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Dieser Vater teilt den Schmerz über die Fehlgeburt seiner Frau in einer bewegenden Zeichnung

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 8. September 2016

"Ich konnte mit Worten nicht beschreiben, wie ich mich fühlte."

Es gibt kaum Worte, die beschreiben können, was es für ein Paar bedeutet, wenn es eine Fehlgeburt erleben muss.
Trauer, Schmerz und Hilflosigkeit äußern sich sehr unterschiedlich. Während sich einige Paare komplett zurückziehen und ihren Schmerz allein bewältigen wollen, suchen sich andere professionelle Hilfe. Nur sehr wenige sprechen offen darüber.

Doch es gibt Menschen, die können ihre Trauer und ihren Schmerz nicht für sich behalten. Es ist ihnen wichtig, ihre Umwelt wissen zu lassen, was sie belastet. Curtis Wiklund, von Beruf Fotograf und Zeichner, ist einer dieser Menschen. Er veröffentlichte vor knapp zwei Wochen eine Zeichnung, die durch Mark und Bein geht.

Das war der Tag, an dem wir erfahren haben, dass wir eine Fehlgeburt hatten. Es fühlt sich seltsam an, das zu teilen, weil es sonst so totgeschwiegen wird. Die meisten sprechen nicht darüber. Aber ich wusste einfach nicht, was ich sonst tun sollte, außer diesen Tag zu zeichnen. Es zeigt viel genauer, wie ich mich gefühlt habe, als ich es je mit Worten sagen könnte.

Ich hoffe, dass das Bild die anderen da draußen, die leise trauern, oder die, die es noch viel schlimmer getroffen hat als uns, ein wenig tröstet, weil sie so wenigstens erfahren, dass sie nicht alleine sind.

Curtis und seine Frau Jordin sind bereits Eltern von zwei Kindern. Ihre Söhne sind drei und ein Jahr alt. Erst mit Beginn des Sommers erfuhren sie, dass Jordin mit ihrem dritten Kind schwanger war. "Bei dem Ultraschall in der 9. Schwangerschaftswoche habe ich mein Telefon rausgeholt und wollte den Ultraschall filmen", erzählt Curtis gegenüber der 'Huffington Post'. "Die Hebamme bat mich, das Telefon wieder weg zu stecken, damit sie nachsehen könne, ob alles in Ordnung sei. Und das war das erste Mal, dass ich überhaupt in Erwägung zog, dass es nicht so sein könnte."

​Tatsächlich war nicht alles in Ordnung, wie der Arzt dem Paar anschließend erklärte. Der Fötus war seit der 6. Woche nicht mehr gewachsen und hatte keinen erkennbaren Herzschlag mehr. "Jordin versuchte, die Fassung zu bewahren, aber ich spürte, dass wir dringend da raus mussten", so Curtis. Das Paar verließ die Praxis.

Obwohl sie in separaten Autos gekommen waren, stiegen sie gemeinsam in eines. Erst da ließen sie die Nachricht sacken und ihre Trauer zu. "Wir weinten für ungefähr eine halbe Stunde. Wir ließen das andere Auto auf dem Parkplatz stehen und fuhren nach Hause", erklärt Curtis.

Zu Hause angekommen verspürte Curtis den Drang, seiner Trauer auf irgendeine Weise Luft zu machen. Er griff zu Stift und Papier und fertigte die Zeichnung an. Obwohl er und seine Frau so verletzt waren, entschlossen sie sich dazu, das Bild zu veröffentlichen. "Eine Fehlgeburt ist eine sehr einsame Erfahrung", so Jordin. "Und wenn Curtis' Zeichnung anderen dabei helfen kann, sich nicht allein zu fühlen, so wie Freunde mir damit geholfen haben, dann war es das Teilen wert."

Von der Anteilnahme an ihrem Verlust, aber auch der großen Anzahl an anderen geteilten Fehlgeburts-Geschichten ist das Paar schier überwältigt. "Unsere Erfahrung zu teilen ist wichtig. Es ist heilsam", so Curtis.

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Tattoo-Motive und Tattoo-Vorlagen © iStock
von Anne Walkowiak