist ebenso das Ziel, dass die Autorin Rachel Lewis mit ihrer Kampagne "I am 1 in 4" (zu Deutsch: "Ich bin 1 von 4") verfolgt. Die 34-Jährige hat selbst fünf Fehlgeburten in den letzten vier Jahren hinter sich und ruft Frauen, die dasselbe erleben mussten, dazu auf, Bilder von sich mit dem Logo "Ich bin 1 von 4" zu versehen.

"Ich möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass wenn wir normale, wunderschöne und erfolgreiche Frauen sehen, wir oft auch Menschen sehen, die mit dem Verlust eine Kindes zu kämpfen haben", erklärt Lewis im Gespräch mit dem US-Onlineportal 'TODAY'. "Dem Verlust einer Schwangerschaft eine Stimme, einen Namen und ein Gesicht zu verleihen, ist der bedeutendste Beitrag, den ich der Welt schenken kann."

Für die betroffenen Frauen ist es eine einfache und doch bedeutsame Art den Menschen zu zeigen, dass sie einen schweren Verlust hinter sich haben. Etwas, was oft sogar enge Freunde der Trauernden nicht wissen. "Es gibt so viele Frauen, die ihre Geschichte teilen möchten, aber keine Möglichkeit haben oder sich vor den Reaktionen anderer fürchten", so Lewis.

Es sind Frauen, die wir jeden Tag sehen. Es sind Frauen, die wir bei der Arbeit treffen, im Supermarkt oder auf der Straße sehen. Es sind Frauen, die oft zwar Kinder haben, aber dennoch um diejenigen trauern, die sie nie halten konnten.

Die Mütter der verlorenen Babys teilen zu ihren Bildern außerdem ihre Geschichten. Diese sind alle einzigartig und haben doch ein und denselben Schmerz gemeinsam.

© Facebook / Rachel Lewis

Eine der Frauen schreibt: "Ich bin abends die letzte und morgens die erste im Büro. Ich gehe nie früher oder bitte um freie Tage. Manchmal kommentiert ihr, wie viel einfacher mein Leben doch sein muss, da ich nicht Job und Familie gleichzeitig balancieren muss. Ihr denkt, ich hätte keine Kinder. Doch ich weiß, dass ihr Unrecht habt. Ohne meine Kinder in meinen Armen zu leben ist alles andere als einfach."

Doch trotz allen Schmerzes ist Lewis dankbar für die Möglichkeit, mit ihrem Projekt andere Frauen und auch ihre Partner zu erreichen und zu unterstützen. "Wenn ich nur einem Menschen dabei helfen kann, sich verstanden, getröstet und weniger allein mit ihrem Verlust zu fühlen, dann ist es all das Leiden wert."

Um noch mehr über das Projekt zu erfahren, schaut doch auf der Facebook-Seite von Rachel Lewis vorbei.

von Maike Schwinum