Home / Buzz / Beliebt im Netz / Sie erwartet Verständnislosigkeit am Flughafen - doch diese Sicherheitsbeamtin beweist Toleranz

Buzz

Sie erwartet Verständnislosigkeit am Flughafen - doch diese Sicherheitsbeamtin beweist Toleranz

von Maike Schwinum Veröffentlicht am 8. August 2016

Weil sie nicht der Norm entspricht, erlebt Amanda oft Verständnislosigkeit - bis sie auf diese Sicherheitsbeamtin traf.

Man sollte meinen, dass die Mehrheit von uns im Jahr 2016 Menschen mit nonkonformen Geschlechteridentitäten und verschiedenen Sexualitäten offen gegenübertritt. Doch ganz so leicht haben es die meisten, die sich nicht in die klassischen Geschlechter einordnen, leider immer noch nicht. So kann zum Beispiel eine einfache Sicherheitskontrolle am Flughafen zum Akt werden.

Umso mehr freut es uns zu hören, dass es auch noch Sicherheitsbeamte gibt, die Verständnis zeigen. So erlebte es zumindest die Amerikanerin Amanda Sapir kürzlich an einem Flughafen in Connecticut. Amanda wurde als Frau geboren und identifiziert sich als zwischengeschlechtlich und transmaskulin. Das bedeutet, sie wird zwar mit weiblichen Pronomen angesprochen, fühlt sich aber nicht als solche - und kleidet sich dementsprechend auch nicht "klassisch weiblich."

Das wird Amanda beim Körperscanner am Flughafen regelmäßig zum Verhängnis - bis sie bei ihrem letzten Flug auf die Sicherheitsbeamtin Darlena Thi Lac traf, die genau richtig handelte. In einem Facebook-Beitrag berichtet Amanda von dem Erlebnis:

Loading...

Und dann war da dieses eine Mal, als ich die sozial-achtsamste Sicherheitsbeamtin aller Zeiten traf. Nachdem ich den Körperscanner verließ, sagte ich den Beamten: "Der Scanner wird meinen Unterleib mit einem großen gelben Viereck markieren." Genau in diesem Moment zeigte der Scanner das gelbe Viereck.

"Das passiert jedes Mal", sagte ich.

"Warum, denkst du, ist das so?", sagte sie.

"Weil ich Boxershorts trage."

"Oh, als welches Geschlecht möchtest du identifiziert werden?"

"Naja, ich betrachte mich als zwischengeschlechtlich. Ich bin weiblich und transmaskulin."

"Lass uns sehen, was passiert, wenn ich der Maschine sage, dass du männlich bist", sagt sie.

Sie schickt mich noch einmal durch den Scanner. Das gelbe Viereck verschwindet.

Stattdessen ist nun ein gelbes Rechteck auf meiner Brust. Wir fangen beide an zu lachen!

"Nun wundert sich die Maschine über..."

"Brüste", sagen wir beide im Einklang und müssen lachen.

Sie fragt mich, wie ich mich identifiziere, damit ich entsprechend abgetastet werde.

"Du darfst entscheiden, wie du dich identifizierst", sagt sie.

Nach dem Scannen und dem Abtasten, das bestätigt, dass ich keine Gefahr darstelle und nichts irgendwo verstecke, lasse ich sie wissen: "Danke. Das war die netteste und achtsamste Sicherheitskontrolle, die ich je hatte. Deine Rücksichtnahme bedeutet mir wirklich viel."

"Ich liebe Menschen", sagt sie. "Wir sollten alle nett zueinander sein."

In den nächsten Tagen wird Amandas Post über 7.000 Mal geteilt und Hunderte Male kommentiert. Die Menschen loben Darlenas Verhalten und sagen, dieser Vorfall gebe ihnen Hoffnung. "Es gibt so viel auf der Welt, dass sich ändern muss", so Amanda im Gespräch mit 'A Plus'. "Große Veränderungen geschehen nur, wenn Menschen den Mut haben, über Ungerechtigkeiten laut zu werden."

Amanda hofft, dass dieses positive Erlebnis dazu führt, dass fortan alle Sicherheitsbeamten aufgeklärter sind, was nonkonforme Geschlechteridentitäten angeht, und entsprechend mit Respekt und Verständnis handelt.

Auch Darlena meldete sich bei Facebook zu Wort und postete das Bild von ihr und Amanda. "Was du in die Welt hinausschickst, kommt zu dir zurück. Ist das nicht die sogenannte Kettenreaktion? Viele liebe Grüße, Amanda! Danke für deinen Beitrag, es bedeutet mir sehr viel, dass ich in nur 30 Sekunden so eine Auswirkung auf dich haben konnte", schreibt die Sicherheitsbeamtin.​

Auch auf gofeminin: Perfekt war gestern: Ein Hoch auf die Models, die nicht der Norm entsprechen!

© Instagram melaniegaydos / diandraforrest / winnieharlow / Hector Garza
von Maike Schwinum