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© Facebook / Naoto Matsumura
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Der letzte Mensch in Fukushima: Ihr werdet nicht glauben, was dieser Mann tagtäglich leistet

von Maike Schwinum Veröffentlicht am 19. März 2015
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Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima in Japan blieben dort hunderte Tiere zurück. Dieser Mann riskiert jeden Tag sein Leben, um sich um sie zu kümmern.

Die Geschichte der Nuklearkatastrophe von Fukushima verfolgten Menschen auf der ganzen Welt monatelang gebannt mit. Dabei löste ein Erdbeben mit einem Tsunami in der Region eine Reihe von katastrophalen Unfällen im örtlichen Kernkraftwerk aus. Es kam zur Kernschmelze, Radioaktivität trat aus, durch die Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel kontaminiert wurden. Einwohner in der Nähe des Kraftwerks mussten das Gebiet dauerhaft verlassen.

Worüber keiner spricht: Die Tiere, die dort zurückgelassen wurden. Katzen, Hunde, Kühe und noch viele weitere Tiere wurden bei der schnellen Evakuierung einfach vergessen. Tausende von ihnen starben. Doch ein Mann vergaß die Tiere nicht: Naoto Matsumura, ein 55-jähriger ehemaliger Bauarbeiter.

​​Naoto ist der einzige Mensch, der entgegen aller Warnungen im unmittelbaren Umkreis des ehemaligen Kraftwerks lebt. Dort, wo alles verseucht und verlassen ist. Erst floh auch er 2011 aus der Stadt - doch dann kehrte er zurück. Warum? Den Tieren zu Liebe. Seitdem gilt der Mann als "Schützer der Tiere von Fukushima" und kümmert sich um die Vierbeiner, die dort sonst auf sich alleine gestellt sind.

Zunächst war Naoto nur wegen seiner eigenen Tiere zurückgekehrt, doch bald stellte er fest, dass etliche andere Tiere dort auch seine Hilfe brauchten. Er entdeckte tausende von Kühen, die in Ställen eingesperrt und dort qualvoll verendet waren.​ Die noch lebenden Tiere befreite er. Ebenso Tiere, die von ihren Besitzern angekettet zurückgelassen worden waren, und so ihrem sicheren Tod entgegen gesehen hätten. Seitdem werden die vielen geretteten Tiere täglich von Naoto gefüttert und versorgt.

Der 55-Jährige weiß, dass er sich dabei tagtäglich lebensgefährlicher Strahlung aussetzt, doch er weigert sich, seine Tiere zu verlassen. "Sie sagten mir, ich würde erst in 30 oder 40 Jahren krank werden", so Naoto. "Bis dahin bin ich vermutlich ohnehin tot, also kann es mir egal sein." Eine Vorsichtsmaßnahme befolgt der Japaner allerdings: Er nimmt nur Lebensmittel zu sich, die von außerhalb der verseuchten Zone kommen.

Die Regierung hat ihm verboten, dort weiterhin zu bleiben, doch auch das hält Naoto nicht von seiner Mission ab. Das Futter für die Tiere und sein eigenes Überleben finanziert er allein durch Spenden von Unterstützern. Informationen dazu, wie ihr selbst Spenden könnt, findet ihr auf seiner Facebook-Seite, sowie auf seinem Blog.

Wir haben größten Respekt vor diesem unglaublichen und selbstlosen Mann. Man könnte argumentieren, dass seine Mission lebensmüde sei und die Tiere ohnehin in Gefahr durch die Strahlung - doch wenn man die Bilder sieht und erkennt, wie glücklich Naoto und die Tiere sind, dann kann man es nur befürworten.​

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