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"Ich weiß, dass ich fett bin" - Diese fiese Mobbingattacke in Köln macht uns wütend

von Maike Schwinum Veröffentlicht am 15. August 2016

"Ich kann damit auch ganz gut leben. Für dich tut es mir aber leid, dass du dein Ego daraus ziehen musst, andere zu diskriminieren."

Seid mal ehrlich: Wann habt ihr das letzte Mal eine völlig fremde Person auf der Straße, in der U-Bahn oder in einem Lokal gesehen und euch still und heimlich eine Meinung über ihr Aussehen gebildet? Heute morgen? Gestern? Letzte Woche? Die meisten von uns tun es völlig unbewusst. Denn als Gesellschaft bekommen wir von Magazinen, Werbung und Co. ein sehr spezifisches Schönheitsideal eingetrichtert - vor allem was den weiblichen Körper angeht.

Klar, wir schreiben das Jahr 2016 und haben schon große Fortschritte in Sachen Bodypositive gemacht: Ashley Graham ist das erste Plus-Size-Model auf dem Cover der 'Sports Illustrated', Bloggerin Tess Holliday unterschreibt einen Modelvertrag, und sogar Sportriese 'Nike' wirbt mit kurvigen Models.

Doch noch immer hören wir regelmäßig von Vorfällen, in denen Frauen für ihre Körper beschämt werden, nur weil sie nicht der "Norm" entsprechen. So zum Beispiel diese Geschichte einer jungen Kölnerin. Die 24-jährige Angela, Anschi genannt, musste sich auf der Straße von einem wildfremden, offenbar betrunkenen Mann fiese Zurufe gefallen lassen. In einem Facebook-Post im 'NETT-WERK Köln' macht sie dem fiesen Rüpel eine klare Ansage.

(Klickt auf's Bild, um den Post zu sehen)

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An den armen Typen heute morgen gegen 5 Uhr am Zülpi Döner: Ich weiß, dass ich fett bin. Ich kann damit auch ganz gut leben. Für dich tut es mir aber leid, dass du dein Ego daraus ziehen musst, andere zu diskriminieren. Es tut mir leid, dass du dich nur dann mega gut fühlen kannst, wenn du meinem Taxifahrer durchs offene Fenster zurufst, dass sein Taxi hinten rechts jetzt tiefer gelegt sei. - Es mag sein, dass sowas für dich in Kombination von Alkohol und fehlender Intelligenz enorm witzig ist, aber es gibt Menschen mit noch weniger emotionaler Stärke als ich. Unterm Strich war es das Respektloseste, was mir jemals passiert ist & ich wünsche dir, dass dich niemals jemand so sehr verletzt.

Foto für alle Fat-Shamer oder Bodyshamer allgemein. Mögen euch die Augen platzen & euch von eurem Leid erlösen.

Schönen Sonntag.

Wie genau kam es zu dem Vorfall? Anschi stieg am frühen Sonntagmorgen gemeinsam mit Freundinnen in ein Taxi auf der gutbesuchten Zülpicher Straße in Köln. Eine Gruppe Männer, die in der Nähe standen, ließen schon seit einer Weile fiese Kommentare fallen, doch als die Frauen dann in das Taxi steigen, hört Anschi, wie einer der jungen Männer sagt: "Dein Taxi liegt jetzt hinten rechts tiefer."

Die junge Frau war aufgewühlt und wäre am liebsten ausgestiegen, um dem fremden Fiesling gleich vor Ort Kontra zu geben. Doch stattdessen beschließt sie ihrem Ärger hinterher ganz öffentlich auf Facebook Luft zu machen. "Ich will mit meinem Post darauf aufmerksam machen, dass es hierbei um ein gesellschaftliches Problem geht", erklärt Anschi im Gespräch mit dem 'Kölner Stadt-Anzeiger'. "Jeder hat das Recht so zu leben, wie er es möchte."

Ob das unbekannte Spatzenhirn, was glaubte, einer fremden Frau seine Meinung zu ihrer Figur geben zu müssen, Anschis Beitrag wirklich sehen wird, wissen wir nicht. Doch für die Kölnerin war es bei Hunderten von positiven Kommentaren, Lob und Unterstützung dennoch ein Erfolg. Und auch wir ziehen den Hut vor einer starken Frau, die ganz selbstbewusst klar macht, dass das Aussehen anderer uns überhaupt nichts angeht.

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Robyn Lawley © Instagram / Robyn Lawley
von Maike Schwinum