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Designer-Handtasche oder Trinkwasser? Diese krassen Bilder sollten uns wirklich zum Nachdenken anregen

von Maike Schwinum Veröffentlicht am 8. Juni 2015

Beim näheren Betrachten dieser Werbebilder fällt uns auf, welche Message sie uns wirklich vermitteln sollen.

Sie posen wie Topmodels und halten Luxusartikel in die Kamera. Doch auf den zweiten Blick fällt auf, was bei diesen Werbeaufnahmen nicht stimmt. Denn diese kenianischen 'Models' werben nicht für die 'Vogue', sondern sollen uns auf eine ganz wichtige Problematik unserer Gesellschaft aufmerksam machen.

Tatsächlich stammen diese Bilder von dem schwedischen Fotografen Calle Stoltz, der 2007 zusammen mit der Kreativgruppe 'Saatchi & Saatchi' diese Kampagne unter dem Namen "Small Change, Big Difference" (auf Deutsch: "Kleine Veränderung, großer Unterschied") startete. Mit den Fotos wollen die Organisatoren auf die Lebensumstände der Menschen des nomadischen Stamms Samburu aufmerksam machen. Jedes der 'Modelle' posiert mit einem Luxusartikel, das absolut im Kontrast zu dem ausgedörrten und leblosen Hintergrund steht.

Neben den Models kann man den Preis der präsentierten Artikel ablesen und im Kontrast dazu: den Preis, den es kostet, das Leben dieser Menschen zu erhalten. Zum Beispiel: "Handtasche: 32 Dollar, Essen für eine Woche: 4 Dollar" oder "Sonnenbrille: 24 Euro, Zugang zu sauberem Trinkwasser: 8 Euro." Ziel der Kampagne ist es, den Konsumenten zu zeigen, was von dem Geld, das sie ohne groß nachzudenken ausgeben, in bedürftigen Ländern alles finanziert werden könnte.

© Twitter / Marion_MyAnh

"Wir wollten Menschen mit ihrem Konsumverhalten konfrontieren", erklärt ein Sprecher der Non-Profit-Organisation 'Cordaid'. Die Bilder der Kampagne wurden dazu auf großen Plakaten in Einkaufszentren ausgehängt oder als kleine Anzeige in Flyern verteilt. Obwohl das Projekt schon einige Jahre her ist, erlebt es derzeit eine Art Wiederauferstehung: Menschen weltweit teilen die bewegenden Bilder in den sozialen Netzwerken.

In dem kenianischen Stamm leben etwa 250.000 Menschen. Für uns selbstverständliche Dinge, wie Trinkwasser, sind für sie nur schwer zu bekommen. Frauen verbringen bis zu 12 Stunden am Tag damit, Wasser für ihre Familien zu besorgen - nur um an manchen Tagen mit leeren Händen zurückkehren zu müssen. Um Gemeinden wie diesen zu helfen, setzt sich 'Cordaid' dafür ein, Wasserquellen für die Menschen zu bauen.

​Die Organisation hofft darauf, dass Kampagnen wie diese die Menschen dazu anregen, ein wenig Geld beiseite zu legen und für einen guten Zweck zu spenden. Falls ihr Cordaid unterstützen wollt, findet ihr HIER mehr Informationen dazu. Uns jedenfalls haben diese unglaublichen Bilder wirklich zum Nachdenken angeregt...

von Maike Schwinum