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Ein Vater packt aus: "Deshalb trägt meine Tochter draußen eine Leine!"

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 13. Juni 2017

Mit dieser Botschaft verteidigt ein Vater die Erziehung seiner Tochter.

Tiere leinen wir im öffentlichen Raum an, damit sie nicht wild umher laufen, Fremde belästigen, andere oder sich selbst verletzen. Ein völlig normales Bild auf Straßen und in Parks. Aber ein Kind an der Leine? Das ungewohnte Bild ruft bei uns eher Schock, Verwunderung und Verständnislosigkeit hervor. Nicht zuletzt urteilen wir über die Eltern des angeleinten Kindes.

Clint Edward ist Vater von drei Kindern. Und seine 3-jährige Tochter wird beim Verlassen des Hauses an die Leine genommen. Wie Clint selbst sagt, ist Tochter Aspen "ein wahrer und kaum zu bändigender Wildfang".

Jedes Mal, wenn die Familie mit ihr unterwegs ist und Menschen die Leine an der Kleinen sehen, spürt der Vater die Blicke der anderen Menschen. Er weiß selbst ganz genau um das ungewohnte Bild. Und genau deshalb sah er sich zu einem erklärenden Facebook-Post inspiriert:

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"Ich schäme mich nicht. Das Kind ist an der Leine."

Wir sind auf dem Bauernmarkt. Ich schäme mich nicht. Das Kind ist an der Leine.

Sie ist wild und dieses Ding hat sie schon vor der viel befahrenen Straße bewahrt, davor, ihre Hand in eine Eismaschine zu stecken, und es hat mich davor bewahrt, dass ich meinen Verstand verliere.

Die wahre Schwierigkeit mit einem wilden Kind ist, dass du verurteilt wirst, wenn du es an die Leine nimmst, und auch, wenn du es nicht tust. Denn es ist eine Tatsache, wenn ich Aspen in Freizeitparks, Zoos, dem vollen Einkaufszentrum oder auf dem Bauernmarkt nicht anleinen würde, wäre sie das verloren gegangene Kind, dessen Eltern über die Lautsprecher ausgerufen werden würden. Sie wäre das Kind, das in diversen Facebook-Posts erwähnt werden würde, weil es unbeaufsichtigt über einen stark befahrenen Parkplatz vor einem Einkaufszentrum rennen würde. Sie könnte das Kind sein, dass in den Tigerkäfig klettert. Denn ich kann nicht verhindern, auch wenn ich mein Leben dafür geben würde, dass sie herumläuft.

Ihre Neugier ist unglaublich. Und auch wenn ihre Schritte höchstens 30 Zentimeter weit sind, sie bewegt sich schneller als jeder Olympionike.

"Ich registriere die fiesen Blicke von Fremden."

​Klar, ich registriere die fiesen Blicke von Fremden. Ich bekomme auch ganz sicher die "Ich bin ein perfekter Elternteil und du nicht"-Kommentare unter diesem Post. Und genau euch sage ich: "Ich sorge dafür, dass diesem Kind nichts passiert, während ich mir meinen Verstand bewahre und das ist es zu 100 % wert."

Denn die Realität ist, dass sie irgendwann ruhiger werden wird, alle Kinder werden ruhiger. Aber bis dieser Tag kommt, werde ich alles in meiner Macht Stehende tun, um sie vor Gefahren zu schützen, selbst wenn das bedeutet, dass ich sie anleine.

Wie Clint in einem Interview erklärt, gab es kein präzises Ereignis, dass ihn und seine Frau zu dem Punkt gebracht haben, Aspen anzuleinen. Es waren viel mehr viele kleine Erlebnisse und Gefahrensituation, die ihnen deutlich machten, dass sie etwas tun müssten.

"Ich kenne dieses Kind. Vertrauen Sie uns!"

Und Aspen einfach nur fester an die Hand zu nehmen, war für Clint und seine Frau keine Option, denn Aspen neigt zum so genannten "Sonntagsarm" - einer Teil-Ausrenkung des Speichenköpfchens - und ihr Ellenbogengelenk sei bereits zwei Mal herausgesprungen.

Für die kleine Aspen ist der Rucksack mit integrierter Leine, den sie häufig trägt, längst nichts Besonderes mehr. Und für alle, die sich an dem Anblick stören hat Clint noch eine abschließende Botschaft: "Wenn Sie jemanden sehen, der so etwas benutzt, dann hat das vermutlich einen guten Grund. Stellen Sie keine Vermutungen an. Ich bin ihr Vater, ich kenne dieses Kind gut genug um zu wissen, dass es das braucht. Vertrauen Sie uns!"

Was haltet ihr von der "Sicherheitsleine" für Kinder? Wäre das auch für euch eine Option?

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von Anne Walkowiak