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"Sie ist weg" - Die Botschaft dieser Pflegemutter bricht uns das Herz

von Maike Schwinum Veröffentlicht am 9. Mai 2017

Der Verlust brach ihr das Herz - trotzdem würde sie es immer wieder tun.

Eltern, die Kinder zur Pflege aufnehmen, müssen unglaublich stark sein. Sie handeln absolut selbstlos und nehmen meist von heute auf morgen ein bedürftiges Kind auf, das ansonsten niemanden hat, der sich kümmert. Die Pflegeeltern geben ihm ein warmes Zuhause und all die Liebe und Zuneigung, die es braucht - wenn auch nur für kurze Zeit.

Wenn wir über diese starken Menschen sprechen, dürfen wir aber auch nicht vergessen, wie schwer es für sie ist, ihre Pflegekinder wieder abzugeben. Jedesmal ist es ein ebenso glückliches, wie auch herzzerreißendes Erlebnis.

Das erlebte auch Amber Davis, als sie das erste Mal ein kleines Mädchen für sechs Monate zur Pflege aufnahm. In einem Facebook-Beitrag auf der Seite 'Love What Matters' beschreibt Davis, wie schwer es ihr fiel, die Kleine wieder abzugeben und ihrem Sohn zu erklären, warum sie nicht bleiben konnte.

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Wir haben den Kampf verloren. Und mit "verloren" meine ich, dass ich nicht das bekommen habe, was ich wollte. Mein perfekter Traum hat eine Lücke und sie ist weg.

Ich habe darauf geachtet, dass sie nach Lavendel duftete, als sie ging. Ich füllte ihre liebste Schnabeltasse zur Hälfte mit Wasser und zur Hälfte mit Apfelsaft für die Fahrt zu ihrem neuen Zuhause, für ein wenig Geborgenheit und Ablenkung. Ich sagte ihr, dass ich sie liebte, und drückte sie mit Absicht so fest, dass sie sich aus meinen Armen wandte. Sie liebt es, umarmt zu werden, aber sie hasst es, wenn sie dabei zu fest gedrückt wird. Ich frage mich, wie lange ihre neue Familie wohl brauchen wird, um das herauszufinden.

Ich frage mich, ob ihre neue Familie lernen wird, dass sie der 'Prinzessin auf der Erbse' sehr ähnlich ist, weil sie unbedingt ein weiches Kissen braucht, um nachts gut zu schlafen. Ansonsten wird sie ungemütlich und wacht in der Nacht immer wieder auf. Ich frage mich, ob sie herausfinden werden, dass sie gerne einen "Faustcheck" gibt bevor sie ins Bett geht. Es bringt sie zum Kichern.

Sie nutzt Gebärdensprache, um zu kommunizieren. Wenn man sie bittet, zeigt sie die Geste für "Bitte" und sagt Bescheid, wenn sie satt ist. Ich war noch nicht dazu gekommen, ihr "Danke" beizubringen, aber das sollte als nächstes kommen.

Ich weiß, dass sie sich unglaublich freuen wird, wenn ihre neue Familie sie nicht dazu nötigt, ein Haarband zu tragen, wie ich es in den letzten 6 Monaten getan habe. Sie hasst sie. Ich habe immer einen bösen Blick bekommen, wenn ich ihr sagte, sie solle es anlassen. Frech.

"Aber wir sind ihre Brüder."

Mein Sohn Josiah fragte mich gestern Abend, warum ich ihre Sachen packte. Ich antwortete sofort aus der Tiefe meines Herzens: "Ich weiß es nicht." Aber dann realisierte ich, dass ich dafür verantwortlich war, meinem heranwachsenden, neugierigen Vierjährigen etwas beizubringen, was ich selbst nicht so ganz verstand: Warum kann sie nicht bleiben? Während ich stotternd erklärte, dass sie mit ihren Schwestern leben musste, sah ich die Verwirrung in seinem Gesicht. "Aber wir sind ihre Brüder."

Mein Gehirn suchte verzweifelt nach einer Antwort, aber ich fand keine. Stattdessen wechselte ich das Thema. "Die gute Nachricht ist, dass Avonlea bald auf die Welt kommt und dann hast du eine weitere Schwester, mit der du spielen kannst! Und du wirst ihr großer Bruder sein und sie wird für immer bei uns leben."

Ich erkannte an seinem Gesichtsausdruck, dass meine halbherzigen Erklärungsversuche für ihn keinen Sinn ergaben. Es macht einfach keinen Sinn. Das findet er und - ganz ehrlich - das finde ich auch.

Mein gebrochenes Herz überwältigt mich heute. Die Tränen hören nicht auf zu fließen. Der erste Verlust ist noch schmerzhafter, als ich es mir je hätte vorstellen können, und das würde ich nicht einmal meinem schlimmsten Feind wünschen. Also, das nächste Mal, wenn ich diese bekannte Nummer auf meinem Handy aufleuchten sehe und sie fragt, ob wir bereit sind, unsere Herzen zu öffnen und ein weiteres Kind aufzunehmen, das uns braucht und für das wir alles aufgeben müssen für eine unbestimmte Zeit - dann weiß ich, wie meine Antwort lautet.

Absolut. Lasst uns das tun. Für 6 Monate oder für immer. Wir sind dabei.

Trotz des tiefsitzenden Verlustes ist Amber bereit, sich wieder auf ein Pflegekind einzulassen. Ob es mit der Zeit einfacher wird? Das kann niemand so genau sagen. Tatsache ist aber, dass wir froh sind, dass es so starke und selbstlose Menschen wie Amber gibt, die sich um Kinder kümmern, die sonst niemanden haben.

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Zitate fürs Leben © iStock
von Maike Schwinum