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Marie Curie: Ihr Leben für die Wissenschaft

von Justin Amaral Erstellt am 19. Juni 2021

Marie Curies revolutionäre Forschung schuf die Grundlage für unser Verständnis von Physik und Chemie. Sie geht als Wissenschaftlerin in die Weltgeschichte ein, die vielen anderen Frauen den Weg ebnete. Das ist ihre Geschichte.

Marie Curie (geborene Maria Salomea Skłodowska) erblickt 1867 in Warschau das Licht der Welt. Schon früh ist klar: Die strebsame Schülerin will Wissenschaftlerin werden. Doch in dem von Russland besetzten Polen werden Frauen diskriminiert. An einer Hochschule zugelassen zu werden ist in der damaligen Zeit unmöglich.

Doch Marie Curie ist fest entschlossen, sich ihren Traum zu erfüllen. Ihr Ziel: Die für Frauen zugelassene Sorbonne Universität in Paris. Mit ihrer Schwester schließt sie einen Pakt: Erst wird Marie arbeiten und ihrer Schwester das Medizinstudium in Paris finanzieren, dann wird ihre Schwester dasselbe für sie tun.

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Der Start einer unfassbaren Karriere

Nach sechs Jahren harter Arbeit ist es endlich soweit: Marie kann ihr Studium der Physik und Mathematik beginnen. In Paris lernt sie auch ihren zukünftigen Ehemann, den Physiker Pierre Curie, kennen.

Ihre Physik-Prüfungen schließt sie als Beste ab, in Mathematik ist sie Zweitbeste. Ein Jahr später schreibt sie als erste Frau Europas eine naturwissenschaftliche Doktorarbeit. Die von Physikprofessor Henri Becquerel entdeckte Strahlung, die von Uran-Verbindungen ausgeht, will Marie weiter erforschen.

Marie schreibt Geschichte

Gemeinsam mit ihrem Mann entdeckt sie zwei unbekannte, strahlende Elemente – Polonium und Radium. Damit dringt sie in einen Bereich vor, der damals noch ein großes Geheimnis ist: die Mikrostruktur der Materie. Die gemessene Strahlung nennt Marie Curie "Radioaktivität".

Für ihre Entdeckungen wird sie 1903 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Damit geht sie als erste weibliche Preisträgerin in die Geschichtsbücher ein. Ihre Entdeckungen gelten bis heute als Grundstein der modernen Kernphysik.

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Wie Phönix aus der Asche

Doch 1906 wird Maries Leben plötzlich auf den Kopf gestellt. Ihr Mann Pierre stirbt bei einem tragischen Verkehrsunfall. Marie ist am Boden zerstört, doch aufgeben ist für die Wissenschaftlerin keine Option. Sie übernimmt seine Vorlesungen an der Sorbonne und wird damit zur ersten Professorin an der Pariser Universität.

In ihrem Labor gelingt es ihr, das von ihr entdeckte Element Radium zu isolieren – ein wissenschaftlicher Durchbruch. Für diese Errungenschaft wird sie 1911 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Damit ist sie die einzige Person, die in zwei Wissenschaften ausgezeichnet wird – bis heute.

Ihre letzten Jahre

Der erste Weltkrieg beginnt. Marie konstruiert für das Rote Kreuz eine mobile Röntgen-Einrichtung. Endlich kann man erkennen, wo im Körper der Soldaten die Gewehrkugeln stecken. Sie rettet damit tausenden Menschen das Leben.

Die letzten Jahre ihres Lebens widmet sich Marie Curie dem Aufbau eines Radium-Institutes. Zusammen mit einem Arzt gründet sie eine Ambulanz zur Behandlung von Krebskranken. Bald hat die Abteilung für Strahlentherapie die ersten geheilten Patienten zu verzeichnen.

Am 4. Juli 1934 stirbt Marie Curie qualvoll an den Folgen der Strahlung, der sie jahrzehntelang im Labor ausgesetzt war. In all den Jahren ihrer Forschung war es noch nicht bekannt, wie gefährlich radioaktive Strahlung wirklich ist.

Marie Curies revolutionäre Forschung schuf die Grundlage für unser Verständnis von Physik und Chemie. Sie geht als eine leidenschaftliche Wissenschaftlerin in die Weltgeschichte ein, die vielen anderen Frauen den Weg ebnete.