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ETF-Test: Diese Fonds empfiehlt die Stiftung Warentest

von Tanja Koch Veröffentlicht am 11. Juni 2019
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Der ETF-Test der Stiftung Warentest zeigt, wie es um Rendite und Risiko verschiedener ETF-Fonds steht.

Aufgrund der geringen Zinsen sind ETF-Sparpläne momentan die am häufigsten empfohlene Art, Geld anzulegen. Doch welche ETFs, also exchange-traded funds und auf deutsch börsengehandelte Fonds, bringen besonders viel Rendite? Bei welchen ist das Risiko höher? Und wie sollte mein Anlageportfolio generell aufgestellt sein? Antworten auf diese Fragen bietet der ETF-Test von Stiftung Warentest.

Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir hier für dich zusammengestellt. Den gesamten ETF-Test der Stiftung Warentest gibt es hier.

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Exkurs: Was sind ETF und Aktienfonds?

Wer in Aktienfonds investiert, investiert quasi gleichzeitig in mehrere Aktien. Es gibt aktiv gemanagte und passive Aktienfonds.

  • ​Aktiv gemanagte Fonds bestehen aus Einzelaktien, die ein Mensch zusammengestellt hat. Je nachdem wie klug er bei der Auswahl vorgeht, kann er mehr Gewinn beziehungsweise Rendite erzielen als der Markt, also der vergleichbare Aktienindex, an dem der Fonds gemessen wird. Ein Nachteil von aktiv gemanagten Fonds ist, dass sie teuer sind. Zum Teil kostet der Aufschlag bis zu fünf Prozent der Anlagesumme. Zusätzlich zahlst du jährliche Kosten von 1,5 bis 2 Prozent. Davon wird unter anderem der Fondsmanager bezahlt. Wie uns die Bereichsleiterin Verbraucherfinanzen der Verbraucherzentrale NRW im Gespräch verriet, zeigen viele Statistiken, dass Fonds mit einem aktiven Manager in der Regel nicht mehr Rendite erzielen, als passiv gemanagte Fonds.

  • Passiv verwaltete Fonds (Exchange Traded Funds, abgekürzt ETF) hingegen bilden den Referenzindex genau nach, beispielsweise den Deutschen Aktienindex DAX oder einen Branchenindex (zum Beispiel mit Tourismus-Aktien). Da die Verwaltug größtenteils automatisch abläuft, fallen weniger Kosten an. Meist liegen die Ausgabeaufschläge bei höchstens 0,5 Prozent, wenn überhaupt ein Aufschlag verlangt wird. Die Verwaltungskosten liegen meist bei nur 0,1 bis 0,2 Prozent pro Jahr. Dadurch steigt die Rendite deutlich. Besonders Direktbanken, also Online-Banken ohne Filialen bieten ETF-Sparpläne an.

Du kennst dich mit dem Thema Geld anlegen und ETFs noch gar nicht aus? Hier erfährst du mehr!

ETF-Portfolio: Wie sollte es aufgebaut sein?

Um generelle Themen zum Spar-Portfolio geht es auch im ETF-Test von Stiftung Warentest. So raten die Autoren zu einem Sicherheitsbaustein mit Zinsanlagen (50 Prozent) und einem Renditebaustein (50 Prozent).

Als Basisanlage im Renditebaustein ist die ETF-Empfehlung von Stiftung Warentest der Weltaktienindex MSCI World. Aufgrund seiner breiten Streuung von Aktien aus mehreren Ländern und Branchen ist das Risiko recht gering.

Auch keine schlechte Wahl für die Basisanlage seien ETF aus der Gruppe Aktienfonds Europa, also beispielsweise den MSCI Europa oder den Stoxx Europe 600.

Um die Chance auf mehr Rendite zu höhen, kannst du auch riskantere Fonds beimischen. Die Beimischungen sollen laut Stiftung Warentest aber nicht mehr als 30 Prozent des Renditebausteins ausmachen.

Kriterien des ETF-Test

Das Ranking der Stiftung Warentest hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  • Finanztest-Risikoklasse

Wie riskant der Fonds in den vergangenen fünf Jahren war, ist an dieser Zahl abzulesen. Während Geldmarktfonds und offene Immobilienfonds in der sicheren Klasse 1-2 liegen, sind Rentenfonds (Euro) in den Klassen 4 und 5 eingestuft. In Klasse 7 oder 8 liegen Aktienfonds Welt, Branchen- und bestimmte Länderfonds in den riskantesten Risikoklasse 12.

  • Rendite

Dieser Faktor zeigt an, um wie viel Prozent sich dein Geld innerhalb der vergangenen fünf Jahren in Prozent und pro Jahr nach Abzug der laufenden Kosten inklusive Ausschüttungen vermehrt hätte.

  • Marknähe

ETFs bilden Indizes nach, wie du hier nachlesen kannst. Die Marktnähe gibt an, zu wie viel Prozent die Renditeschwankungen des Fonds mit denen des Referenzindexes übereintimmen. Fonds, die dem Referenzindex sehr ähnlich sind, haben eine hohe Marktnähe, solche mit speziellen Konzepten eine geringe.

  • Chance

Die Chance gibt die Glücksrendite in Prozent pro Jahr an sowie deren Bewertung. Glücksrendite bedeutet: Welche Rendite hätte der Fonds in den vergangenen fünf Jahren erzielt, wenn nur die positiven Monate berücksichtigt werden würden.

  • Risiko

Dieser Wert hingegen beschreibt die Pechrendite, also welche Rendite der Fonds erzielt hätte, wenn nur die negativen Monate zählen würden. Je niedriger die Zahl, also je weiter "im Minus", desto riskanter der Fonds.

Aktienfonds Welt - das Ergebnis des ETF-Test

Testsieger ist der ETF Amun­di MSCI World Ucits ETF EUR C mit einer Rendite von 11,9 Prozent, einer Marktnähe von 100 Prozent einer Chance von 24,7 Prozent und einem Risiko von -10,3 Prozent. Seine Finanztest-Risikoklasse ist 7.

Auf Platz zwei, aber ebenfalls mit der höchsten Bewertung (1. Wahl) ausgezeichnet, landete der Coms­ta­ge MSCI World Ucits ETF I D mit einer Rendite von 12,1 Prozent, einer Marktnähe von 99 Prozent, einer Chance von 25,2 Prozent und einem Risiko von -10,5 Prozent. Seine Finanztest-Risikoklasse ist 7.

Erste Wahl ist ebenso der drittplatzierte ETF HSBC MSCI World Ucits ETF mit einer Rendite von 11,9 Prozent, einer Marktnähe von 98 Prozent, einer Chance von 24,8 Prozent und einem Risiko von -10,3 Prozent. Seine Finanztest-Risikoklasse ist 7.

Der Verlierer des ETF-Test ist der Parworld Quant Equity World Guru C (BNP). Seine Rendite liegt bei 5,6 Prozent, die Marktnähe bei 86 Prozent, die Chance bei 22,4 Prozent und das Risiko bei -13,8 Prozent. Die Gesamtbewertung beträgt einen Punkt. Seine Finanztest-Risikoklasse ist 9.

Den vorletzten Platz machte Xtra­ckers Stoxx Global Select Dividend 100 Swap Ucits ETF 1D mit einer Gesamtbewertung von drei Punkten. Die Rendite beträgt 8 Prozent, die Marktnähe 83 Prozent, die Chance 19 Prozent und das Risiko -9,3 Prozent. Seine Finanztest-Risikoklasse ist 7.

Drittletzter wurde der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield Ucits ETF mit drei Punkten, einer Rendite von 8,3 Prozent, einer Marktnähe von 91 Prozent, einer Chance von 19,8 Prozent und einem Risiko von -9,7 Prozent. Seine Finanztest-Risikoklasse ist 7.

Aktienfonds Europa - das Ergebnis des ETF-Test

Bei den Aktienfonds Europa ist Testsieger der Amun­di MSCI Europe Ucits ETF EUR C (1. Wahl). Seine Finanztest-Risikoklasse ist 8, die Rendite liegt bei 5,8 Prozent, die Marktnähe bei 100 Prozent, die Chance bei 21,6 Prozent und das Risiko bei -13 Prozent.

Zweitplatzierter und ebenfalls als 1. Wahl ausgezeichnet ist der BNP Ea­sy Stoxx Europe 600 Ucits ETF C mit einer Finanztest-Risikoklasse von 8, einer Rendite von 5,8 Prozent, einer Marktnähe von 100 Prozent, einer Chance von 21,4 Prozent und einem Risiko von -12,9 Prozent.

Drittplatzierter (1. Wahl) ist der ETF Coms­ta­ge MSCI Europe Ucits ETF. Seine Finanztest-Risikoklasse ist 8, die Rendite beträgt 5,6 Prozent, die Marktnähe 99 Prozent, die Chance 22 Prozent und das Risiko -13,5 Prozent.

Am schlechtesten schnitt der Invesco MSCI Europe Value Ucits ETF ab. Die Gesamtbewertung beträgt 2 Punkte. Seine Finanztest-Risikoklasse ist 9, die Rendite liegt bei nur 3,1 Prozent bei einer Marktnähe von 93 Prozent, einer Chance von 20,9 Prozent und einem Risiko von -14,7 Prozent.

Den vorletzten Platz (drei Punkte Gesamtbewertung) erreichte der Pictet Europe Index-R dy GBR mit einer Finanztest-Risikoklasse von 8, einer Rendite von 5,3 Prozent, einer Marktnähe von 97 Prozent, einer Chance von 21,8 Prozent und einem Risiko von -13,6 Prozent. Drittletzter ist mit ebenso drei Punkten Gesamtbewertung der Pictet Europe Index-R EUR. Seine Finanztest-Risikoklasse ist 9, die Rendite beträgt 5,8 Prozent, seine Marktnähe 99 Prozent. Während die Chance bei 21,5 Prozent liegt, liegt das Risiko bei -31 Prozent.

ETF-Testergebnisse für Beimischungsfonds

Wie oben beschrieben eignen sich Länder- und Branchen-ETFs eher für die Beimischungen.
Bei den Aktienfonds Deutschland ist Testsieger der Coms­ta­ge Dax Ucits ETF I D (1. Wahl). Seine Rendite beträgt Prozent 4,7, seine Marktnähe 99 Prozent. Die Chance liegt bei 27,3 Prozent und das Risiko bei -17,7 Prozent. Seine Finanztest-Risikoklasse ist 10.

Auch Schwellenländer-ETFs sind als Beimischungen beliebt. Geeignet ist etwa der Amun­di MSCI Emer­ging Mar­kets Ucits ETF EUR C (1. Wahl) mit einer Rendite von 8,2 Prozent, einer Marktnähe von 100% Prozent, einer Chance von 25 Prozent und einem Risiko von -13,5 Prozent. Seine Finanztest-Risikoklasse ist 8.

Es gibt auch die Möglichkeit, in einzelne Schwellenländer zu investiere, zum Beispiel in chinesische Aktien mit dem Xtra­ckers CSI300 Swap Ucits ETF 1C (1. Wahl). Seine Finanztest-Risikoklasse ist 12, die Rendite beträgt 17,4 Prozent, seine Marktnähe 97 Prozent, die Chance 52 Prozent und das Risiko -22,8 Prozent.

Ökologisch und ethisch korrekte ETF kaufen

Ein besonders interessantes Feature des ETF-Tests sind die Filter nach ökologischen und ethischen Faktoren: Nachhaltig nach eigener Angabe, Nachhaltigkeit von Finanztest geprüft, ethische Finanztest-Krierien erfüllt sowie Ausschluss von Kohle, Öl und Gas.

Durch die Filter ist es beispielsweise möglich ETF auszuschließen, die Ölkonzerne, Atomkraft, Kinderarbeit und Rüstungsgeschäfte enthalten.

Alle Filter ausgewählt wird allerdings lediglich der Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit Ucits ETF angezeigt. Für ihn gibt es keine Werte - lediglich für seinen Referenzindex MSCI EMU. Dieser hat die Finanztest-Risikoklasse 9. Seine Rendite beträgt 6,7 Prozent, die Chance liegt bei 25,4 Prozent und das Risiko bei -14,9 Prozent. Allerdings gibt es bei den anderen Fondsarten weitere, auch bewertete Angebote.

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