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8 Lügen, die ich meinem Kind erzähle - und das aus gutem Grund

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 5. August 2015

Eigentlich lüge ich schon, wenn ich meinem Kind beibringe, dass es nicht lügen soll. Denn genau das tue ich. Ich belüge mein Kind vorsätzlich, um es vor der Welt zu schützen.

Kinderseelen sind frei, unbefangen und unvoreingenommen. Und wenn es mir möglich ist, meinem Kind diese Freiheit so lange es geht schenken zu können, dann mache ich das. Selbst, wenn das bedeutet, dass ich es vorsätzlich anlügen muss. Das klingt gemein, das gebe ich zu. Aber der Alltag, mit all seinen Regeln, Ecken und Kanten wird meinen Nachwuchs leider noch früh genug einholen. Bis dahin schenke ich ihm Freiheit mit diesen (Not)Lügen.

1. Es gibt den Weihnachtsmann, Nikolaus, Osterhasen, die Zahnfee und Engel

Den Konsumstress, den wir Erwachsenen haben - oder besser gesagt, den wir uns auferlegt haben - muss mein Kind wirklich nicht mitbekommen. Stattdessen malt es sich in seinen wildesten Fantasien Treffen mit dem Weihnachtsmann und Osterhasen aus, malt Briefe für die Zahnfee und spricht über seine verstorbene Großmutter, als säße sie nebenan.

2. Du kannst alles erreichen, was du dir vornimmst

Gelogen ist das nur begrenzt, das stimmt. Denn wer hart für etwas arbeitet, der wird auch belohnt. Trotzdem können wir nicht alle Astronaut, Feuerwehrmann und Hirnchirurg werden. Mein Kind soll aber groß denken und sich im Leben etwas trauen. Es soll keine Chance auslassen, weil man ihm sagt, dass es das nicht könne. Er oder sie soll ALLES versuchen dürfen.

3. Möhren machen gute Augen

Möhren sind gesund und enthalten Vitamin A. Das ist auch gut für die Augen. Im Dunkeln kann man bei übermäßigem Karottenverzehr aber trotzdem nicht gucken. Macht nichts, denn Hauptsache das Kind i(s)st gesund.

4. Geld macht nicht glücklich

Leider wird die Welt allein vom Geld regiert. Ein bisschen mehr davon zu besitzen, macht sicher nicht unglücklich. Ganz im Gegenteil: Es kann schon ganz schön beruhigend sein, zu wissen, dass man alle Rechnungen begleichen kann.

5. Du bist schön, so wie du bist

Mein Kind wird in meinen Augen immer das schönste sein. Das sehen aber nicht alle Menschen so. Und leider scheint es manchen Menschen sehr wichtig zu sein, ihr Missfallen über das Aussehen einer anderen Person mitzuteilen.

6. Mama ist ihr Gewicht egal

Ist es nicht. So wie es kaum einer Frau egal ist, wie viel sie wiegt. Trotzdem stelle ich mich nur heimlich auf die Waage, oder gebe vor, keinen Hunger zu haben, wenn mein Kind mich erwischt, wie ich das Abendessen ausfallen lasse. Ich will, dass mein Kind ein gutes Selbstwertgefühl hat und sich wohl in seinem Körper fühlt.

7. Es sind die inneren Werte, die zählen

In einer perfekten Welt würde das auch stimmen, aber wir Erwachsenen wissen nur zu gut, dass das leider nicht stimmt. Egal, wie sehr wir es uns wünschen. Kinder sollten sich ihre Unbefangenheit anderen Gegenüber aber so lange beibehalten, wie es nur möglich ist.

8. Menschen mögen Ehrlichkeit

...zumindest so lange sie positiv dabei wegkommen. Aber ich will, dass mein Kind ehrlich ist. Es soll sagen dürfen, wenn es etwas nicht mag oder ihm etwas unangenehm ist.

von Anne Walkowiak