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Charlize Theron glaubt, schöne Menschen haben es schwerer! Aber stimmt das wirklich?

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 6. April 2016

Schauspielerin Charlize Theron hat da so eine Theorie über den Erfolg oder auch Misserfolg schöner Menschen.

Schauspielerin Charlize Theron ist ohne zu übertreiben ein schöner Mensch. Noch dazu ist sie erfolgreiche Hollywood-Schauspielerin und bereits stolze Gewinnerin eines Oscars für die beste Hauptrolle in 'Monster'. Viel erfolgreicher kann man in der Filmindustrie also fast nicht werden. Nichtsdestotrotz behauptet die gebürtige Südafrikanerin in einem Interview mit der britischen 'GQ': "Jobs mit richtiger Tragweite gehen an Leute, die physisch dazu passen und damit hat sich's. Wie viele Rollen gibt es da draußen für das Ballkleid-tragende, 1,80 Meter große Model? Wenn es um tiefgründige Rollen geht und ich dabei bin, müssen die Schönen immer als erstes gehen."

​Wow, das ist mal ein Zitat. Aber hat sie damit auch Recht? Spricht ihre Oscar prämierte Rolle in 'Monster' nicht dagegen? Schauspielerin Heather Matarazzo widerspricht Charlize zumindest gewaltig. Sie schreibt auf Twitter:

"Hmmm... Ich widerspreche Charlize Theron aus ganzem Herzen, basierend auf jahrelangen Erfahrungen."

​Kurz danach schiebt sie noch etwas hinterher.

"Vielleicht sollte Charlize Theron mein Stück zu 'What the Fuck is Fuckable' in Bezug auf die Industrie in Hollywood lesen."

Tatsächlich hat Matarazzo nämlich ganz andere und für sie sehr schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Kurz vor Drehbeginn eines Projektes, das ihr für zwei Jahre wirklich sehr am Herzen lag, wurde sie durch eine andere Schauspielerin ersetzt. Den Grund nannte der damalige Producer ihr auch: "Sie sagen, du seiest nicht f***bar." Schmerz, Scham und Demütigung war das erste, das Matarazzo empfinden konnte. Gefolgt von Wut.

"Das war eine Rolle, auf die ich mich so sehr gefreut hatte. Sie war mutig, witzig, sarkastisch, sexy, aber was noch wichtiger ist, sie hatte eine tiefe Verwundbarkeit darunter. Sie war vielschichtig, sie war komplex", schreibt Matarazzo in ihrem Blogeintrag.

Noch Jahre später kämpfte Heather mit dieser Absage. "Andere Worte, die ich mit 'Du bist nicht f***bar' assoziierte, waren hässlich, ekelhaft, Verlierer, Fehler, EKELHAFT...das war das größte Wort. Ich fühlte mich überflüssig", so die Schauspielerin. Doch irgendwann begriff sie, dass, weil sie sich so fehlerhaft und überflüssig fühlte, andere sie als fehlerhaft und überflüssig wahrnahmen.

"Ich musste aufhören still zu sitzen, ​den Schleier von meinem Spiegel nehmen und mich einfach angucken. Ich musste mir mein wunderschönes Gesicht anschauen, mit meinen strahlend blauen Augen, meinem Schmollmund, dem kleinen Kinn, der leicht gebogenen Nase, den strahlenden Zähnen und mit meinem vollen Lächeln. Ich musste mich wirklich angucken und meine Schönheit entdecken, und erst als ich die harte Realität akzeptieren konnte, dass ich nämlich nicht nur verdammt f***bar, sondern auch verdammt schön war, änderte sich alles. Die Rollen, die mir von dem Moment an angeboten wurden, waren Frauen, die 'wunderschön, selbstbewusst und sicher' waren, komplexe Rollen, mit Biss und Tiefe."

Vielleicht also haben beide Frauen ein bisschen Recht. Was aber über allem thront, ist, dass es immer Menschen geben wird, die einen schön oder nicht schön finden. Am Ende des Tages sollte aber zählen, dass man mit sich selbst zufrieden ist. Denn nur wenn man an sich und seine Fähigkeiten glaubt, glauben auch andere daran - egal ob nun schön, oder nicht schön.

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von Anne Walkowiak