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Geld anlegen 2019: Mit dieser Strategie kannst du am meisten sparen

Tanja Koch
von Tanja Koch Veröffentlicht am 23. November 2018
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Du möchtest 2019 Geld anlegen und deine Finanzen selbst in die Hand nehmen? Von Tagesgeld über Aktienfonds bis Immobilienkauf - welche Geldanlage lohnt sich in deiner Situation am meisten?

Ob fehlendes Wissen oder geringes Interesse - nur wenige Frauen beschäftigen sich ausreichend mit Themen wie Geld anlegen, Altersvorsorge und Co. Meist überlassen sie das Terrain einfach ihrem Partner.

Warum du deine Finanzen selbst regeln solltest und auf welche Art du 2019 Geld anlegen kannst, erfährst du hier!

Geld anlegen: 2018 trotz Feminismus noch immer Männersache

Obwohl der Feminismus durch Themen wie die "Me too"-Bewegung und das Entgelttransparenzgesetz in den vergangenen Jahren aufgeflammt ist, geht die Emanzipation der Frau im Bereich Finanzen nur langsam voran. Laut diverser Studien verlassen sich die meisten Frauen in Gelddingen auf ihren Partner. ​Lediglich Alleinerziehende oder Witwen regeln ihre Finanzen aktiv und selbstständig.

Das Problem: Frauen haben es eigentlich viel nötiger, sich um Altersvorsorge und Rücklagen zu kümmern als Männer. "Da ihre Erwerbsbiografien häufig anders aussehen, bekommen sie im Alter durchschnittlich weniger Geld von der gesetzlichen Rentenversicherung. Männer, die 2017 neu in Rente gegangen sind, erhielten im Bundesdurchschnitt fast 1.090 Euro, bei Frauen waren es nur rund 716 Euro", erklärt Stephanie Heise, Bereichsleiterin Verbraucherfinanzen der Verbraucherzentrale NRW.

Das hat mehrere Gründe: Frauen verdienen weniger - sei es, weil sie in weniger gut zahlenden Branchen arbeiten oder weniger Lohn erhalten als Männer im gleichen Job. Zudem sind Frauen häufiger in Teilzeit tätig. Sie fallen durch Schwangerschaften, Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen länger und häufiger aus als Männer.

Möchtest du dein Geld 2019 anlegen, solltest du folgende Fragen klären

Bevor du entscheidest, wie du dein Geld anlegst, empfiehlt Stephanie Heise, erst einmal zu schauen, wie viel Geld du überhaupt übrig hast. Dafür solltest du folgende Fragen klären:

  • Hast du schon eine Haftpflicht- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Sie greifen, wenn du fremdes Eigentum beschädigst, beziehungsweise wenn du durch einen Unfall oder eine Krankheit nicht mehr arbeiten kannst.

  • Musst du noch einen Kredit abzahlen?

Dann solltest du dein Geld zunächst dort hineinstecken. Denn in der Regel zahlst du mehr Zinsen, als du zurzeit mit Geldanlagen erzielen kannst.

  • Wie viel Geld lassen deine Einnahmen und Ausgaben anschließend monatlich noch zum Sparen und Anlegen übrig?

Je mehr Geld ich habe, desto mehr Risiko kann ich eingehen. "Verliert ein Millionär die Hälfte seines Geldes, ist das zwar sehr ärgerlich, verursacht aber noch keine Not", erklärt Heise. "Allerdings sollten auch Menschen mit nur wenig Einkommen und Vermögen das Risiko nicht komplett scheuen, weil sie sonst in der Altersvorsorge angesichts der aktuell sehr niedrigen Zinsen nur schwer auf gute Renditen kommen."

  • Wofür möchtest du dein Geld anlegen und wie viel Zeit hast du?

​Davon hängt nämlich ab, welche Geldanlage sich am besten eignet.

In den folgenden 6 Schritten kannst du nachlesen, welche Art Geld anzulegen sich 2019 am meisten lohnt.

1. Geld anlegen für Notfälle: Tageskonto nutzen

Eine schnell verfügbare Notreserve zu haben, ist generell wichtig. "Wir empfehlen ungefähr drei Netto-Monatsgehälter auf einem Tageskonto anzusparen für unvorhergesehene Ausgaben wie Autoreparaturen oder eine kaputte Waschmaschine. Bei Familien sind vier bis sechs Monatsgehälter noch besser", erklärt Stephanie Heise.

Bei einem Tagesgeldkonto gibt es keine feste Laufzeit und du kannst täglich Geld abheben oder einzahlen - das ist bei unvorhersehbaren Ausgaben sehr praktisch. Dort dein gesamtes erspartes Geld anzulegen allerdings keine gute Idee, da die Zinsen bei den Banken noch immer sehr niedrig sind.

2. Geld anlegen für eine teure Anschaffung: Einfach sparen

Wer in den nächsten Jahren eine große Anschaffung plant, kann sich einen Kredit sparen, wenn er rechtzeitig Geld zur Seite legt. "Bei kurzfristigen Sparzielen sollte man auf Flexibilität und Sicherheit setzen, also spontan an das Geld herankommen können und kein Risiko eingehen", erklärt Heise.

​Wer also 2022 ein Auto oder eine Küche kaufen möchte, sollte 2019 kein Geld in Aktien anlegen, sondern wie in Punkt 1 ein Tagesgeldkonto oder ähnliches nutzen.

3. Geld anlegen für den Immobilienkauf: Persönlich beraten lassen

Das Gleiche gilt für alle, die auf das Eigenkapital beim Immobilienkauf hinsparen. "Wenn ich zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Haus für meine Familie kaufen möchte und die Börsenkurse dann vielleicht gerade kräftig gefallen sind, kann ich nicht einfach abwarten, bis sich die Kurse erholt haben", sagt Heise.

Beim Sparen für Immobilien gibt es aber spezielle Möglichkeiten wie Anleihen oder Bausparverträge, so dass die Verbraucherzentrale an dieser Stelle eine persönliche Beratung empfiehlt. Zudem sind die Immobilienpreise momentan so hoch, dass sich Eigentum finanziell oft gar nicht lohnt.

4. Geld anlegen, um für die Rente vorzusorgen: Passive Aktienfonds

"Als nächsten Schritt sollte man über private Altersvorsorge nachdenken. Die gesetzliche Rente reicht nämlich nicht aus, um den Lebensstandard im Alter zu sichern", sagt Heise. Sie empfiehlt, mit einem Sparplan monatlich Geld in passive Aktienfonds (ETF) anzulegen - allerdings nur, wenn es bis zur Rente noch mindestens zehn Jahre dauert.

Viele Menschen scheuen Aktien aus Angst, das investierte Geld zu verlieren. Wenn du aber viel Zeit hast, um mögliche Wirtschaftskrisen und Kursstürze auszusitzen, ist das Risiko gar nicht so hoch. "Die Entwicklung der Aktienmärkte über Jahrzehnte hinweg zeigt, dass hier für Privatanleger langfristig die höchsten Renditen zu erzielen waren. Selbst nach Kriegen standen die Menschen finanziell noch am besten da, die Sachwerte wie Immobilien oder Aktien besaßen", erklärt Heise.

Noch mehr lässt sich das Risiko senken, wenn du dein Geld breit streust und in verschiedene Unternehmen, Branchen und Länder anlegst - das ist der Fall bei Fonds im Gegensatz zu Einzelaktien. "Ich empfehle für einen ETF-Sparplan den Index MSCI World, der mehr als 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern widerspiegelt. Noch breiter gestreut ist der MSCI All Country World, der dazu auch Schwellenländer berücksichtigt."

Wie der MSCI World sich in den vergangenen 50 Jahren entwickelt hat, kannst du in der folgenden Grafik sehen. Zwischendrin kam es zwar immer wieder zu Einbrüchen - und auch Schwankungen innerhalb der Jahre, die hier gar nicht zu sehen sind - langfristig gab es aber immer eine Steigerung.

Einige Zeit vor der Rente solltest du versuchen, für den Verkauf der Fonds ein Jahr abzupassen, in dem es der Wirtschaft gut geht. Ansonsten kann es sein, dass du auf den letzten Metern doch noch Geld verlierst. 2008 und 2012 waren zum Beispiel nicht sinnvoll für einen Verkauf, wie du in der Grafik siehst.

Exkurs: Was ist ein Aktienfonds?

Bei Aktienfonds investierst du im Prinzip gleichzeitig in viele verschiedene Aktien. Es gibt zwei Typen von Aktienfonds: aktiv und passiv gemanagte.

  • ​Bei aktiv gemanagten Fonds entscheidet ein Mensch, welche Einzelaktien er für den Fonds kauft. "Er versucht, durch eine geschickte Auswahl mehr Gewinn - auch Rendite genannt - zu erzielen als der Markt - also der jeweils vergleichbare Aktienindex, an dem der Fonds sich messen lassen muss", erklärt Heise.

    Aktiv gemanagte Fonds sind teuer. In der Regel zahlst du einen Aufschlag von bis zu fünf Prozent der Summe, die du angelegt hast. Hinzu kommen jährliche Kosten von meist 1,5 bis zwei Prozent - unter anderem, um die Arbeit des Fondsmanagers zu vergüten.

    ​Wie Heise erklärt, zeigen viele Statistiken, dass Fonds mit einem aktiven Manager in der Regel nicht mehr Rendite erzielen, als passiv gemanagte Fonds.


  • Passiv gemanagte Fonds (Exchange Traded Funds, abgekürzt ETF) bilden dagegen einfach einen Index genau nach, zum Beispiel den Deutschen Aktienindex DAX oder einen Branchenindex (zum Beispiel mit Technologie-Aktien). Da das größtenteils automatisch passiert, sind die Kosten viel niedriger. Denn es gibt keinen Fondsmanager, den du bezahlen musst.

    Die Ausgabeaufschläge liegen meist bei höchstens 0,5 Prozent, oft wird gar kein Aufschlag verlangt. Die jährlichen Verwaltungskosten liegen in der Regel nur bei 0,1 bis 0,2 Prozent. Das steigert die Rendite von ETFs im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds deutlich. ETF-Sparpläne werden vor allem von Direktbanken angeboten, also Online-Banken ohne Filialen.

5. Geld anlegen, um die Familie finanziell abzusichern: Risikolebensversicherung

Viele Menschen schließen für die Rentenvorsorge eine Kapitallebensversicherung ab. Das Geld wird beim Erreichen eines bestimmten Alters für die Rente ausgezahlt oder im Todesfall als Unterstützung für die hinterbliebene Familie. Das klingt zunächst praktisch. Diese Art Geld anzulegen ist 2019 aber nicht zu empfehlen. "Der Garantiezins liegt nur bei 0,9 Prozent, es fallen aber hohe Abschlussprovisionen an, die ich mit den Beiträgen der ersten Jahre erstmal abbezahlen muss", sagt Heise.

Außerdem bindest du dich mit der Versicherung für lange Zeit an einen Vertrag. Fondssparpläne hingegen kannst du flexibel verändern, wenn sich dein Gehalt verändert oder du ein Kind bekommst. "Man kann pausieren, mehr oder weniger pro Monat anlegen oder die Papiere im Notfall auch verkaufen und über das Geld verfügen. Wer eine Lebensversicherung kündigt, muss mit hohen Abschlägen rechnen", erklärt Heise.

Um deine Familie abzusichern für den Fall, dass dir etwas passiert, solltest du also statt einer Kapital-Lebensversicherung eine Risiko-Lebensversicherung abschließen. Für deine Altersvorsorge ist wie oben beschrieben ein Fondssparplan am sinnvollsten.

"Wir empfehlen generell, Sparen und Versichern zu trennen. Denn das ist für den Kunden viel transparenter und man kann sich für beides das jeweils passendste und kostengünstigste Produkt aussuchen", sagt Heise.

6. Geld anlegen auf die riskante Art: Nur, wenn "Spielgeld" übrig ist

Mit Einzelaktien oder ähnlich risikobehafteten Geldanlagen solltest du nur experimentieren, wenn du anschließend noch Geld übrig hast. "Je nach persönlicher Risikobereitschaft kann man damit zum Beispiel Einzelaktien, Gold oder Rohstoff-Papiere kaufen", sagt Heise.

Auch Immobilien zu kaufen und dann zu vermieten ist eine riskante Geldanlage, da sich Immobilienpreise ändern. So kann es sein, dass die Mieteinnahmen den bezahlten Kaufpreis nie mehr oder erst nach extrem langer Zeit ausgleichen.

Wer auch bei seinem Spielgeld nicht so viel Risiko eingehen möchte, kann auch einen weiteren ETF-Sparplan nutzen, der zum Beispiel eine Weltreise in der Rente finanzieren soll.

Wo kann ich mich beraten lassen, wenn ich 2019 Geld anlegen möchte?

Wenn du dich persönlich dazu beraten lassen möchtest, wie du 2019 dein Geld anlegen kannst, ist dein erster Gedanke vermutlich ein Termin bei deiner Bank. "Wer sich bei einer Bank oder Versicherung beraten lässt, muss aber wissen, dass die Mitarbeiter oft bestimmte Verkaufsziele haben", gibt Heise zu bedenken.

Beispielsweise kann eine Bank den Mitarbeitern vorgeben, im Monat X besonders viele Bausparverträge zu kaufen. Dann beeinflusst der Berater seine Kunden möglicherweise dahingehend. "Denn die Bank oder Versicherung bekommt beim Abschluss eine Provision, die ich dann im Rahmen meines Vertrags oder Anlageprodukts mitzahle." Gratis ist die Beratung also nicht. Wer sich dessen bewusst ist und entsprechend kritisch und aufmerksam mit den Empfehlungen umgeht, kann Beratungen bei seiner Bank natürlich in Anspruch nehmen.

"Unabhängige Geldanlage-Beratungen wie zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen werden nicht durch den Verkauf von Produkten finanziert sondern auf Stundenbasis bezahlt", sagt Heise. Zwar zahlt man hier einen gewissen Stundensatz, dafür können sich die Berater aber ausschließlich am Interesse des Kunden orientieren.

Mehr über Beratungen bei der Verbraucherzentrale erfährst du hier.

Noch mehr Tipps für deine Finanzen findest du hier:

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