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Gehaltsvorstellung formulieren: So kriegst du, was du wert bist

von Tanja Koch Veröffentlicht am 19. Juni 2019

Viele Arbeitgeber wünschen sich, dass Bewerber im Anschreiben ihre Gehaltsvorstellung angeben. Sich auf einen Betrag festzulegen ist aber gar nicht so leicht. Wie du deine Gehaltsvorstellung berechnen und formulieren kannst, erfährst du hier!

Von der Gehaltsvorstellung ist in der Stellenanzeige keine Rede? Herzlichen Glückwunsch. Deine Bewerbung wird dir damit um einiges leichter fallen. Denn dann empfehlen Experten, abzuwarten, bis der Arbeitgeber das Thema anspricht.

Wer dennoch eine Gehaltsvostellung angeben möchte, läuft Gefahr, aussortiert zu werden. Denn das erweckt den Eindruck, es gehe dir nicht um den Job, sondern um's Geld.

Wird in der Stellenanzeige aber explizit darum gebeten, musst du dir überlegen, welcher Betrag angemessen ist und wie du die Gehaltsvorstellung formulieren kannst.

In der Bewerbung die Gehaltsvorstellung weglassen? Schlechte Idee

Du denkst darüber nach, deine Bewerbung ohne Gehaltsvorstellung im Anschreiben abzuschicken? Das solltest du auf keinen Fall tun. Denn dann lieferst du dem Personaler mehrere Argumente, deine Bewerbung auszusortieren.

Zum einen könnte er daraus schließen, dass du auch im Arbeitsalltag Anweisungen missachtest. Zum anderen könntest du verschlossen und berechnend wirken, wenn du nicht mit offenen Karten spielst.

Auch könnte der Personaler vermuten, dass du die Stellenanzeige gar nicht richtig gelesen hast. Und nachlässige Mitarbeiter wünscht sich nun niemand.

So nervig die Frage nach der Gehaltsvorstellung auch ist, sieh es mal positiv: Musst du sie schon im Bewerbungsanschreiben beantworten, so bleibt sie dir im Vorstellungsgespräch erspart. Dort warten nämlich noch andere knifflige Fragen auf dich. Etwa die nach deinen Stärken und Schwächen.

Mit unseren Tipps gelingt dir aber auch darauf die perfekte Antwort:

Gehaltsvorstellung berechnen: So ermittelst du deinen Marktwert

Was die Frage nach der Gehaltsvorstellung so schwierig macht ist, dass viele Bewerber ihren Marktwert nicht kennen. Um diesen herauszufinden, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Auf Gehaltsvergleichsportalen kannst du nachschauen, wie viel andere Nutzer in vergleichbaren Unternehmen, Branchen und Positionen verdienen. Gehalt.de ist zum Beispiel eine gute Anlaufstelle. Auch Online-Jobportale haben oft entsprechende Tools. Einige Berufsverbände bringen ebenfalls Gehaltstabellen heraus.

Ein praktisches Tool ist "Value my CV" der Jobsuchmaschine Adzuna. Dort lädst du deinen Lebenslauf hoch und der Algorithmus berechnet, wie viel Euro brutto pro Jahr ein angemessenes Gehalt für dich wäre. Die Bewertungen der bisherigen Nutzer sind zwar durchmischt. So soll das Tool teils falsche Informationen erfassen. Für die erste Einschätzung ist das Tool aber praktisch.

Zwar sprechen viele Menschen in unserer Kultur nicht gerne über Geld. Trotzdem ist es einen Versuch wert, vorsichtig bei Freunden nachzuhorchen, die in ähnlichen Unternehmen arbeiten. Immerhin haben wir alle etwas davon, wenn wir in Zukunft offener über unser Gehalt sprechen.

Ebenfalls aufschlussreich im Hinblick auf den eigenen Marktwert und deine Gehaltsvorstellung sind folgende Faktoren:

  • Wie viel Berufserfahrung bringe ich mit? Von welchen meiner Fertigkeiten würde das Unternehmen profitieren?
  • Sind die Gehälter am Ort des Unternehmens überdurchschnittlich hoch oder eher niedrig?
  • Wie steht es derzeit um die Branche?
  • Bewirbst du dich in einem großen Konzern (eher höhere Gehälter) oder einem kleinen Unternehmen (eher niedrige Gehälter)?
  • Versucht das Unternehmen, dich abzuwerben? Denn dann bist du in einer besseren Verhandlungsposition. Oder bewirbst du dich aus der Arbeitslosigkeit heraus?

Gehaltsvorstellung formulieren: Spanne statt Festbetrag

Du hast dich entschieden, welchen Betrag du als Gehaltsvorstellung angeben möchtest? Dann solltest du dir noch ein paar Gedanken darüber machen, wie du deine Gehaltsvorstellung in der Bewerbung formulieren möchtest. In der Regel wird die Gehaltsvorstellung kurz und knapp am Ende des Bewerbungsanschreibens genannt.

  • Eher selbstbewusst

Bist du dir bei deinem angegebenen Wunschgehalt sehr sicher und möchtest selbstbewusst und bestimmt auftreten, kannst du eine solche Formulierung wählen:

- Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 45.000 Euro pro Jahr.
- Ein jährliches Bruttogehalt von 45.000 Euro halte ich für angemessen.

  • Verhandlungsbereitschaft signalisieren

Möchtest du bei der Angabe deines Wunschgehaltes zeigen, dass du offen für eine Gehaltsverhandlung bist, so kann es sich lohnen, statt einer fixen Gehaltsvorstellung eine Spanne anzugeben oder Worte wie "etwa" einzuschieben.

- Meine Gehaltsvorstellung liegt bei etwa 45.000 Euro pro Jahr.
- Meine Gehaltsvorstellung liegt im Bereich von 45.000 bis 50.000 Euro pro Jahr.

  • Mit Argumenten

Möchtest du schon im Anschreiben erklären, auf welcher Basis du deine Gehaltsvorstellung errechnet hast, kannst du den Satz mit Gründen ausschmücken.

- Vor dem Hintergrund meiner Berufserfahrung im Bereich XY liegt mein Wunschgehalt bei etwa 45.000 Euro pro Jahr.
- Aufgrund meiner Qualifizierung beträgt meine Gehaltsvorstellung etwa 45.000 Euro.

Gehaltsvorstellung für Teilzeit-Jobs angeben

Oft bitten Arbeitgeber auch in Stellenanzeigen für Teilzeitjobs um die Gehaltsvorstellung. Auch dann gilt alles oben beschriebene. Jedoch solltest du dein Gehalt an die angestrebte Stundenanzahl anpassen. Diese solltest du dann auch im Anschreiben nennen.

  • So solltest du es nicht machen:

- "Meine Gehaltsvorstellung liegt bei etwa 22.000 Euro pro Jahr."

  • Sinnvoll sind folgende Beispiele:

- "Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden liegt meine Gehaltsvorstellung bei etwa 22.000 Euro pro Jahr."
- "Bei einer 50-Prozent-Stelle liegt meine Gehaltsvorstellung bei etwa 22.000 Euro pro Jahr."

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