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Mit der Krebsdiagnose raten Ärzte ihr zur Abtreibung - doch sie kämpft für sich und ihren ungeborenen Sohn

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 26. August 2015

Elizaveta war ein erfolgreiches Model, glücklich verliebt und gerade schwanger. Dann entdeckten Ärzte Knochenkrebs in ihrem Kiefer. Nicht nur der sollte entfernt werden, sondern sie sollte auch ihren ungeborenen Sohn abtreiben...

Elizaveta Bulokhova hat ihr Jura-Studium gerade beendet, als ihre Modelkarriere so richtig ins Rollen kommt. Sie zieht von Kanada nach London und bereist fortwährend die Welt. Im Mai 2014 gönnt sie sich gemeinsam mir ihrem Freund einen Kurzurlaub in Amsterdam, als ihr Unterkiefer auf der rechten Seite plötzlich anschwillt.

Ärzte diagnostizieren Knochenkrebs in ihrem Unterkiefer​. Um ihr Überleben zu sichern, wollen sie den Kiefer der jungen Frau entfernen. Anschließend soll sie sich einer Chemotherapie unterziehen. Doch Elizaveta ist zu diesem Zeitpunkt bereits schwanger. Die Ärzte raten ihr zur Abtreibung ihres ungeborenen Sohnes Valentin, da die Chemotherapie sonst zu belastend sein würde.

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"Er war sehr aktiv und ich habe oft mit ihm geredet, während er in meinem Bauch war", erzählt sie im Interview mit 'Vice.com'. "Ich musste ihm sagen, dass er aufhören muss, sich zu bewegen, weil ich ihn nicht behalten könne, und plötzlich tat er genau das. Er hat auf mich gehört; er hat aufgehört, sich zu bewegen."

Elizaveta entscheidet sich erst einmal gegen die Abtreibung. In einer 16-stündigen OP entfernen Ärzte erst den Tumor und anschließend den Kiefer. Mit Hilfe von Transplantaten aus ihrem rechten Bein und ihrer rechten Schulter werden Kiefer und Haut rekonstruiert. Während der OP wird Sohn Valentin ebenfalls überwacht, da er durch die Narkose Gefahr läuft, nicht zu überleben.

95 Prozent von Elizavetas Kiefers müssen die Ärzte entfernen. Ihre Model-Karriere ist vorbei. Viel schlimmer wiegt jedoch die Entscheidung, was mit Valentin geschehen soll. Es gibt bereits einen Abtreibungstermin, als Elizaveta und ihr Freund die Ärzte fragen, ob man Valentin nicht früher auf die Welt bringen könne.

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Durch ein paar Komplikationen verschiebt sich Elizavetas Chemotherapie. In der 28. Schwangerschaftwoche holen Ärzte den kleinen Valentin schließlich auf die Welt.​ Für 51 Tage muss der kleine Kämpfer auf der Intensivstation behandelt werden, dann feiern die Ärzte seine Geburt. Doch seine Mutter hat das Schwerste noch vor sich - die Chemotherapie.

Die Krebs-Behandlung und die vorangegangene OP am Kiefer machen ihr eine Sache besonders schwer: Das Essen. Elizaveta nimmt drastisch ab. "Die Chemo tötet die Geschmacksnerven, also hatte ich keinen Hunger und außerdem konnte ich nicht richtig kauen", erzählt sie im Interview mit 'Vice.com'. Es dauert beispielsweise eine ganze Stunde, um ein einziges gekochtes Ei zu essen.

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Doch Elizaveta kämpft. Heute hat sie den Krebs besiegt und ihr Leben zurück. Ihr Sohn Valentin ist gesund und wohlauf. Er und ihr Freund haben ihr die Kraft gegeben, all das durchzustehen.

von Anne Walkowiak