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"Ich will wieder Papa sein" - Das passiert, wenn ein Vater vorübergehend zur Mama wird

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 31. Mai 2016

Weil seine Frau ins Krankenhaus muss, übernimmt dieser Papa ihren Part. Eine Aufgabe, der er sich alles andere als gewachsen sieht.

Familien mit Kindern funktionieren auch heute oft noch nach dem selben Schema: Während Mama nach der Geburt des Kindes oder der Kinder eine Zeit lang aus dem Berufsleben aussteigt und dann wieder mit reduzierten Stunden einsteigt, bleibt Papa seinem Arbeitspensum treu. Während er also eine 40-Stunden-Woche hinter sich bringt, arbeitet Mama 18-30 Stunden im Beruf und kümmert sich anschließend "nebenbei" um Haushalt und Kinder. In den meisten Fällen ist diese Familienkonstellation mehr als in Ordnung und alle führen ein erfülltes Leben ohne Frust oder Groll.

Allerdings wird Papa ziemlich aus dem Konzept geworfen, wenn Mama mal ausfällt. So geschehen bei Brad Kearns, einem 27-jährigen Zweifachpapa aus Australien. Als seine Frau wegen Leberversagens ins Krankenhaus muss, sieht er sich der Aufgabe gegenüber, Mamas Rolle zu übernehmen. Dabei ist er so gerne "einfach nur der Papa" eines Zweijährigen und eines sechs Wochen alten Babys. Und weil er irgendwie schon ahnt, dass er die Aufgaben, die sonst seine Frau so "scheinbar mühelos" bewältigt, nicht annähernd so gut meistern wird, schreibt er mit Beginn seiner Mama-Schicht eine Art Facebook-Blog. Schon sein erster Eintrag lässt uns Mütter schmunzeln - und andere Väter mit Sicherheit heimlich nicken.

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Da der Post doch ganz schön lang ist, wollen wir euch hier mal mit den schönsten Zitaten erfreuen:

Es hat alles gestern angefangen als ich schnell von der Arbeit nach Hause musste. Denn ich bin ein Vater... und Väter erhalten eine Frist von 40 Stunden die Woche unter dem sozialverträglichen Konsens 'die Familie zu unterstützen', während Mütter damit weiter machen, was sie so mühelos zu machen scheinen.
"Meine Leber hat versagt", steht in der Nachricht von Sarah und das war der Moment, in dem ich zur Mama geworden bin. Das sind jetzt 24 Stunden...

[...]

Während die Nacht näher rückt und meine Geduld immer kleiner wird, nehme ich mich zurück und halte Knox ruhig, indem ich ihm erlaube, meine (sehr behaarten) Beine mit Stickern zu bekleben. Er war ruhig ... "Das ist okay, ich kann sie am morgen abrasieren", war der Gedanke, "wecke bloß nicht Finn auf."

[...]

Es ist beeindruckend, wie Babys schlafen. [...] Es ist so ein schöner und ruhiger Moment, den du mit ihnen teilen kannst. Bis zu dem Teil wenn er URPLÖTZLICH ANFÄNGT ZU SCHREIEN. Als hätte ich ihn an den Beinen baumelnd gegen eine Wand geschleudert.

[...]

Da saß ich also... Um 5.30 auf dem Sofa mit Finn, der so aufgedreht war wie eine 18-Jährige auf einem Musikfestival... einfach nur sitzen... als plötzlich Knox den Raum betritt und einfach 'Hi' sagt. Das war der Moment, an dem ich mir eingestehen musste, dass ich wirklich viel lieber der Papa bin. [...]

Doch Kearns 'Mama-Schicht' hatte da erst richtig begonnen...

Warst du jemals in einer Situation, in der jemand auf dich zukam und du dich dabei ertappt gefühlt hast, dass du gerade etwas tust, das du nicht tun solltest? Das war das Gefühl, das ich hatte, als ich meine Schwiegermutter in der Tür begrüßte. Da war ich also: unrasiert, zerzauste Haare, immer noch in den Hosen und Socken vom Vortag, und in einem Hoodie, der verbergen sollte, dass ich nichts drunter hatte. Ich hatte noch nicht geduscht, geschweige denn die Zähne geputzt, Knox kommt noch in seinem Schlafsack auf uns zu und fragt mich, ob ich ihm noch einen Jogurt-Müsliriegel aufmachen könne. Ich öffne ihr die Tür und gestehe so, dass Knox' Nudelsuppe vom Vortag noch immer in der Schüssel auf dem Tisch steht, Sticker an der verdammten Couch kleben, das Haus eine absolute Katastrophe ist.

Das war der Moment, in dem ich wusste, dass ich geschlagen wurde. Es war auch in dem Moment, in dem ich wusste, dass sie wusste, dass ich wusste, dass ich verloren hatte. Eine Verletzlichkeit, die wir all zu gerne vor der Verwandtschaft verbergen. Und das war nur 16 Stunden nachdem ich 'Mama geworden bin'. Und ich habe versagt.

Ich habe es nicht einmal geschafft, mich um meine eigene Hygiene als 'Mutter' zu kümmern, geschweige denn darum, mich um das Haus zu kümmern, die Kinder ordentlich zu erziehen, Essen vorzubereiten oder nach draußen zu gehen.

Sarah ist immer noch im Krankenhaus - werde schnell gesund, Baby, und bleib dran für den zweiten Tag ... DaDMum.

An der ein oder anderen Stelle könnte man glatt ein bisschen Mitleid mit Brad haben. Denn ab und an bekommt man das Gefühl, dass er verstanden hat, nein, am eigenen Leib erlebt hat, welche Arbeit und Mühe Mütter jeden Tag investieren. Doch dann ist da sein abschließender #Hashtag unter dem Post und der macht alles wieder kaputt: #iwanttobedadagain (zu deutsch: "Ich will wieder Papa sein"). Da möchte man ihm doch den Kopf waschen und entgegenbrüllen, dass er seiner Frau in Zukunft vielleicht bei der ein oder anderen Aufgabe unter die Arme greift. Denn dass sie genug zu tun hat, sollte er ja nun wissen. MÄNNER!

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